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Schalke 04: Ein Stoch ins königsblaue Herz

Die erste Halbzeit machte bei S04 Hoffnung auf Besserung – aber die zweite Halbzeit machte alles wieder kaputt. Nach dem Seitenwechsel kam bei den "Knappen" eins zum anderen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Daniel Buse

Gelsenkirchen. Positiv bleiben – das war der Ansatz, den die Spieler vom FC Schalke 04 nach dem Schlusspfiff wählten. Zwar hatten sie im Qualifikations-Hinspiel zur Champions League nur 1:1 (1:0) gegen PAOK Salonikigespielt, doch nach dem schwachen Pokal-Auftritt, einem turbulenten 3:3 gegen den HSV und dem Untergang beim 0:4 in Wolfsburg wollten die "Königsblauen" die ihrer Meinung nach guten Ansätze hervorheben. Dazu kramten sie die Erinnerung an eine ordentliche erste Halbzeit gegen einen eigentlich harmlosen Gegner hervor – und verdrängten den schwachen zweiten Durchgang.

Nicht schlecht reden lassen

"Ich lasse mir das Spiel nicht schlecht reden. Ich habe viele positive Ansätze heute gesehen", sagte Kapitän Benedikt Höwedes hinterher in der Mixed Zone und wiederholte es zur Sicherheit noch einmal, damit es alle Journalisten mitbekamen: "Ganz egal, wer mir hier etwas erzählen möchte: Ich lasse mir das Spiel nicht schlecht reden", so der Verteidiger. Dabei war das Schalker Spiel in der zweiten Hälfte wirklich nicht gut – und das Ergebnis am Ende auch nicht.

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"Nehme viel Gutes mit"

Denn Miroslav Stoch erzielte für Saloniki in der 73. Minute mit einem platzierten Schuss den Ausgleich. "Wir haben ein Gegentor kassiert, was absolut vermeidbar war. Das war der erste ordentliche Schuss aufs Tor, der dann leider direkt reingeht", meinte Höwedes hinterher und verdrängte die Doppelchance, die die Griechen schon vor der Pause vergeben hatten. In der Schlussphase hatte der Kapitän selbst die Möglichkeit zum 2:1, doch er scheiterte am Gästekeeper. "Ich nehme viel Gutes mit und daran sollten wir uns auch hochziehen", beschwor er hinterher das Positive.

Pfiffe nach dem Pfiff

Doch diese Sicht der Dinge wollten an diesem Abend nicht nur die Journalisten irgendwie nicht teilen. Auch die Fans pfiffen nach dem 1:1, weil das Weiterkommen in die Gruppenphase der Champions League nun für den Ruhrpottklub schwierig wird. "Ich würde es immer noch als fifty-fifty bezeichnen. Wir haben in Griechenland immer noch alle Möglichkeiten und deshalb sollten wir nicht zu skeptisch sein", sagte Julian Draxler hinterher. Doch die skeptischen Pfeifer auf den Tribünen konnte das Gesehene nicht überzeugen. "Es findet eine Bewertung anhand der Ergebnisse statt", gab auch Manager Horst Heldt nach dem Schlusspfiff zu.


Eine Fahne entfernt

Und er wollte das Spiel in der Rückschau auch nicht derart positiv darstellen wie seine Spieler. "Es ist so, dass ich nachvollziehen kann, wenn die Bewertung eine andere ist", gestand er ein. Bei den Schalkern vergrößerten sich nach der Pause nicht nur wegen des Gegentreffers die Sorgen. Der Polizeieinsatz in der Nordkurve, bei dem eine mazedonische Fahne auf Anweisung der UEFA entfernt wurde, sorgte für Tumulte und Irritationen. "Da hat die UEFA einen Riesenjob gemacht: Anzuordnen, mit Pfefferspray und 200 Leuten da reinzugehen", kommentierte Heldt den Zwischenfall sarkastisch.

"Ich verstehe es nicht"

"Wenn jetzt am Wochenende in Hannover Fans von uns eine Braunschweig-Fahne mitnehmen, geht dann wieder die Polizei mit 200 Leuten da rein? Oder wie soll ich das verstehen? Ich verstehe es nicht", sagte der Schalke-Manager, dem klar war, dass die Eskalation auf den Rängen für die Mannschaft nicht gut war. "Es war dann auch im Stadion alles andere als ruhig. Das war in der entscheidenden Phase auch nicht hilfreich", meinte Heldt.

Humpelnd nach Hause

Und ebenfalls nicht hilfreich bei der S04-Suche nach der Erfolgsspur dürfte die Verletzung von Jefferson Farfan sein, die sich der Peruaner bei einem Foul der Griechen kurz vor dem Schlusspfiff zuzog. Mit einem stark bandagierten Knöchel humpelte er hinterher aus der Kabine – und wäre nach Klaas-Jan Huntelaar schon der zweite wichtige Spieler, der Schalke mit einer Verletzung fehlt. Und das war nach dem Ausgleich und den Fan-Tumulten schon die dritte schlechte Nachricht für den FC Schalke 04 – in nur einer Halbzeit. Da müsste es eigentlich schwerer fallen, positiv zu bleiben.

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