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Hannover 96: Rekord verpasst, weiße Weste beschmutzt

Die "Roten" müssen sich aufgrund einer schwachen zweiten Halbzeit gegen Hertha mit einem Punkt begnügen - entsprechend angefressen war man bei den 96ern.

Hannover. Kurz, nachdem Leon Andreasen kopfschüttelnd in der Kabine verschwand, war aus dem Umkleideraum von Hannover 96 ein lautes Scheppern zu vernehmen. Welcher Gegenstand auch immer unliebsame Bekanntschaft mit dem Fuß des Dänen machen musste, er dürfte diese Begegnung nicht unversehrt überstanden haben. Die Frust war groß - die "Roten" kamen gegen Hertha BSC nicht über ein 1:1 hinaus und mussten erstmals in dieser Bundesliga-Saison vor heimischem Publikum Punkte abgeben.

Das hatte man sich ganz anders vorgestellt, wie Innenverteidiger Christian Schulz betonte, der durchaus damit gerechnet hatte, "dass wir mit einem Dreier rausgehen". Durch das Remis gegen die Hauptstädter ist nicht nur die weiße Heim-Weste beschmutzt, 96 hat auch noch einen neuen Rekord verpasst: Die volle Punktausbeute gegen die Hauptstädter wäre gleichbedeutend mit dem fünften Sieg im fünften Heimspiel gewesen, noch nie ist 96 besser in eine Saison gestartet.

Schulz der Mann der ersten Halbzeit

Daraus aber wurde nichts. Dabei lief trotz eines holprigen Starts zunächst alles nach Plan, Schulz sorgte nach 23 Minuten für die 96-Führung. Der 30-Jährige war in der Vorsaison noch eine feste Stütze in Hannovers Abwehr und stand gegen Hertha nur deshalb in der Startelf, weil Salif Sane grippegeschwächt fehlte - umso größer war die Freude über seinen Treffer.

Ein wenig bedanken darf sich Schulz bei Hajime Hosogai, der den Ball nicht aus dem Gefahrenraum köpfen konnte und so die Chance für den Abwehrmann eröffnete: "Der Abpraller ist genau vor meinen Füßen gelandet - ein bisschen Glück muss man eben im Sport haben", konstatierte der Torschütze, der mit einem satten Linksschuss vollendete.

In der Folge hatten die Hausherren das wenig ansehnliche Spiel besser im Griff, Sekunden vor dem Pausenpfiff gab es dann allerdings einen Schock-Moment: Didier Ya Konan war ohne gegnerische Einwirkung umgeknickt und verletzte sich am linken Sprunggelenk vermutlich schwerer. Der Ivorer wurde anschließend sofort ins Krankenhaus gebracht. Edgar Prib hatte die Situation aus nächster Nähe mitbekommen und zeigte sich getroffen: "So eine Aktion ist nicht schön anzusehen. Wir versuchen jetzt, ihn ein bisschen zu trösten."

Ronnys Hammer schockt Hannover

Ohne Didier Ya Konan kam Hannover nach dem Seitenwechsel überhaupt nicht mehr in Tritt. Fortan spielte nur noch Hertha und drängte auf den Ausgleich, vergab zunächst beste Chancen durch Änis Ben-Hatira und Adrian Ramos, ehe der Auftritt von Ronny kam: Gerade erst eingewechselt hämmerte der Brasilianer mit seiner ersten Ballberührung einen Freistoß aus 20 Metern ins Gehäuse der Niedersachsen.

"Dass wir so ein Gegentor bekommen, ist bitter. Wir haben zwei Punkte verloren", zeigte sich 96-Angreifer Artur Sobiech enttäuscht. Den verpassten Sieg haben sich die Hannoveraner allerdings selbst zuzuschreiben. Das weiß auch Prib: "Wir haben zu wenig gemacht, speziell in der zweiten Halbzeit." In der Schlussminute hätte Sobiech trotz allem sogar noch für den Siegtreffer sorgen können, der Pole scheiterte aus kurzer Distanz aber an Hertha-Keeper Thomas Kraft. Es wäre ein versöhnlicher Abschluss einer extrem schwachen Vorstellung in den zweiten 45 Minuten gewesen.

Platz vier wohl futsch

So aber muss sich Hannover mit einem Punkt begnügen. Für Christian Schulz ist "das Ergebnis gerechtfertigt", 96 hätte sich aber selbst bei einer Niederlage nicht beschweren dürfen. Der vierte Platz dürfte nun erst einmal verloren sein, gleich vier Teams können das Team von Mirko Slomka am Wochenende überholen. Zu allem Überfluss geht es nach der Länderspielpause zum Gastspiel bei Borussia Dortmund - beim Vize-Meister wird eine gehörige Leistungssteigerung nötig sein, will man auch auswärts mal etwas Zählbares mitnehmen.

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