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Während Neymar zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für Barca zuschlug, sorgen sich die Katalanen um den Fitnesszustand von Superstar Lionel Messi.

KOMMENTAR
Von Ben Hayward

Es hätte ein zufriedenstellender Abend sein sollen: Der FC Barcelona erkämpfte sich nach David Villas famosem Treffer ein Unentschieden bei Atletico Madrid. Barca ist damit vor dem Rückspiel Favorit auf den Gewinn der spanischen Supercopa und Superstar Neymar erzielte als Joker seinen ersten Pflichtspieltreffer für den katalanischen Klub.

Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack aus Sicht Barcelonas. Die Mannschaft scheint weiter Probleme mit Gegnern zu haben, die blitzschnell umschalten. Jordi Alba offenbarte Schwierigkeiten in der Rückwärtsbewegung und hatte mehrfach gegenüber Diego Costa das Nachsehen und in der Zentrale tat sich Javier Mascherano ebenfalls schwer. Xavi wirkte pomadig und Andres Iniesta rieb sich in Mittelfeldzweikämpfen auf.

Sorge um den vielbeschäftigen Starstürmer

Die größte Sorge auf Seiten der "Blaugrana" war jedoch die verletzungsbedingte Auswechslung von Weltfußballer Lionel Messi. Er musste zur Pause wegen einer Oberschenkelblessur raus.

Im Vorjahr hatte der Argentinier mehrfach mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, allerdings vornehmlich in der zweiten Saisonhälfte. Nun geht es schon zum Start der Spielzeit los und das lässt am "Camp Nou" die Alarmglocken schrillen. Denn ständig ist die Angst groß, Messi könnte dem heftigen Programm der letzten Jahre Tribut zollen müssen.

In den vergangenen fünf Saisons absolvierte Messi jeweils mehr als 50 Partien für Barcelona, dazu kommen die strapaziösen Reisen nach Argentinien zur Nationalmannschaft. Das war bislang kein großes Problem, Pausen benötigte er kaum. Man erinnere sich nur an die Supercopa 2011/12, als er praktisch vom Strand kommend Real Madrid besiegte.


 Dynamisches Duo| Noch haben Messi und Neymar kaum gemeinsam gespielt

Doch die schiere Anzahl an Partien könnte sich nun rächen. Messi sollte mit 26 auf dem Weg zu seinem Zenit sein, nun läuft er Gefahr, bereits den Weg bergab einzuschlagen. Er hatte praktisch keine Pausen seit er als Teenager die Bühne betrat und mittlerweile hat er immer häufiger mit Muskel- und Oberschenkelbeschwerden zu kämpfen. Dass er physisch nicht voll auf der Höhe ist wurde schon am Sonntag beim 7:0-Sieg gegen Levante deutlich.

Erste "echte" Auswechslung seit drei Jahren

Da nahm ihn der neue Trainer Gerardo Martino nach 70 Minuten vom Feld. Es war das erste Mal in den vergangenen drei Jahren, dass Messi ohne eine Verletzung vorzeitig runtermusste. Leo will am liebsten jede Woche spielen. Ob krank, in Topform oder müde. Doch Martino weiß, dass der behutsame Umgang mit Messi entscheidend für den Erfolg sein wird. "Ich habe mit Messi gesprochen und er versteht, dass er Pausen benötigt", sagte der Coach am Sonntagabend.

Und noch kurz vor dem Supercopa-Match in Madrid witzelte Martino: "Ich werde aufpassen, dass ich Messi nicht in fünf Spielen nacheinander auswechsele."

Allerdings wird "Tata" selbst davor nicht zurückschrecken, falls er meint, dies sei das beste für sein Team. Auf der anderen Seite muss Messi begreifen, dass er nicht mehr jede Minute auf dem Platz stehen kann. In der letzten Saison spielte er in Herbst und Winter durch, nur um Barca zu fehlen, als er meisten benötigt wurde.

Es ist schade, dass wir noch nicht zusammengespielt haben. Messi ist der Beste und jeder will mit ihm spielen.

- Neymar

Auch das mit Spannung erwartete Zusammenspiel mit Neymar steht im Moment erstmal hinten an. Bis jetzt standen die beiden nur für sechs Minuten gemeinsam auf dem Platz - zwischen der 64. und der 70. Minute gegen Levante. "Es ist schade, dass wir noch nicht zusammengespielt haben", sagte Neymar am Mittwoch. "Messi ist der Beste und jeder will mit ihm spielen."

Während Neymar geholt wurde, um Seite an Seite mit Messi aufzulaufen, dürfte er auch der Erbe des brillanten Argentiniers werden. Es gibt eben auch Spieler, die früher ihren Karrierehöhepunkt erreichen, wenn sie ganz früh bereits den Durchbruch bei den Profis haben. Real Madrids Raul ist so ein Beispiel. Auch bei Messi könnte das der Fall sein.

"Er wird die nächsten ein, zwei Jahre noch der Beste der Welt sein", meinte Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari vor wenigen Tagen. In Barcelona glauben sie, dass Messi seine Ausnahmeform noch mehrere Jahre halten kann, bis in seine 30er hinein. Dennoch müssen sie ihn vorsichtiger einsetzen, denn davon wird ihr Erfolg abhängen.


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