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Alvaro Arbeloa gab sich Anfang der Woche bereits gereizt, als er auf die Torhüterfrage bei Real Madrid angesprochen wurde. Das Thema köchelt bei den Blancos weiter vor sich hin.

KOMMENTAR
Von Ben Hayward

Keine Konflikte mehr. Die störenden Streitereien bei Real Madrid sollten mit dem Abschied von Jose Mourinho in diesem Sommer ein Ende haben. Carlo Ancelotti übernahm das Zepter und der Italiener galt als idealer Trainer, um den Real-Kader nach der Zeit unter dem höchst-kontroversen Mourinho wieder zu einen. Aber so ganz ist das noch nicht gelungen.

Es war allseits erwartet worden, dass Ancelotti Kapitän Iker Casillas wieder zwischen die Pfosten beordert. Doch zum Auftakt der Primera Division gegen Betis Sevilla (2:1) entschied sich der neue Coach erneut für Diego Lopez als Schlussmann. Der einstige Edelreservist hatte im Sommer einen Wechsel zum AS Monaco abgelehnt und es wirkt, als habe er damit alles richtig gemacht.

Hin- und hergerissenes Publikum

Beim Duell mit Betis wurde Casillas von einer Kamera des Senders Cuatro eingefangen, als er Towartassistenztrainer Juan Canales zuflüsterte: "Wenigstens werde ich in der Bernabeu Trophy spielen...." In der Tat durfte der 32-Jährige am folgenden Donnerstag bei Rauls Abschiedsmatch gegen Al-Sadd von Beginn an ran. Allerdings wurde nicht nur "San Iker" vor dem Spiel von den eigenen Fans bejubelt, auch Lopez erhielt vom Anhang jede Menge Beifall.

Und es gab auch merkwürdige Momente des Unbehagens, als der ehemalige Schlussmann des FC Sevilla fünf Minuten vor der Pause aufstand, um sich aufzuwärmen. Das Publikum schaute während der ruhigsten Phase des Spiels auf die beiden Schlussmänner und feuerte sie an. Casillas starrte mit leerem Blick auf den Rasen des Bernabeu.

"Kleine Details" entscheiden

Nachdem Real Betis mit 2:1 besiegt hatte, bemühte sich Carlos Ancelotti, die "T-Frage" herunterzuspielen: "Heute war Diego unser Torwart. Und für das nächste Spiel werden wir sehen..." Er habe die Personalie mit Torwarttrainer Villiam Vecchi diskutiert und "kleine Details" hätten den Auschlag gegeben. Dann, vor dem zweiten Spieltag gegen Granada sagte der Ex-Milan-Trainer: "Ich habe das Glück, dass mir zwei fantastische Keeper zur Verfügung stehen." Erneut erhielt anschließend Diego Lopez den Vorzug vor dem mehrfachen Welttorhüter des Jahres - und er machte seine Sache vorzüglich.



Im Juni hatte Jose Mourinho die Degradierung des Kapitäns wie folgt erläutert: "Es war eine rein fußballerische Entscheidung. Ich habe mich für den einen Spieler entschieden und nicht für einen anderen. Als Trainer fälle ich all meine Entscheidungen nach dem Leistungsprinzip."

Doch das war nicht die ganze Wahrheit. In Wirklichkeit war Mourinho wenig erfreut, dass Casillas Barcas Xavi kontaktiert hatte, um nach einer Serie von hitzigen Clasicos das Verhältnis von Spielern Reals und Barcelonas wieder zu reparieren. Außerdem fand der Portugiese es nur bedingt glücklich, dass Casillas' Freundin, die Journalistin Sara Carbonero, enthüllt hatte, die Stimmung in der Real-Kabine sei alles andere als harmonisch.

Fans beginnen, sich von "San Iker" abzuwenden

Viele Madridistas haben sich bereits von ihrem Kapitän abgewendet. Sie halten ihn für einen Maulwurf, der Geschichten über Disharmonie innerhalb des Teams und ungerechte Behandlung an die Medien weitergeleitet habe. Etwas ähnliches droht nun übrigens auch Lopez: Seine Frau hat auf Twitter merkwürdige Posts getätigt, in denen sie angeblich Casillas herabwürdigt.

Ancelotti kam als eine Art Friedenstifter in Madrid an. Nun hat er eine Debatte vor sich, die gut und gerne Real Madrids gesamte Saison destabilisieren könnte. Und die Spielzeit hat gerade erst begonnen. Welchen Schlussmann die Fans der "Blancos" am Ende bedingungslos unterstützen, ist offen. Der Kampf um die Nummer eins tobt jedenfalls weiter und das nächste Kapitel wird das Heimspiel gegen Athletic Bilbao am Sonntag.

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