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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Sind sie aufgeblüht oder nur zum Bankdrücker geworden? Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen heute ergeht.

Dario Vidosic
In der Bundesliga: Von 2007 bis 2011

Vereine in Deutschland: 1. FC Nürnberg

Einsätze:
18 (35 in Liga zwei und fünf Tore)

Tore:
0

Erfolge:
Aufstieg 2009
Meinung aus Australien

Dario Vidosic war einer der besten Spieler von Adelaide United in der vergangenen Saison. Seine Leistungen brachten ihn zurück nach Europa, wo er bereits vier Jahre spielte. Er steht in der Schweiz beim FC Sion unter Vertrag, wo er schnell Stammspieler wurde und in bisher sechs Pflichtspielen drei Tore schoss und zwei vorbereitete. - Ian Strachan, Goal Australien

Dario Vidosic entstammt einer kroatischen Familie und ging in jungen Jahren nach Australien. In Queensland angekommen, entsprang er der Talentschmiede des Australian Institute of Sport. Hier werden junge australische Talente in verschiedenen Sportarten unter besten Bedingungen ausgebildet. Für Vidosic bedeutete diese Ausbildung den Sprung nach Europa.

Nachdem er ein Jahr lang dem Profiteam von Brisbane Roar angehörte, wusste er bei einem Probetraining des 1. FC Nürnberg zu überzeugen und wurde kurzer Hand verpflichtet. Doch für den Bundesligaalltag war der Sprung für den jungen Offensivspieler zu groß. Die meisten Einsätze in seinem ersten Jahr absolvierte er in der Oberligamannschaft der Franken, kam jedoch auch auf vier Kurzeinsätze in der deutschen Eliteklasse.

Nach dem Club-Abstieg 2008 durfte er in der Hinrunde von Liga Zwei ran. Allerdings wieder nur im Rahmen von Kurzeinsätzen, weshalb er nach Dänemark verliehen werden sollte. In letzter Sekunde scheiterte die Leihe noch und er blieb im Frankenland. Hier steigerte sich der damalige Jugendnationalspieler und traf am 23. März 2009 gegen Spitzenreiter SC Freiburg erstmals für die Nürnberger in einem Pflichtspiel. In der darauffolgenden Bundesliga-Saison kam er in der Hinrunde immerhin auf neun Einsätze. Anschließend wurde er jedoch immer verliehen oder saß auf der Bank.

Im Sommer 2011 wechselte er zurück in seine Heimat zu Adelaide United. Seit wenigen Wochen steht er in der Schweiz beim FC Sion unter Vertrag.

Sergio Pinto
In der Bundesliga: Von 1999 bis 2004 und von 2006 bis 2013

Vereine in Deutschland: FC Schalke 04, Alemannia Aachen, Hannover 96

Einsätze:
212

Tore:
21

Erfolge:
Vizemeisterschaft 2001 mit Schalke, sowie Pokalsieg 2001 und 2002; Bundesliga-Aufstieg mit Aachen 2006
Meinung aus Spanien

Seitdem sich Sergio Pinto in Levante eingefunden hat, hat er sich auch schnell zurechtgefunden. Er stand in den vergangenen Wochen nahezu immer in der Startelf. Ausnahmen bildeten die Spiele gegen Osasuna, als er nicht zum Zuge kam und gegen Real Madrid, als er erst kurz vor Ende eingewechselt wurde. Noch lässt er ein wenig die Zusammenarbeit mit seinen Teamkollegen vermissen. - Ander Bilbao, Goal Spanien

Sergio da Silva Pinto, so der volle Name des Mittelfeldspielers, ist gebürtiger Portugiese, doch vor dem Teenageralter nach Deutschland gekommen. Nach seinen ersten Schritten in den Jugendmannschaften des portugiesischen Traditionsklubs FC Porto, siedelten seine Eltern mit dem jungen Sergio im Schlepptau nach Haltern am See über. Schnell bekam er Angebote des großen FC Schalke, doch wegen der Sprachprobleme zu Beginn seiner Zeit in der Bundesrepublik, zog er es vor in der Talentschmiede von TuS Haltern zu kicken. Der aktuelle Kapitän der Königsblauen, Benedikt Höwedes, kommt unter anderem aus gleichem Hause.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen von S04, nahm Pinto schließlich ein Angebot des Klubs an und wechselte zusammen mit Christoph Metzelder in die königsblaue Jugend. Pinto durchlief mehrere Jugendteams und schaffte 1999 den Sprung in den Profibereich, kickte jedoch hauptsächlich in der zweiten Mannschaft. Nichtsdestotrotz bejubelte er die tränenreiche Vize-Meisterschaft 2001 und zwei Pokalsiege (2001, 2002).

Im Jahr 2004 zog es ihn zum Zweitligisten Alemannia Aachen, mit denen er in die Bundesliga aufstieg und es bis nach Europa schaffte. Nach dem sofortigen Wiederabstieg 2007 wechselte der Vater zweier Kinder zu Hannover 96. War er zuerst noch durch Unsportlichkeiten, Leistungsschwankungen und zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Roten Karten erheblich in der Kritik, verbesserte er sich in seinem zweiten Jahr zunehmend und wurde zum wahren Führungsspieler. Vor allem Mirko Slomka, seit Januar 2010 bei den Niedersachsen inthronisiert, trug dazu bei. "Es hat viel mit meinem jetzigen Trainer zu tun. Er hat meine Position verändert und zeigt mir, dass er zu 100 Prozent hinter mir steht", sagte Pinto einst über Slomka.

Die Zeit im schönen Hannover kam im Sommer zu einem jähen Ende. Spekulierte Pinto noch auf eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages, musste er sich von 96 verabschieden. Im Anschluss wechselte er zu UD Levante.

Milivoje Novakovic
In der Bundesliga: Von 2008 bis 2012

Vereine in Deutschland: 1. FC Köln

Einsätze:
108

Tore:
44

Erfolge:
Bundesliga-Aufstieg 2008
Meinung aus Japan

Novakovic sollte vor allem lange Pässe verwerten oder schnelle Gegenstöße nutzen, doch er wurde viel mehr als das. Sein Tempo und sein Stellungsspiel waren von Beginn an beeindruckend. Er war mehr als nur ein Knipser. Schnell wurde er zu einem Leader und holte aus seinen Teamkollegen alles heraus. Er ist schon eine Legende in Omiya und würde sehr vermisst werden. - Steve Barme für Goal Asien


Die Heimat liegt Milivoje Novakovic zu Füßen. Ganz Slowenien feiert den Drei-Tore-Mann aus dem Spiel gegen Norwegen. Nun haben die Männer von Srecko Katanec sogar noch die Chance auf die Weltmeisterschaft 2014, doch der Knipser selbst spielt schon lange nicht mehr auf der großen Bühne.

Biss er sich über Österreichs Vereine und Litex Lowetsch bis nach Köln durch, kickt er aktuell "nur" in der japanischen J-League und das, obwohl er in Köln den Status eines Publikumlieblings besaß und auch noch immer besitzt. In seinen ersten Monaten nach seiner Ankunft 2006 tat er sich nicht schwer im FC-Trikot, doch die Fans taten sich schwer mit ihm. Als er die Geißböcke in der Saison 2007/2008 zusammen mit Patrick Helmes in die Bundesliga schoss und mit 20 Treffern Torschützenkönig der 2. Bundesliga wurde, war es auch um den letzten Fan geschehen.

In den Jahren danach trug er stets mit seinen Toren zum Klassenerhalt der Rheinländer bei, war kurzfristig auch Kapitän, musste jedoch nach dem Abstieg 2012 dem gewollten Umbruch weichen. Seine Dienste wurden nicht mehr gebraucht, er nach Japan zu Omiya Ardija ausgeliehen. Zum 1. Januar wird er definitiv nach Köln zurückkehren, eine erneute Ausleihe ist durch sein Vertragsende im Sommer 2014 nicht mehr möglich.

Wird er nicht bei Peter Stöger gebraucht, darf sich vielleicht Pele Wollitz über einen neuen Stürmer freuen. Bei Regionalligist Viktoria Köln ist er ein heißes Thema, was Klub-Boss Franz-Josef Wernze erst gar nicht dementiert. "Träumen darf man. Ich verfolge seinen Weg. Nova hat noch eine Wohnung in Köln und will auch nach Köln zurück", erklärte Wernze der Bild, "er will bis in den Dezember abwarten, was er macht. Das ist klug. Aber es gibt viele Faktoren, die jetzt mitspielen. Einer davon ist der FC und seine Planung."

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