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Der Präsident von Real Madrid hat in diesem Sommer für Aufsehen gesorgt - ein Scheitern kann er sich nicht leisten. Für die Königlichen zählt deshalb einzig "La Decima".

KOMMENTAR
Von Ben Hayward

Florentino Perez ist unter Druck. Der Präsident von Real Madrid strahlte über das ganze Gesicht, als er am Sonntag neben Cristiano Ronaldo stand und bekannt gab, dass dieser seinen Vertrag bei den Königlichen um fünf weitere Jahre verlängern wird. Aber nach einem Sommer mit Weltrekordtransfer und umstrittenem Abschied von Mesut Özil, muss das Projekt "Perez" endlich Erfolge vorweisen.

Der Masterplan sieht ein übergeordnetes Ziel vor: La Decima - den zehnten Triumph der Champions League beziehungsweise des Europapokal der Landesmeister. Als der Bauunternehmer 2009 das Präsidentenamt in Madrid übernahm, versprach er ein "spektakuläres Team", das im Weltfußball für Furore sorgen werde.

Und er habe, so sagte er damals, von früheren Fehlern gelernt. Seine zweite Amtszeit, versicherte er, werde anders verlaufen. Die erste Periode bei Real sollten ganz im Zeichen eines atemberaubenden Fußballs stehen. Das Team der Galaktischen endete aber in einem enttäuschenden Ergebnis.

Die Ära von Zidane, Beckham und Co.

Die enormen Investitionen in Spieler wie Zinedine Zidane (75 Millionen Euro), Luis Figo (60 Millionen Euro), Ronaldo (46 Millionen Euro) und David Beckham (35 Millionen Euro) brachten allerdings nicht die erhofften Erfolge. Während sechs Saisonen in Madrid konnte der Klub lediglich sieben Pokale sammeln: zwei Mal die spanische Meisterschaft, zwei Erfolge in der Copas del Rey, zwei spanische Supercopas und die Champions-League, zum neunten Mal in der Vereinsgeschichte.

KOMMEN & GEHEN IN MADRID IN DIESEM SOMMER
SPIELER, DIE GEKOMMEN SIND
Gareth Bale Tottenham €100m
Asier Illarramendi Real Sociedad
€38m
Isco Malaga  €30m
 Dani Carvajal Leverkusen €6.5m
Casemiro Sao Paulo
€6m
SPIELER, DIE GEHEN MUSSTEN
 Mesut Özil  Arsenal  €45m
Gonzalo Higuain  Napoli €37m
Raul Albiol  Napoli €12m
Jose Callejon  Napoli €10m
Pedro Leon  Getafe €6m
Ricardo Carvalho  Monaco ablösefrei
Kaka  AC Milan
ablösefrei
Antonio Adan  - freigegeben
Abgesehen von einem Supecopa-Triumph wurden all die Erfolge mit einem Trainer erreicht: Vicente del Bosque. Der Vertrag mit dem Real-Coach wurde allerdings nicht verlängert, nachdem sich Perez dagegen entschied. Claude Makelele und Fernando Hierro verließen den Klub ebenfalls, Ersatz fanden die Königlichen nicht. Danach entwickelten sich die Dinge schnell zum Negativen, sehr schnell!

Florentino verließ Real Madrid schließlich im Jahr 2006. Sein Nachfolger war Ramon Calderon, doch die großen Erfolge kehrten nicht zurück und so feierte Perez im Juni 2009 sein Comeback, seine zweite Amtszeit bei den Königlichen begann.

Von den Fans und den Medien wurde seine Rückkehr gefeiert. Die Vergangenheit schien vergessen zu sein, zu groß war der Optimismus bei der Rückkehr von Perez.

Im Schatten des FC Barcelona

Mit Neuverpflichtungen machte Perez sofort auf sich aufmerksam. Kaka wurde für 65 Millionen Euro vom AC Mailand verpflichtet, während Cristiano Ronaldo für 94 Millionen Euro von Manchester United geholt wurde. Xabi Alonso (35.4 Millionen Euro), Karim Benzema (35 Millionen Euro) und viele weitere Stars wurden ebenfalls in die Hauptstadt gelockt.

Unter Coach Manuel Pellegrini absolvierte Real Madrid die beste Spielzeit der Vereinsgeschichte, die mit 96 Punkten beendet wurde. Doch diese Leistung war nur gut genug für den zweiten Platz - die Meisterschaft ging nach Barcelona. Eine Demütigung in der Copa del Rey, der Blamage gegen das Segunda B-Team Alcorcon, und das Aus in der Runde der letzten 16 Mannschaften der Champions League gegen Olympique Lyon bedeuteten schließlich die Entlassung von Pellegrini.

Florentino holte Jose Mourinho nach Madrid und mit dem Portugiesen fand Real immerhin wieder zurück in die Erfolgsspur. Drei Halbfinal-Teilnahmen in Folge in der Champions League waren ein gutes Zeichen, auch wenn der ganz große Wurfe ausblieb. Dennoch bewegte sich der Klub auch weiterhin im Schatten des FC Barcelona und La Decima konnte nicht geholt werden.

Millionenschwere Investitionen für La Decima

Perez bleibt weiterhin im Rampenlicht. Mit Carlo Ancelotti hat der Präsident den Wunschtrainer bekommen. Auf dem Platz sorgen die millionenschweren Neuzugänge Isco (30 Millionen Euro), Asier Illarramendi (38 Millionen Euro) und eben Gareth Bale für Aufsehen. Sie sind dafür zuständig, den Erfolg zurück nach Madrid zu bringen.

Der Waliser wechselte für die Rekordablösesumme von 100 Millionen Euro von den Tottenham Hotspur zu Real. Dieser Transfer sorgte in ganz Europa für Aufsehen und nicht wenige Fans sind damit alles andere als einverstanden, gerade auch, weil der Abschied von Mesut Özil zum FC Arsenal damit einherging.

Eine der ersten Aufgaben von Bale bestand darin, das Champions-League-Trikot für diese Saison in gutes Licht zu rücken. Für Perez bleibt der Trikotabsatz auch weiterhin ein wichtiger Aspekt. Dazu passt auch die Vertragsverlängerung mit Cristiano Ronaldo. Aus sportlicher Sicht eine wichtige Unterschrift für Real Madrid, um endlich wieder im europäischen Wettbewerb zu altem Glanz zurückzufinden.

La Decima ist längst das Schlüsselwort für Perez, denn mit dem zehnten Triumph in der Champions League wäre der richtige Weg eingeschlagen...

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