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"Piszczek junior" und der Debütant: Borussia Dortmund kann es hinten links wie rechts

Zwei Nationalspieler fehlen dem BVB in der Viererkette. Doch ein neu positionierter Offensivmann und ein Königsklassen-Debütant fangen die Verluste ohne Probleme auf.

Aus Dortmund berichtet Daniel Buse

Dortmund. Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek sind bei Borussia Dortmund eigentlich feste Größen. Die beiden Außenverteidiger gehörten zum Stamm der Mannschaft, die in der Liga zwei Mal in Folge die Meisterschaft holte, sich einmal den DFB-Pokal sicherte und in der vergangenen Saison bis ins Finale der Champions League kam. Entsprechend schwer müsste also der Ausfall des Duos wiegen, das aus Verletzungsgründen aktuell den Borussen nicht helfen kann. Eigentlich – denn mit Erik Durm und Kevin Großkreutz haben die Schwarz-Gelben inzwischen überraschend guten Ersatz gefunden.

Viel Aufregung bei der Premiere

Dass es mit Durm auf der linken Seite und Großkreutz auf rechts nur einen geringen Qualitätsabfall im Vergleich zu den Stammspielern gibt, zeigten die Beiden am Dienstag beim 3:0 in der Königsklasse gegen Olympique Marseille. Erik Durm feierte sein Debüt in der Champions League und erlebte einen aufregenden Abend. Erst hatte er Glück, dass der Schiedsrichter bei einem leichten Rempler in der siebten Minute im BVB-Strafraum weiterspielen ließ – und nicht auf Elfmeter und Rot für den Linksverteidiger entschied. "Ich habe ihn ein bisschen geschoben, aber ich denke, es war noch legal. Der Schiri hat zum Glück nicht gepfiffen", freute sich Durm hinterher in der Mixed Zone, dass es für ihn weiterging.

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"Gleich ein Assist"

So konnte der 21-Jährige kurz darauf das 1:0 für Robert Lewandowski auflegen, weil er bei einem Konter mit vielen anderen Borussen schnell umschaltete und bis zum OM-Strafraum mitging. "Im ersten Spiel gleich ein Assist, das ist sehr schön", war Durm mit seiner persönlichen Bilanz zufrieden. Und beinahe wäre ihm in der zweiten Halbzeit sogar noch ein Treffer gelungen, doch Marseilles Keeper Steve Mandanda wehrte den Schuss mit dem Fuß ab.

Seit Saisonstart Stammplatz

Während Durm vor allem im Spiel nach vorne seine Szenen hatte und man bei wenigen Aktionen in der Abwehr noch seine Unerfahrenheit sehen konnte, machte Kevin Großkreutz die rechte Seite vor allem defensiv mit viel Einsatz zu. Im Sommer noch galt der Ex-Bremer Sokratis als Ersatz Nummer eins für den Langzeitverletzten Lukasz Piszczek, doch zu Saisonbeginn setzte sich Großkreutz im Rennen um den Platz hinten rechts durch – und hat bislang das Vertrauen von Trainer Jürgen Klopp mehr als gerechtfertigt.

"Er ist eine Maschine"

"Er ist unglaublich. Egal, wo du ihn aufstellst, bringt er seine Leistung. Er ist eine Maschine", war Borussias Nuri Sahin voll des Lobes für den Aushilfs-Rechtsverteidiger. "Ich weiß nicht, was er mit seinem Körper zuhause macht, aber der kann immer laufen. Piszczek junior", lachte Sahin nach dem Schlusspfiff. Und Kevin Großkreutz macht nicht nur in der Abwehr seinen Job richtig gut – auch nach vorne geht beim gelernten Mittefeldspieler natürlich auch etwas.

Raum auf rechts?

Am Samstag wird es Großkreutz beim Auswärtsspiel in Gladbach auf seiner Seite vor allem mit Juan Arango zu tun bekommen, der normalerweise eine der entscheidenden Figuren im Offensivspiel der Fohlen ist. In dieser Saison probiert es Arango wie immer mit vielen Torschüssen – 18 Mal hat er es bereits an sieben Spieltagen versucht. Wenn der Venezolaner in die Mitte zieht, um zum Abschluss zu kommen, würde das die Seite für Großkreutz öffnen. Und der hat bislang mit 14 mehr Torschussvorlagen geliefert als die Gladbacher Arango, Raffael oder Patrick Herrmann.

"Gute Entwicklung durchgemacht"

Dazu kommen noch 15 Flanken von Großkreutz, die den Eindruck untermauern, dass der Ur-Dortmunder in der Liga und der Champions League bislang richtig gut unterwegs ist. "Auf der Rechtsverteidigerposition hat er sich noch mal wirklich spielerisch entwickelt. Er hat eine gute Entwicklung seit Saisonbeginn durchgemacht", fand auch Nuri Sahin den Aufstieg seines Teamkollegen bemerkenswert. Mit Erik Durm und Kevin Großkreutz wird der BVB auch am Samstag wieder auflaufen – und die schwarz-gelben Fans können davon ausgehen, dass das Duo auch bei der anderen Borussia seinen Job gut machen wird.

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