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Nach einem Traumstart mit fünf Siegen aus fünf Spielen hat Borussia Dortmund beim 1. FC Nürnberg erstmals Punkte gelassen. Einen gehörigen Anteil daran hatte die Rotation.

Nürnberg. Ein bisschen länger hätten sie dieses Zwei-Punkte-Polster auf den FC Bayern wohl schon noch verteidigt, doch nach der Champions-League-Pleite am Mittwoch folgte auch beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg Ernüchterung. Borussia Dortmund bleibt zwar weiter Tabellenführer, hat aber erstmals Punkte liegen lassen. Einen gehörigen Teil dazu dürften auch personelle und taktische Rotation beigetragen haben, auch wenn das die Verantwortlichen nicht so richtig durchklingen lassen wollten.

Neue Taktik mit neuem Personal

"Wir sind mit dem Punkt hier nicht unglücklich", stellte Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz fest und wirkte damit jeglichem Kritikansatz entgegen. Mit Robert Lewandowski, Henrik Mkhitaryan und Nuri Sahin hatte der Coach gleich drei Stammkräfte auf der Bank gelassen. Zudem stellte Klopp auf ein 4-3-3 mit einer starken Zentrale um, um mehr Druck zu erzeugen. Der gewünschte Erfolg blieb aus, mit einem Remis blieben die Schwarz-Gelben im Grundig-Stadion unter ihren Möglichkeiten.

"Dass wir auch in einem 4-3-3 besser Fußball spielen können, als wir das getanhaben, weiß ich", gestand Klopp ein, relativierte aber sogleich: "Wir haben heute umgestellt, obwohl wir Verletzte haben. Da haben natürlich ein paar Jungs gefehlt - aber wir haben das gemacht, um Frische ins Spiel zu bringen. Das ist durchaus gelungen." Besonders dürfte der Meistertrainer dabei auf Erik Durm und Marvin Duksch angespielt haben, die über die vollen 90 Minuten auf dem Feld blieben. Durm verteidigte erst rechts und anschließend links hinten, Duksch stürmte zu Beginn in vorderster Front, später gemeinsam mit Lewandowski. Beide machten ihre Sache solide, ohne groß zu glänzen. Ein gewisser Leistungsabfall zu den Etablierten war freilich nicht zu verkennen.


"Englische Wochen sind Alltag, die müssen wir als Profis abkönnen"
- Marco Reus nach dem Remis in Nürnberg

Nuri Sahin, der selbst Opfer des Rotationsprinzips geworden war, verteidigte die Maßnahmen ebenfalls und suchte die Gründe für den Punktverlust auf anderen Gebieten: "Es wäre zu einfach, sich hinter der Systemfrage oder den Wechseln zu verstecken. Es lag überhaupt nicht an den Änderungen, wir waren schlichtweg nicht konsequent genug und haben Fehler gemacht, die bestraft wurden", so der türkische Nationalspieler.

Letzte Konsequenz fehlt

Fehler wie beim 1:1-Ausgleichstreffer, der zwar nicht regulär, dafür umso ärgerlicher für den BVB war. Nach einem Freistoß von Plattenhardt wuchtete Nilsson ins Tor und erlöste das noch immer sieglose Heimteam aus Nürnberg. "Wir stellen uns einfach wieder dumm an. Das waren zwei verlorene Punkte, weil Nürnberg das ganze Spiel über nichts gemacht hat", sagte Marco Reus, der zur Halbzeit verletzungsbedingt raus musste, auf Nachfrage von Goal. Man fühlte sich verdächtig an das Vorjahr erinnert, als Nürnberg ebenfalls eine hohe Hürde für die Klopp-Elf darstellte. "Wir haben letztes Jahr hier schon zwei Punkte liegenlassen. So etwas darf uns nicht passieren", so der Nationalspieler weiter.

Hinter den englischen Wochen möchte sich in Dortmund niemand mehr verstecken. Schon alleine, weil man weiß, dass dies den kompletten Herbst den Standard darstellen wird. "Das ist nun die dritte Saison, in der wir nebenbei Champions League spielen. Wir haben uns daran gewöhnt, dass es immer hin und her geht. Das darf kein Problem mehr sein", stellte Torschütze Marcel Schmelzer klar. Teamkollege Reus ergänzte beipflichtend: "Die englischen Wochen sind Alltag, das müssen wir als Profis abkönnen."

Bangen vor dem Pokal

Doch die Sorgen des Vizemeisters werden nicht geringer. Nachdem zuletzt bereits Jakub Blaszczykowski und Mats Hummels ausgefallen sind, erwischte es beim Remis in Nürnberg nun auch Marco Reus und Marcel Schmelzer. "Marcel hat eine Verhärtung im Oberschenkel, Marco hat einen Pferdekusse. Bei beiden wird es eng für das Pokalspiel bei 1860 am Dienstag", erklärte Klopp im Anschluss an die Partie. Auch Reus, der nach dem Spiel konsterniert wirkte, konnte noch keine Aussage zum Dienstag treffen. 1860 München sei „weit weg“, der Nationalspieler verschwende bislang noch kaum einen Gedanken an den Pokal. Das Remis in Nürnberg hatte dem Spitzenreiter durchaus zu schaffen gemacht.

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