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Viel unterschiedlicher hätte ihr erster Clasico nicht verlaufen können: Während Neymar die Herzen der Barca-Fans im Sturm erobert, ist Bale noch nicht in der Lage, Real zu helfen.

KOMMENTAR
Von Kris Voakes

Gemeinsam kosteten sie in diesem Sommer 157 Millionen Euro Ablöse. Doch wer den Clasico am Samstagabend zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid verfolgte, der konnte leicht denken, einer von beiden sei zum Nulltarif von Tottenham nach Spanien gekommen, während der andere ziemlich teuer vom FC Santos verpflichtet worden sein musste.

Neymar erzielte den Führungstreffer für Barca beim 2:1 im Camp Nou und es war ein Tor, dass er sich verdient hatte. Der Brasilianer war eine ständige Bedrohung für Madrids Defensive und Gegenspieler Dani Carvajal hatte enorme Probleme mit ihm. Es war ein Debüt, wie es sich Neymar im größten Spiel Spaniens kaum besser hätte ausmalen können.

Über den Sommer und auch zu Beginn dieser Spielzeit war viel darüber diskutiert worden, wie Neymar mit Weltfußballer Lionel Messi zusammenpasst. Nun startete Messi auf der rechten Seite und Neymar wirkte befreit und wirbelte Reals Viererkette mächtig durcheinander.
AUS UNSEREM TICKER

19' GOOOOOOOOOOOOOL! Iniesta auf Neymar, der auf links in die Mitte, Schuss und Carvajal fälscht unhaltbar ab - 1:0 für Barca!
78' GOOOOOOOOOOOOOL! Neymar passt auf Alexis, der geht durch und lupft über Lopez und DRIN!
84' Und nun darf Neymar runter. Da holt er sich den verdienten Applaus ab.

Die logischen Konsequenzen seines Freiraums war der Führungstreffer in der 19. Minute und der Assist zu Alexis Sanchez' 2:0. Als er in der 84. Minute ausgewechselt wurde, gab es von den Rängen stehende Ovationen.

Auf der anderen Seite der Medaille haben wir Gareth Bale. Dem Waliser mangelt es nach wie vor an Fitness und seine Leistung nach dem Rekordwechsel im Sommer war nur ein Schatten dessen, was von ihm erwartet wird. In einer durcheinandergewürfelten Real-Formation wirkte ausgerechnet der Spieler am unsichersten, für den es die Änderungen inder Aufstellung gegeben hatte.

Er hatte wenig Ballkontakte und Bales Schnelligkeit wurde auch vermisst, als es galt, Barcelona in Ballbesitz unter Druck zu setzen. Abgesehen vom Herausholen eines Freistoßes durch einen zu kurz geratenen Pass zu Cristiano Ronaldo und einem dadurch bedingten Foul Adrianos, "gelang" ihm nichts.

Es war erst sein zweiter Startelfeinsatz für Madrid und so sah es auch aus. Es gab keine Automatismen und kein Verständnis in Reals Offensivabteilung und Trainer Carlo Ancelotti wurde für sein Experiment bestraft. Als Karim Benzema für Bale in die Begegnung kam, wurde das Spiel der Gäste deutlich flüssiger und strukturierter.

Es folgte eine Viertelstunde, in der die Haupstädter mehrere gute Angriffe hatten, inklusive eines verweigerten Elfmeters und eines Lattentreffers von Benzema. Obwohl Alexis Sanchez später erhöhte, belohnte der ebenfalls eingewechselte Jese Rodriguez die Mühen Madrids.

Keine Frage, Bale wird sich mit der Zeit steigern. Vor allem, wenn er seine Matchfitness wiederfindet. Im Moment ist er allerdings nur eine ganz, ganz kleine Version des Spielers, der er bei Tottenham im letzten Jahr war. Der Druck auf ihn wird immer weiter zunehmen, soviel ist nach den Anfangsleistungen klar.

Was es für ihn zusätzlich komplizierter macht, ist die Tatsache, dass Neymar ins Rollen kommt und mit Barca die Tabelle anführt. Das Duell der beiden Top-Transfers des Sommers am Samstagabend entschied er klar für sich.

Der brillante Brasilianer und der wackelige Waliser sind mittlerweile in der Primera Division unterwegs, doch sie spielen noch nicht in einer Liga.

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