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Ein Spiel mit Tinnitus-Garantie: Der Schiedsrichter wurde in Hannover zum Mann des Tages - im negativen Sinne. Fehlentscheidungen prägten eine hitzige Partie.

Hannover. Die Ohren hatten beim 2:1-Sieg von Hannover 96 gegen den FC Augsburg Einiges auszuhalten. Der Auftritt eines Flitzers, der die volle Wucht der Pfeifkünste des Publikums zu spüren bekam, war der Auftakt zu einer Partie, die auf Grund der oft fragwürdigen Entscheidungen des Unparteiischen Christian Dingert beinahe durchweg von gellenden Pfiffen untermalt wurde.

Tatort Hannover

Der Unmut seitens der Fans war dabei durchaus berechtigt: Über die vollen 90 Minuten traf Dingert nach Zweikämpfen immer wieder merkwürdige Entscheidungen, "krönte" seine Vorstellung dann mit einer konfusen Linie bei Handspielen.

Tatort 96-Strafraum: Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit wird Innenverteidiger Salif Sane mit dem Rücken zum Gegenspieler angeschossen und berührt wohl unabsichtlich den Ball mit der Hand. Dingert legte die Situation sehr streng aus und zeigte ohne Umschweife auf den Punkt. Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh nutzte dies zum 1:0.

Tatort FCA-Strafraum: Nur wenige Minuten später lenkte Didier Ya Konan die Kugel an den Arm von Augsburgs Abwehrspieler Ragnar Klavan. Dieses Mal blieb der Pfiff aber aus. Eine Entscheidung, die das Publikum und auch Hannovers Spieler in Rage versetzte.

Stindl will "nicht von Fehlentscheidungen sprechen"

"Wenn er konsequent gewesen wäre, hätte er einen weiteren Elfmeter geben müssen", monierte 96-Präsident Martin Kind anschließend. Die gleiche Meinung vertrat auch Kapitän Lars Stindl, der direkt nach der Situation voller Wut zu Dingert stürmte und diesen anschnauzte.

"Da habe ich etwas lautstark reklamiert, das darf so in dem Ton natürlich nicht passieren", entschuldigte sich der 25-Jährige nach dem Spiel und betonte: "Von Fehlentscheidungen will ich nicht sprechen."

Dingerts "Geschenk" sorgt für Hannovers Sieg

Denn zum Glück für Hannover gibt es auch andere Gesprächsthemen, beispielsweise die wütende 96-Offensive als Reaktion auf die Benachteiligung durch den Schiedsrichter. "Wir haben nach dem Rückstand nicht aufgegeben und weiter nach vorne gespielt", erklärte Stindl weiter.

Belohnt wurde dieses Engagement durch den Ausgleich von Artur Sobiech, ein - wie sollte es anders sein - Tor der ungewöhnlichen Sorte an diesem chaotischen Samstagnachmittag. "Der Torhüter ist mit einem Verteidiger zusammengeprallt", beschrieb der polnische Angreifer die Situation. Die anschließende Verwirrung bei den Gästen nutzte Sobiech und schob zum 1:1 ein. "Manchmal brauch ein Stürmer ein bisschen Glück", kommentierte der 23-Jährige grinsend.



Noch mehr Glück hatten die Hausherren dann kurz vor Schluss, als Christian Dingert ein Handspiel von Matthias Ostrzolek abpfiff und auf Elfmeter für 96 entschied. Dieses "Geschenk", so Verteidiger Marcelo, ließ sich Szabolcs Huszti nicht entgehen, versenkte sicher zum 2:1-Siegtreffer für Hannover und verwandelte das Pfeifkonzert der Fans in einen Jubelsturm. Nur zu gern tanzte der Ungar da nach dem Spielende den "96-Walzer".

Kind: Hannover "fährt nicht nach München, um zu verlieren"

Es war der Schlusspunkt unter eine verrückte Partie, die Hannover trotz aller Schwierigkeiten für sich entschied und damit den vierten Sieg im vierten Heimspiel der Saison einfuhr. Balsam für die Seele vor dem anstehenden Pokal-Gipfel gegen Bayern München.

"Dieser Sieg gibt uns Selbstvertrauen für das Spiel gegen Bayern", weiß Marcelo. Präsident Martin Kind rechnet sich gegen den deutschen Rekordmeister gar mehr aus, als den Niedersachsen vor einer Woche beim Gastspiel in München gelang (0:2): "Wir fahren nicht nach München, um zu verlieren."

Kapitän Lars Stindl ist sich bewusst, dass Hannover dazu "über sich hinauswachsen muss" und "einen guten Tag" brauche. Nichtsdestotrotz macht der Sieg gegen Augsburg Hoffnung, denn die Niedersachsen bewiesen vor allem Moral und ließen sich auch von Fehlentscheidungen nicht um ihren Siegeswillen bringen. Eine Einstellung, die man benötigt, um gegen den FC Bayern München zu bestehen.

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