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Auf dem Platz zeigte Arjen Robben nach der Situation am Samstag, dass er ein absoluter Profi ist – die Unstimmigkeiten mit Pep Guardiola waren dennoch offensichtlich.

KOMMENTAR
Von Fabio Porta

Der FC Bayern München spielte Viktoria Pilsen in der Champions League an die Wand – das 5:0 war selbst in dieser Höhe absolut in Ordnung. Teilweise spielte sich die Elf von Pep Guardiola in einen wahren Rausch, man fühlte sich an ein Trainingsspiel erinnert. Wenn da nicht diese Situation beim Elfmeter gewesen wäre. Noch ist es keine große Sache, schließlich bot Arjen Robben eine starke Vorstellung, den Strafstoß verweigerte er dennoch.

Es war die 25. Minute: Der Niederländer wurde von Roman Hubnik zu Fall gebracht – Elfmeter. Moment mal, da war doch was am Samstag! Gegen Mainz schnappte sich Robben noch den Ball und schlug ihn anschließend sauer weg. Thomas Müller war als Schütze vorgesehen. Robben akzeptierte nur widerwillig und trotzte auf dem Platz. Und gegen Pilsen? An der Seitenlinie forderte Guardiola mehrfach den zuletzt Verschmähten zum Punkt, das gab der Trainer nach der Partie zu.

Franck Ribery stürmte als Erster mit der Kugel zu Robben, gefolgt von den anderen Mitspielern, die ihm zeigen wollten, dass sie vollstes Vertrauen haben. Der Flügelflitzer schüttelte mit dem Kopf – und trotzte erneut. Robben ist eben ein eigensinniger Spieler, in positiver wie auch negativer Hinsicht. Was zum Meinungsumschwung bei Guardiola führte, sei dahingestellt.

Keine Lust auf Erklärungen

Oliver Kahn, langjähriger Bayern-Torhüter, sprach in der Funktion als ZDF-Experte von einem "unnötigen Kasperltheater", welches "psychologisch unklug" sei. Und Robben selbst, sonst recht redselig, huschte danach durch die Mixed Zone, ohne ein Wort zu verlieren.

"Nein, keine Zeit", entgegnete er den Fragen und wusste genau, was auf ihn zugekommen wäre. Der 29-Jährige wirkte angefressen. Man muss aber anerkennen, dass Robben das in keinster Weise auf dem Spielfeld zeigte, war er doch ein ständiger Unruheherd und sorgte für den Dosenöffner.

Die kleine Ego-Aktion, als er mit Bastian Schweinsteiger alleine auf das gegnerische Tor lief und nicht abspielte, sei ihm verziehen, auch wenn sein Mitspieler sichtlich genervt war und sich beschwerte. Nach Schlusspfiff der Partie sah man allerdings, dass dies keine große Sache war – alles gut.

Nicht die richtige Antwort Guardiolas

Zwischen Robben und Guardiola besteht jedoch definitiv Redebedarf. Diese Unstimmigkeiten lassen sich nicht einfach so klären, wie es der Spanier zunächst dachte: "Jetzt darf er mal schießen, das hebt seine Laune wieder" – da machte er seine Rechnung ohne Robben. Der ist eben eigensinnig, wurde in seinem Stolz gekränkt.

Man sollte die beiden Situationen um die Elfmeter nicht überbewerten, nach starken Vorstellungen keine Krise herbeireden. Wenn überhaupt, sind sie ein kleiner Schönheitsfleck in der heilen Welt des Triple-Siegers. Und dennoch: Am Samstag war es Robben, der sich nicht vorbildlich verhielt – nun muss sich Guardiola fragen, ob er die richtige Antwort darauf lieferte.

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