thumbnail Hallo,

Frust über das Transfer-Gebaren der Spurs um Gareth Bale: Wie Özils 50-Millionen-Deal klammheimlich ausgehandelt wurde.

EXKLUSIV
Von Wayne Veysey | Chef-Korrespondent

Mit einer der knappsten Deadline-Verpflichtungen in der Geschichte hat sich Arsenal für gut 50 Millionen Euro die Dienste von Mesut Özil gesichert.

Spurs-Frust: Özil schon letzte Woche in London

Goal enthüllt, wie die Gunners  den Deal mit dem brillianten Deutschen heimlich, still und leise über die Bühne brachten! Bereits vergangene Woche konnte Özil das Trainigsgelände in London-Colney besuchen und den ersten Teil des Medizin-Checks absolvieren sowie erste Medienaufnahmen machen. Das alles auch mit dem Ziel, den Erzivalen Tottenham nichts von seiner potenziellen Ankunft im Emirates Stadium mitkriegen zu lassen.

Frustriert darüber, dass die Spurs den Wechsel von Gareth Bale in die Länge zogen, begann Madrid im Geheimen die Verhandlungen mit Arsenal, die bekanntermaßen damit endeten, dass Özil fast unmittelbar nach seine Ausbootung im Santiago Bernabeu wechseln konnte.

Die Bosse der Blancos sollen sich mit ihren Kollegen aus Nordlondon außerdem darüber geeinigt haben, dass Özil sich nicht nur mit seiner neuen Umgebung vertraut machen durfte, sondern auch, dass er am Sonntag schon nicht mehr im Ligaspiel gegen Atlethic antreten würde, das Real 3:1 gewann.

Alle warten auf Bale

Madrid konnte Özils Wechsel nach England nicht freigeben, solange der 100-Millionen-Rekord-Deal von Gareth Bale nicht eingetütet war - was am Sonntagabend endlich geschah. Allerdings waren die Spanier alles andere als angetan darüber, dass Tottenham die letzte Phase des Transfers unnötig in die Länge zog.

So soll Spurs-Boss Daniel Levy die Ende der letzten Woche stündlich eingehenden Anrufe von Bales Beratern, Jonathan Barnett und David Manasseh, ganz einfach ignoriert haben. Eine indirekte Folge: Arsenal musste so wiederum im London-Derby am Sonntag noch auf Özil verzichten, das man mit 1:0 gewann.

Nachdem die Gunners eine Anzahl von möglichen Transferzielen wie Luis Suarez, Gonzalo Higuain oder Marouane Fellaini aus den Augen verloren hatten und sie Anfang August von Bales Abgang nach Madrid erfuhren, hatte man die Aufmerksamkeit auf die Elite-Reihen der Blancos gerichtet.

Wenger reagiert auf Auftakt-Pleite

Arsene Wenger reagierte auf die desaströse 1:3-Pleite zum Premier-League-Auftakt gegen Aston Villa mit dem Werben um Özil und Angel Di Maria, fragte auch wegen Karim Benzema nach, obwohl Letzterer schon lange als kaum verkäuflich galt. Real zeigte sich bei den beiden anderen gesprächsbereit, mit der Absicht, mit einem Abgang auch die immensen Kosten des Bale-Deals zu reduzieren.

Arsenal bot rund 30 Millionen Euro für Di Maria und stellte eine formale Anfrage für Özil, der auf seine Auswechslung gegen Granada sichtlich verstimmt reagierte und sich nach Abpfiff direkt in den Mannschaftsbus begab. Besorgt um seine Einsatzzeiten - vor allem mit Blick auf die anstehende WM 2014 - und angetan von der Idee, bei Arsenal eine Schlüsselrolle auszufüllen, ließ sich der deutsche Nationalspieler nach Gesprächen mit Wenger zu einem Umzug nach London überzeugen.



Unbemerkt von den Medien weltweit und auch von Tottenham kamen die Gespräche mit Madrid soweit voran, dass Özil vergangene Woche nach London flog, um Arsenals Trainingscenter Colney zu besuchen und den ersten von zwei Medizin-Checks zu absolvieren. Gleichzeitig wurden erste Aufnahmen im Arsenal-Trikot gemacht.


Goal konnte deshalb am Sonntag bereits vermelden, dass Arsenal in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem spanischen Hauptstadtverein steht. Nachdem eine Summe geboten wurde, die in etwa das dreifache des bisherigen Transferrekordes Arsenals beträgt, stiegen die 'Gunners' fomell in die Verhandlungen mit den Vertretern des Spielers ein.

Medizin-Check in München

Eigentlich sollte Özil am Montag nach London fliegen, um dort auch den zweiten Medizin-Check zu absolvieren. Weil er aber wegen den Aufnahmen eines WM-Fernsehspots mit der deutschen Nationalmannschaft in München gebunden war, unternahm Bayern Münchens Team-Arzt Dr. Müller-Wohlfahrt diese letzte Untersuchung.

Montagnachmittag dann wurde der Fünf-Jahres-Vertrag ausgehandelt, der Özil 150000 Euro pro Woche garantiert und ihm zum bestbezahlten Spieler Arsenals macht. Danach blieben nur noch wenige Formalitäten, bevor die Londoner ihren Königstransfer vemelden konnten, auf den der Anhang schon den ganzen Sommer gewartet hat.

Folgt Wayne Veysey auf

Dazugehörig