thumbnail Hallo,

Nicht nur die spanische Topelf ist furchterregend: Vielmehr ist es auch die hohe Dichte an Starspielern, die der Konkurrenz das Fürchten lehren sollte.

Von Paul Macdonald & Ben Hayward

Spaniens goldene Generation wächst weiter. Die A-Auswahl des amtierenden Welt- und Europameisters hat hochtalentierten Nachwuchs aus den Junioren-Nationalteams erhalten. Die U21, die U19 und die U17 haben allesamt in den vergangenen Jahren den EM-Titel errungen und bewiesen, dass das Reservoir an Talenten in Spanien derzeit schier unerschöpflich ist. Die Qualität von La Roja ist derart hoch, dass man hypothetisch drei Mannschaften zur WM im nächsten Jahr schicken könnte und alle drei wäre ernstzunehmende Anwärter auf den Titel.

Seitdem er sein Amt 2008 von Luis Aragones übernahm, hat Vicente del Bosque 64 verschiedene Spieler eingesetzt. Das reicht gut und gerne für drei Mannschaften. Viele dieser Spieler, wie etwa Weltmeister Joan Capdevila oder Carlos Marchena sind mittlerweile nicht mehr gut genug. Experten und Fans erwarten, dass del Bosque im kommenden Frühjahr den stärksten spanischen Kader aller Zeiten bekannt geben wird. Da dürften einige Hochkaräter durch das Rost fallen.

In Spaniens erster Elf gibt es kaum Überaschungen. Allerdings wäre der in Brasilien geborene Diego Costa (Atletico Madrid) ein Kandidat für das Sturmzentrum. Er hat sich kürzlich entschieden, nicht für die Heimat, sondern für Spanien auflaufen zu wollen. Real Madrids Xabi Alonso gehört eigentlich auch in das Mittelfeld, doch er ist nach einer Verletzung noch in der Reha. Für welche Stammelf sich del Bosque auch entscheidet, es dürfte die beste Nationalmannschaft sein. Und das nach drei erfolgreichen Turnieren 2008, 2010 sowie 2012 in Serie.

Vor der kommenden WM ist die Ausgangslage noch die selbe, daran hat selbst die spanische Pleite gegen Brasilien im Finale des Confederations Cups im Sommer nichts geändert. La Roja bleibt die Elf, die es im Weltfußball zu besiegen gilt.


Große Veränderungen sind vor der Endrunde nicht zu erwarten. Doch für mindestens einen Stürmer bedeutet das nichts gutes. Vor allem, wenn es Costa in den Kader schafft. Beim Confed Cup musste Alvaro Negredo daheim bleiben. Doch nach seinem Wechsel von Sevilla zu Manchester City läuft es blendend für ihn, er traf auch für die Nationalmannschaft beim 2:1 über Weißrussland am vergangenen Freitag. Kein Platz ist derzeit für Roberto Soldado, der sich bei Tottenham Hotspur noch zurecht finden muss, und Fernando Torres. Auch Fernando Llorente ist nach seinem enttäuschenden letzten Jahr in Bilbao und miesem Start bei Juventus aktuell kein Thema.

Von den besten Nationalteams der Welt können es sich wenige leisten, auf großartige Kicker zu verzichten. Die Argentinier kommen beispielsweise im Angriff ohne Carlos Tevez und Juan Riquelme aus. In Brasilien wurde Diego Costa ignoriert, außerdem spielen Ronaldinho und Barcelonas Adriano keine Rolle.

 

Der Unterschied in der Qualität der Kader lässt sich auch daran ablesen, wie schwer es für die Spieler ist, zu Einsätzen zu kommen. In England zum Beispiel feierte der junge Andros Townsend ein überraschendes und viel beachtetes Debüt. Im Vergleich zum Tottenham-Youngster musste dagegen Barcelonas Cristian Tello eine gefühlte Ewigkeit auf seinen ersten Einsatz in der spanischen A-Nationalelf warten, ehe del Bosque ihn im August brachte. Tello hatte da bereits zwei komplette Spielzeiten beim katalonischen Spitzenklub hinter sich. Übrigens findet er sich in keiner unserer drei Teams wieder. Er hat allenfalls Außenseiterchancen, auf den Zug Richtung Brasilien aufzuspringen.

Spaniens zweite Elf wirkt extrem stark. Spieler von Weltklasseformat wie Isco, David Villa, Alonso, Thiago, Santi Cazorla und David Silva sind mit dabei. Im Tor steht Victor Valdes, vor ihm sein Klubkollege Carles Puyol, vorausgesetzt er findet seine Fitness wieder. Viele andere Nationen würden diese spanische "B-Elf" wohl mit Kusshand als ihre Stammformation nehmen.

 

Und auch eine dritte Mannschaft wäre konkurrenzfähig. Es fehlt zwar an Erfahrung in der Defensive, doch es wären mit Jesus Navas, Javi Martinez und Fernando Torres Stars und Weltmeister dabei. Zweifellos wäre bei einer WM mit dieser Auswahl zu rechnen.

Drei Mannschaften also und es wäre noch immer jede Menge Talent nicht berücksichtigt: Kein Soldado, kein Michu, kein Juan Mata oder Iker Muniain, Diego Lopez, David de Gea, Benat, Tello, Llorente... Kein anderes Land kann aktuell aus einem deratigen Fundus an Topkickern schöpfen. Vor allem in der Tiefe ist Spaniens Auswahl nach wie vor nicht einzuholen.

EURE MEINUNG: Wie bewertet Ihr die spanische Edelauswahl? Welche Nationen können es am ehesten mit dem Titelverteidiger aufnehmen?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig