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Zwei Heimniederlagen in Serie kassierte S04 in der letzten Woche. Zeit, die Ansprüche der neuen Realität anzupassen? Die Antworten fallen auf Schalke unterschiedlich aus.

Aus Gelsenkirchen berichtet Daniel Buse

Gelsenkirchen. 0:3 gegen den FC Chelsea in der Champions League, 1:3 gegen Borussia Dortmund in der Bundesliga: Es ist keine gute Woche, die der FC Schalke 04hinter sich gebracht hat. Zwei Mal hatte sich die Mannschaft von Jens Keller viel vorgenommen, zwei Mal stimmte der Einsatz, zwei Mal gab es Möglichkeiten, dem Spiel eine andere Wendung zu geben – aber zwei Mal stand am Ende eine Niederlage gegen einen überlegenen Gegner.

Nach dem Abpfiff des 143. Revierderbys lieferten die Spieler in der Mixed Zone unterschiedliche Antworten auf die Grundsatzfrage, ob die aktuelle Mannschaft für die ganz hohen Ansprüche nicht gut genug ist, ob es für ganz oben nicht reicht.

"Ich denke, wir haben gezeigt, dass wir gegen solche Mannschaften bestehen können. Wir haben auch gegen Chelsea unsere Chancen gehabt", vertrat Kevin-Prince Boateng die Meinung, dass es Kleinigkeiten waren, die den Unterschied ausgemacht hatten. Kleinigkeiten wie sein Strafstoß, den sein Kumpel Roman Weidenfeller in der ersten Halbzeit locker parierte.

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"Elfmeter hängt in meinem Schädel drin"

"Dieser Elfmeter hängt in meinem Schädel drin. Ich glaube, er wusste genau, dass ich da hinschießen werde. Er kennt mich auch ein bisschen", meinte Boateng hinterher. Wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn der Mittelfeldmann zum 1:1 ausgeglichen hätte, vermag natürlich niemand zu sagen. Aber er erwähnte mit keinem Wort die bessere Spielanlage der Dortmunder, die vor allem mit ihrem schnellen Umschalten immer wieder für Probleme in der S04-Defensive sorgten.

Der eingewechselte Max Meyer, der nach seiner Hereinnahme kurzzeitig für viel Schwung sorgte, sah das Ganze etwas realistischer: "Pech gehabt, nicht ins Spiel gekommen – und Dortmund war heute auch gut", so erklärte er die 1:3-Niederlage. Im ersten Durchgang gab es zehn gute königsblaue Minuten und auch nach der Pause waren die zehn Minuten rund um den 1:2-Anschlusstreffer mehr als ordentlich. Zu wenig aber, um einen guten Gegner ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Spiel nach vorne läuft nicht

"Wir haben versucht, dagegen zu halten und waren präsent in den Zweikämpfen. Wir haben uns hier nicht ergeben, gegen eine Klasse-Mannschaft verloren", meinte Benedikt Höwedes hinterher. Der kämpferische Einsatz stimmte, das Spiel nach vorne lief jedoch nicht wie geplant.

Außerdem kritisierte der Kapitän wie schon vor Monaten die eigenen Fans, welche auf das Zögern auf dem Platz ärgerlich reagierten. "Wenn gewisse Bälle nach hinten gespielt werden, geht ein Raunen durch die Arena. Das ist nicht hilfreich für die Sache", sagte er nach Schlusspfiff.

Zu viel wurde bei Schalke nach hinten gespielt, zu wenig nach vorne, um die geforderten Tore zu erzielen. "Jetzt müssen wir dem ganzen Geschehen ein bisschen hinterher laufen. Das ist ärgerlich", zog Höwedes sein Fazit und fügte hinzu: "Vielleicht müssen wir einsehen, dass ein Stück auf die oberen Mannschaften fehlt. Wir müssen wahrscheinlich die Momentaufnahme akzeptieren, dass wir noch nicht da sind, wo wir hinmöchten."

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