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Er galt als erster Kandidat für die Bank, nun bekommt man ihn dort nicht zu Gesicht: Peps Liebling ist einer der wenigen Bayern-Spieler, die immer zum Einsatz kommen.

ANALYSE

Als Pep Guardiola das Amt des FC Bayern München übernahm, spekulierten Fans und Fachleute schnell über die Spieler, die vermeintlich nicht in das System des spanischen Startrainers passten. Toni Kroos war einer der Akteure, der bei vielen bereits auf der Abschussliste stand. Dies nicht nur wegen seiner langen Verletzung am Ende der erfolgreichen Vorsaison, sondern auch wegen seiner vermeintlichen Schwächen. Und jetzt? 15 Pflichtspiele, 15 Einsätze für Kroos: Dieser antwortete den Zweiflern auf dem Platz - in einer beeindruckenden Art und Weise.
 
Robben, Ribery, Müller, Thiago, Götze, Schweinsteiger, Martinez – Kroos! Seit dem ersten Spiel gehört der Mittelfeldspieler zu den Dauerbrennern beim Rekordmeister und scheint auch trotz der Verletzungen von Thiago, Götze und Martinez nicht nur ein Platzhalter im Mittelfeld zu sein. Guardiola erkannte schnell die Stärken, setzte diese perfekt ein, was auch Kroos sehr entgegenkommt: "Wenn das Spiel so ein bisschen auf das Kurzpassspiel in der Mitte mit anschließender Verlagerung ausgelegt ist, dann kommt auch meine Art Fußball zu spielen nochmal besser zur Geltung“, ließ der 23-Jährige in der Bild verlauten.

Pep zeigt, was Kroos kann

TONI KROOS - IN ZAHLEN
Einsätze
Tore/Vorlagen
Passgenauigkeit (in %)
Flanken (in %)
Zweikämpfe (in %)

*Daten von Bundesliga.de
 15
1/0
90,7
100
58,6



                                                     
Kroos ist nicht besonders schnell, zweikampfstark oder variabel. Auf der Sechser-Position ohne Unterstützung bekommt er Probleme; das sah man nicht zuletzt im Supercup-Finale gegen den FC Chelsea. Ein weiteres Beispiel dafür, wie man ihn nicht richtig einsetzt, ist das EM-Halbfinale 2012 gegen Italien. Kroos sollte Andrea Pirlo ausschalten. Dabei ist es absolut nicht seine Stärke, den Manndecker zu mimen und den Aufbau des Gegners zu zerstören.
 
Vielmehr glänzt er mit anderen herausragenden Fähigkeiten. Im Mittelfeld spinnt er ein Netz zwischen Abwehr und Angriff, verlagert die Partie in sekundenschnelle und verliert so gut wie nie den Überblick oder gar den Ball. Seine Passgenauigkeit liegt in dieser Spielzeit bei beeindruckenden 90 Prozent, seine Flanken fanden allesamt den Weg zum eigenen Mann. Kroos spielt gerne den besonderen Pass, der zentimetergenau auf dem Fuß des Mitspielers landet. Darüber hinaus verfügt er über einen satten Schuss aus der Distanz, der den Bayern als zusätzliche Waffe dient.

Bereits unter Heynckes gesetzt


Auch unter Guardiolas Vorgänger Jupp Heynckes hatte Kroos bis zur Verletzung einen Stammplatz sicher. Vier Monate plagte er sich mit einem Muskelbündelriss herum, um danach richtig durchzustarten: "Ich habe im Urlaub jeden Tag trainiert, habe einen Plan vom Verein mitbekommen und alles akribisch abgearbeitet. Sprints, Ausdauerläufe, Steigerungsläufe", sagte er Anfang Juli in einem Interview mit 11Freunde.

Kroos machte die Vorbereitung voll mit, avancierte zu Peps Musterschüler und schob Sonderschichten. Eine Schlüsselszene ereignete sich während dem Trainingslager in Italien, als Guardiola seine Spieler zu einer Passübung berief, die nur Kroos mit Bravour meisterte. Der Coach fördert und fordert Kroos ungemein. Und genau das scheint ihm zu liegen.

Kroos agiert lieber unauffällig - ohne raffinierte Übersteiger. Gerade solche Spieler sind unheimlich wertvoll. Er sucht nicht das Rampenlicht, ist aber dort zu finden, wo der Gegner besonders anfällig ist. Guardiola hat in der aktuellen Saison einiges ausprobiert, eine Tatsache blieb jedoch: Kroos ist derzeit unantastbar.

EURE MEINUNG: Bleibt Toni Kroos Bayerns Dauerbrenner?

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