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Drei Heimspiele, drei Siege - 96 ist zu Hause auch in dieser Saison eine Macht. Auch Mainz fährt mit leeren Händen nach Hause, Hannover steht nun auf einem Champions-League-Platz.

Hannover. Es gibt schlechtere Zwischenbilanzen. Hannover 96 hat durch den 4:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 in der Bundesliga den besten Saisonstart aller Zeiten hingelegt. Neun Punkte aus den ersten vier Spielen sind gleichbedeutend mit Rang drei.

Dabei ist es vermutlich kein Zufall, dass diese neun Punkte allesamt im eigenen Stadion geholt wurden und man die bisher einzige schwache Vorstellung in der Fremde ablieferte. Heimstärke und Auswärtsschwäche, das hat bei 96 fast schon Tradition und scheint auch in dieser Saison Gültigkeit zu besitzen. Für Teams, die in Hannover zu Gast sind, ist das eine schlechte Nachricht - nach dem VfL Wolfsburg und dem FC Schalke 04 mussten am Samstag nun auch die Mainzer dran glauben.

Mal wieder Müller

Dabei lief es zunächst alles andere als gut für das Team von Mirko Slomka, schon früh liefen die Niedersachsen einem Rückstand hinterher. In der 12. Minute spielte Innenverteidiger Marcelo am eigenen Strafraum einen Pass in die Füße von Christoph Moritz, der Ball landete schließlich bei Nicolai Müller, der seine außergewöhnliche Form bestätigte und zum 0:1 einschob.

Auch in der Folge ging bei Hannover vorerst nicht viel. "Zu Anfang hatten wir ein Schwierigkeiten", erkannte Leonardo Bittencourt, der nach der Halbzeitpause für Andre Hoffmann eingewechselt wurde. In den ersten 25 Minuten fand 96 kein Rezept gegen den FSV, der ohne Punktverlust in Hannover angereist war: "Mainz kam mit den Rückenwind von neun Punkten hierher und hat das sehr, sehr gut gespielt. Spielerisch sind die sehr stark ."

"Ein bisschen verzweifelt"

So dauerte es, bis die Slomka-Elf in Tritt fand. "Nach dem Gegentor sind wir ein bisschen verzweifelt", pflichtete Leon Andreasen seinem Mitspieler bei. "Die sind unangenehm zu spielen und stellen viel um - mal haben die mit der Raute gespielt, dann mit der flachen Vier, dann wieder mit Raute." Nach einer knappen halben Stunde aber fanden die "Roten" besser ins Spiel, weil "wir im Mittelfeld die nötigen Zweikämpfe gewonnen haben", erklärte Andreasen.

In der 31. Minute brachte schließlich eine Ecke die endgültige Wende: Edgar Pribs Hereingabe konnte FSV-Keeper Heinz Müller nicht abwehren, Mame Dioufs anschließenden Kopfball klärte Johannes Geis erst hinter der Linie. Schiedsrichter Guido Winkmann entschied richtigerweise auf Tor. Kurze Zeit später ließ Lars Stindl fast die gesamte Mainzer Abwehr stehen und flankte den Ball auf den Kopf von Artur Sobiech - der Pole nickte zur 96-Führung ein.

Nach der Pause wartete "viel Arbeit" auf die Hausherren, wie Andreasen befand. Mainz wollte den Ausgleich, Hannovers Defensive hielt aber weitgehend dicht - hatte in der 66. Minute aber Glück, dass der Unparteiische nicht auf Elfmeter entschied, als Marcelo den Ball im Strafraum an die Hand bekam.

Statt Elfmeter für Mainz gab es zehn Minuten vor Schluss das 3:1 für die Gastgeber zu bestaunen: Diouf eroberte den Ball im Mittelfeld und leitete so einen der berüchtigten überfallartigen 96-Konter ein, an dessen Ende Joker Didier Ya Konan nach Vorlage von Leo Bittencourt sehenswert einnetzte.

Bittencourts Genugtuung

Für den Assistgeber war es eine besondere Genugtuung: "Die ersten beiden Spiele liefen für mich ja nicht so gut. Ich habe im Training aber immer Gas gegeben und den Kopf nicht hängen lassen", so Bittencourt. "Ich war dann in dieser Woche sehr gut drauf und natürlich auch ein bisschen traurig, dass ich nicht in der Startelf stand." Slomka entschied sich für Andre Hoffmann und gegen Bittencourt, um "die Mitte noch kompakter zu machen, da wir wussten, dass Mainz im Mittelfeld sehr stark und flexibel ist", erläuterte der aus Dortmund gekommene Youngster.

Nach der Pause aber wurde Stindl in die Zentrale beordert, Bittencourt durfte das Feld betreten und die rechte Seite bearbeiten. "Wenn man die ersten beiden Spiele nicht so gut spielt und erst einmal raus ist, ist man natürlich ein bisschen down." Umso erfreulicher waren die Einwechslung und der Assist für den 19-Jährigen, der sich gefreut hatte, "als wenn ich ihn selbst reingemacht hätte".

Ob Vorlagengeber, Torschütze oder Abräumer - Eines scheint allen 96-Akteuren gemein, wenn man im eigenen Stadion spielt: "Wir haben Spaß hier", ließ Bittencourt durchblicken. "Zu Hause pushen uns die Fans im Rücken - deswegen ist es nicht leicht, bei uns zu gewinnen."

Hoffen auf müde Bayern

Nur zwei Minuten nach dem 3:1 klingelte es dann erneut - Edgar Prib gab sein Tordebüt. Für den im Sommer aus Fürth an die Leine gewechselten Mittelfeldmann "ein super Gefühl". Nach Vorlage von Andreasen schloss der 23-Jährige einen Konter mit einem satten Schuss ab und sorgte so für den Endstand, ehe sich die Mannschaft wenig später von den Fans gebührend feiern ließ.

Für Prib und den Rest der Liga geht es nun erst einmal in die Länderspielpause. Anschließend müssen die 96er in zwei Wochen nicht nur auswärts, sondern auch noch beim FC Bayern München antreten. Es gibt nicht viel, was in dieser Partie für das Team aus Hannover spricht. Bittencourt hat dennoch Hoffnung: "Vielleicht sind die Münchener ja ein bisschen müde nach den Länderspielreisen", scherzte der Jungspund. Und falls nicht - das nächste Heimspiel kommt bestimmt.

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