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Bayer Leverkusens 1a-Offensive bringt Mönchengladbachs Fohlen aus dem Tritt

In einer mitunter begeisternden Partie überflügelt die "Werkself" dank der Extraklasse im Angriff die Borussia mit 4:2. Sam und Kießling sorgen für die Power – und sind zufrieden.

Aus Leverkusen berichtet John C. Brandi

Leverkusen.
Kein ganz schlechtes Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen, doch am Ende keine Punkte - auch weil die Gastgeber derzeit über eine der besten Angriffsreihen in Deutschland verfügen: Mit dem höchst agilen Stefan Kießling und einem aus allen Rohren feuernden Sidney Sam konnte Bayer auch den Zwischenspurt der Gäste vom Niederrhein kontern und am Ende mit 4:2 einen sehr unterhaltsamen Nachmittag siegreich beenden.

Dass der erste Treffer durch einen Elfer fiel, den vielleicht nicht jeder gepfiffen hätte, erzürnte zwar Fohlen-Coach Lucien Favre, doch Patrick Herrmann sah es salomonisch: "Ich denke, man kann den geben. Das ist ja immer eine kleine Grauzone." Er meinte die Szene, in der Toprak Arango den Ball an die Hand geköpft hatte, der Venezolaner jedoch mit dem Rücken zu Bayers Innenverteidiger stand. Kießling verwandelte nach durchaus ausgeglichenem Anfang sicher.

Bayers "Super-Serie"

Überhaupt war Kießling einmal mehr Mann des Tages, legte nach seinem 100. Treffer für Bayer noch zwei weitere Tore auf und köpfte an den Pfosten, war schier überall – vor den Augen des Bundestrainers nahm er seine erneute Sahneleistung jedoch nicht zum Anlass, seine Berufung zu fordern, sondern lobte das Team, das saisonübergeifend sein achtes Spiel in Serie gewann - Rekord: "Eine schöne Momentaufnahme, eine Super-Serie, die wir da gestartet haben, das muss man mitnehmen. Es war ein hartes Stück Arbeit heute, wir haben um jeden Meter gekämpft, das merkt man auch."

Stattdessen nahm er den Doppeltorschützen Sidney Sam in der Mixed Zone beinahe väterlich in den Arm, nachdem der ebenfalls geglänzt hatte, und auch Sam hielt sich zum Thema Nationalmannschaft und Nominierung bedeckt: "Schön, dass er (Löw, d. Red.) heute da war, aber das müssen Sie ihn fragen. Ich habe meine Leistung gebracht. Ich muss da einfach weitermachen."



Braucht Gladbach de Jong in der Mitte?

Der Gegner haderte unterdessen und hatte durchaus interessante Analysen nach Abpfiff zu bieten. So fand Gladbachs Christoph Kramer, man habe "richtig gut angefangen" und "gar nicht so schlecht gespielt", er habe jedoch gewisse Dinge vermisst: "Wir haben bis zum Flügel recht gut gespielt, kamen oft an die Grundlinie, aber dann hat halt die letzte Aktion mit den Flanken gefehlt, weil wir auch eigentlich keinen richtigen Kopfballspieler im Spiel haben, was eigentlich unser Spiel ist." Der erneut lange auf der Bank verharrende Millionenmann Luuk de Jong mag es mit Interesse vernommen haben.

"Die Riesen-Flankenspieler in der Mitte haben wir ja nicht", kommentierte Herrmann das zentrallastige Spiel des Borussen, es bringe ja nichts, einem Kruse die Bälle auf den Kopf zu hauen. Spannende Diskussionen dürften unter der Woche folgen.

So blieb lediglich der Moment nach Wiederanpfiff, in der Pause "haben wir uns vorgenommen, noch mal richtig Gas zu geben", so Herrmann, doch nachdem Stranzl sowie Arango nach Leno-Patzer das 2:2 erreicht hatten, gab Bayer Zwischengas und zog wiederum mit zwei Toren davon. Sam wusste warum: "Wir haben gekämpft um die drei Punkte und haben einfach eine gute Mentalität." Und eine Offensive, die jederzeit den Unterschied machen kann.


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