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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Sind sie aufgeblüht oder nur zum Bankdrücker geworden? Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen heute ergeht.

Andreas Herzog
In der Bundesliga: Von 1992 bis 2001

Vereine in Deutschland: Werder Bremen, FC Bayern München

Einsätze:
264

Tore:
59

Erfolge:
Deutscher Meister 1993; DFB-Pokalsieger 1994, 1999; UEFA-Pokalsieger 1996, Supercupsieger 1993, 1994
Ein "Herzl" und eine Seele

Kaum in Deutschland angekommen, wurde er mit Werder Bremen und seinem Förderer Otto Rehhagel gleich deutscher Meister und ein Jahr später Pokalsieger. Schnell buhlten die Bayern um das Duo, die sie schließlich auch holten. Allerdings hielt das Glück nicht einmal eine Saison in München.

Andreas Herzog ist Wiener durch und durch. In Wien geboren und aufgewachsen, tat er seine ersten Schritte auf grünem Rasen bei der Kampfmannschaft von Rapid. Hier wurde er bereits in jungen Jahren zweimal in Serie Meister (1987 und 1988) und einmal Cupsieger (1987). Doch erst nach den Titeln kam der junge Herzog zu vermehrten Einsätzen für die Hüttelsdorfer.

Nach vier weiteren Jahren in Österreichs Hauptstadt, wechselte "Herzl" zwar die Stadt und das Land, nicht aber die Vereinsfarben. Von der Grün-Weißen Donau ging es an die Grün-Weiße Weser. Hier wurde er unter dem legendären Bremer Coach Otto Rehhagel auf Anhieb Meister und ein Jahr später DFB-Pokalsieger. Im Finale gegen Rot-Weiß Essen markierte der Mittelfeldspieler in der 38. Minute das 2:0. Mit diesen Erfolgen wurde auch Bayern München auf ihn, aber auch auf Rehhagel aufmerksam. Zur Saison 1995/96 ging sie gemeinsam an die Isar.

Rehhagel kam in der großen bayerischen Welt nicht zurecht und musste trotz Finaleinzugs im UEFA-Pokal Ende April 1996 seinen Stuhl räumen. Während Rehhagel zu seiner alten Wirkungsstätte an den Betzenberg wechselte, ging der ebenfalls in bayerischen Gefilden unglückliche Herzog zurück in den Norden. Hier wurde er unter seinem früheren Mitspieler Thomas Schaaf 1999 nochmals Pokalsieger.

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Als er mit dem Ungarn Krisztian Lisztes Konkurrenz im Mittelfeld bekam, wechselte er in der Winterpause 2001/02 zurück in seine Heimatstadt. Hier war er Stammspieler und eine Saison lang Kapitän ehe er in die USA zum Beckham-Klub L.A. Galaxy ging. Ende 2004 beendete er seine aktive Karriere und wechselte zum Österreichischen Fußballverband ÖFB, für den er insgesamt 103 Länderspiele bestritt. Bei seinem 100. durfte er mit der Sondergenehmigung der FIFA mit einer "100" auf dem Rücken auflaufen.

Erst als EM-Botschafter, zwischendurch als Interims-Teamchef, wurde er 2006 schließlich Assistent von Josef Hickersberger und dessen Nachfolger Karel Brückner. Von 2009 bis 2011 arbeitete er als verantwortlicher Trainer der U21 bis er schließlich Co-Trainer von Jürgen Klinsmann bei der US-amerikanischen Nationalmannschaft wurde. Just vor ein paar Wochen feierte er mit dem US-Team den Gold Cup. Zudem arbeitet Herzog auch als Scout für die in Europa spielenden Nationalspieler der USA.

Miroslav "Mirko" Votava
In der Bundesliga: Von 1976 bis 1982; von 1985 bis 1997

Vereine in Deutschland: Borussia Dortmund, Werder Bremen

Einsätze:
546

Tore:
43

Erfolge:
Bundesliga-Aufstieg mit Dortmund 1976, Deutscher Meister 1988, 1993; DFB-Pokalsieger 1991, 1994; Europapokal der Pokalsieger 1992, Supercupsieger 1988, 1993, 1994; als BVB-Spieler Europameister 1980 mit Deutschland
Rekordspieler und ältester Schütze

Votava hat den Pokal nicht nur zweimal gewonnen, sondern ist mit 79 Einsätzen bis heute auch der Rekordspieler im DFB-Pokal. Zudem schoss er am 24. August 1996 als bisher ältester Spieler ein Tor in der höchsten deutschen Spielklasse. Sein Treffer zum 0:1 in Stuttgart rettete Bremen dennoch nicht vor einer 1:2-Niederlage gegen den VfB.

Der junge Miroslav kam viel in der Welt herum. In den Wirren des Prager Frühlings kamen seine Eltern mit ihm 1968 nach Deutschland. Nach einer Zwischenstation in Australien wurde die Familie Votava in der Bundesrepublik heimisch. Hier begannen sowohl der junge Miroslav als auch sein Bruder Josef beim VfL Witten mit dem Fußball. 1973 wechselte zuerst der als talentierter geltende Josef zu Borussia Dortmund. Für eine Ablösesumme von 1500 DM zog "Mirko" wenig später nach.

Ab der Saison 1974/75 mit einem Profivertrag ausgestattet, spielte er als Vorstopper in der zweitklassigen Regionalliga. Schnell wusste er sich durchzusetzen und feierte 1976 den Aufstieg in die Bundesliga. Bis 1982 kam er hier in 189 Partien zum Einsatz und erzielte 25 Tore. Zwei Jahre nach dem EM-Titel 1980 wechselte der gebürtige Tscheche, der seit 1974 die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, in die Primera Division. Für die damalige Rekordablösesumme von 1,3 Millionen DM wagte er den Schritt zu Atletico Madrid.

Drei Jahre, 95 Partien und neun Tore später unterschrieb der Mittelfeldmann an der Weser. Hier verlebte er unter Otto Rehhagel seine erfolgreichste Zeit. Zwei Meisterschaften und Pokalsiege, einen Erfolg im Europapokal der Pokalsieger und drei Supercupsiege verbuchte Votava in den elf Jahren ab 1985.

Ähnliche Erfolge sind ihm als Trainer bisher verwehrt geblieben. Mit seinem Wechsel 1996 zum VfL Oldenburg begann er seine Trainerkarriere zuerst als Spielertrainer. Anschließend betreute er noch den SV Meppen sowie in der Zweiten Bundesliga Union Berlin. Seit 2004 betreut er die Werder-U19 in der Bundesliga. 2007 und 2009 konnte er mit ihnen die Meisterschaft holen. Bei der EM 2004 fungierte er zudem für seinen ehemaligen Coach Rehhagel als Spielbeobachter.

Jean-Marie Pfaff
In der Bundesliga: Von 1982 bis 1988

Vereine in Deutschland: FC Bayern München

Einsätze:
156

Tore:
0

Erfolge:
Deutscher Meister 1985-1987; DFB-Pokalsieger 1984, 1986; Supercup 1983, 1987; Finalist Europapokal der Landesmeister 1987; als Bayern-Spieler Weltmeisterschaftsvierter mit Belgien
Dem kuriosen Einstand folgten Titeln

Denkt man an Jean-Marie Pfaff kommt einem als einer der ersten Gedanken sein unglückliches Debüt in der Bundesliga in den Kopf. In seinem ersten Bundesligaspiel am 21. August 1982 sorgte er mit einem kuriosen Eigentor für den 1:0-Sieg Bremens: Er lenkte einen Einwurf von Uwe Reinders unglücklich ins eigene Netz. Dennoch wurde er schnell zu einer Stütze im Bayern-Team und einer der besten Bundesliga-Keeper.

In armen Verhältnissen aufgewachsen musste Pfaff bereits früh arbeiten. Dennoch vergaß er seine Leidenschaft Fußball nicht. Bei seinem Jugendklub erkannte man schnell sein Talent und der Keeper wechselte zum SK Beveren. Mit nur 20 Jahren wurde er hier Stammtorhüter. 1978 holte Beveren mit dem belgischen Pokal und ein Jahr später mit der Meisterschaft die ersten Titel nach Flandern. Im Tor hatte sich Pfaff festgebissen.

Zwei Jahre nach der Vize-Europameisterschaft unterschrieb Pfaff für rund eine Million DM bei Bayern München. In seinen sechs Jahren bis 1988 sammelte er einen Titel nach dem anderen. Trotz seines kuriosen Debüts wurde er Stammspieler und Stütze der Mannschaft um Andreas Brehme, Klaus Augenthaler, Lothar Matthäus und Dieter Hoeneß. Mit dem am 2. November 1983 im UEFA-Pokal-Spiel gegen PAOK Saloniki verwandelten Elfmeter, war er der erste Bayern-Keeper der seit dem Bundesliga-Aufstieg vom Punkt erfolgreich war.

Nach seiner Bayernzeit wechselte Pfaff jeweils für ein Jahr in seine Heimat und in die Türkei. Die zwei Jahre waren vor allem von Verletzungen geprägt und nicht sehr erfolgreich. Von 2002 bis 2012 waren er und seine Familie Protagonisten der Doku-Soap "De Pfaffs".

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