thumbnail Hallo,

Mit seinem Doppelpack gegen Sandhausen hat FC-Neuzugang Marcel Risse Köln den ersten Saisonsieg beschert. Goal.com sprach nach dem Match mit ihm und Coach Peter Stöger.

Köln. Ideenlos, zu unbeweglich, verkrampft: Der 1. FC Köln tat sich gegen den SV Sandhausen, nur aufgrund des Zwangsabstiegs des MSV Duisburg überhaupt in dieser Spielzeit in Liga 2 dabei, vor allem in der ersten Halbzeit schwer.

Dass es am Ende dann doch für einen letztlich niemals gefährdeten und souveränen 2:0-Sieg der Geißböcke reichte, ist auf einen Sonntagsschuss von Marcel Risse und einer verbesserten taktischen Ausrichtung in Hälfte zwei zurückzuführen.

Ganze zwei Torschüsse gaben die Domstädter auf den Kasten von SVS-Keeper Manuel Riemann ab, beide waren drin. Vor allem in der ersten Hälfte fand Köln kein Mittel gegen die dicht gestaffelte Abwehr der Kurpfälzer, die auf eigene Angriffe in dieser Spielphase gänzlich verzichteten und mit Mann und Maus verteidigten.

Starre Kölner zu unvariabel im Spiel nach vorne

Dazu Köln-Trainer Peter Stöger: "Sandhausen stand sehr defensiv, sehr kompakt, sehr tief – das wussten wir vorher. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht die Mittel verwendet, die wir eigentlich besprochen hatten. Wir wollten viel mehr in die Tiefe spielen, um hinter die Kette von Sandhausen zu kommen." Doch Kurzpassspiel mit linearen Pässen in die Spitze, in die Schnittstelle der Sandhausen-Abwehr, fanden nicht statt.

Stöger, der mit einem 4-4-2 spielen ließ, musste mit ansehen, wie die beiden Außen Risse und Exslager mit Przybylko und Ujah an vorderster Front auf einer Linie spielten und dadurch selten anspielbar waren. Der Trainer sah das ähnlich: "Wir haben es versäumt, die Lösungen entsprechend zu finden und auszuspielen, vor allem durch mangelndes Tempo und unzureichende Spielverlagerung."

Dabei führten die wenigen Seitenwechsel der Kölner immmerhin zu Ansätzen von Chancen, wie der von Exslager in Halbzeit 1. Marcel Risse hingegen tauchte in der ersten Spielhälfte quasi gar nicht auf.

Stöger mit dem richtigen Riecher

Kurz nach der Pause brachte Peter Stöger dann FC-Talent Yannick Gerhardt, der gleich zwei Minuten nach seiner Einwechslung einen Scorerpunkt sammeln konnte, als er per direkter Weiterleitung Risse die Schusschance ermöglichte. Mit seinem Schuss aus rund 22 Metern düpierte er Keeper Riemann: "Ich hab' mit einem Auge natürlich gesehen, dass der Keeper einen Schritt zu weit vor dem Tor stand, und dann wollte ich den Ball auch genau da hin schießen", so Risse nach dem Spiel in der Mixed-Zone augenzwinkernd.

Zwei Tore in einem Spiel waren Risse bis dato auch noch nicht gelungen: "Zumindest nicht in einem Pflichtspiel als Profi. Dass das Erste dann noch so ein Schönes war und dabei geholfen hat, das Ding nach Hause zu fahren, ist natürlich umso schöner."



Köln kontrolliert das Geschehen

Beflügelt vom Führungstreffer kontrollierten die Kölner nun das Geschehen nach Belieben und ließen die Kurpfälzer hinterherlaufen - auch wenn sie dabei selbst vergaßen, weiter zwingend auf die Vorentscheidung zu spielen. Einzig Risse und Gerhardt spielten in dieser Phase mutig nach vorne, auch Hector schaltete sich auf der linken Bahn mit ins Angriffsspiel ein - was sich auch lohnte.

In Minute 78 kombinierte er sich nach feinem Doppelpass mit Ujah vor das Tor und wurde dann gefoult. Elfmeter. Kacper Przybylko schnappte sich die Kugel, doch Risse nahm ihm den Ball wieder ab: "Ich hab' ja auch den letzten Elfer im DFB-Pokal verwandelt, da dachte ich: Warum nicht auch heute?", so Risse nach dem Spiel in der Mixed-Zone. Nach dem 2:0 verwaltete der 'Effzeh' das Ergebnis dann über die Zeit und ließ sich von den Fans in der Südkurve feiern.

Risse: "Wir haben Druck abgebaut"

Köln trifft nun am kommenden Samstag in Fürth auf den ungeschlagenen Tabellenführer und kann dort mit einem Sieg auf drei Punkte an die Tabellenspitze heranrobben. "Natürlich müssen wir unsere Heimspiele gegen vermeintlich schwächere Gegnern wie Sandhausen gewinnen. Aber wenn wir oben mitspielen wollen, müssen wir auch Punkte bei starken Gegner wie Fürth sammeln. Mit dem Sieg haben wir Druck abgebaut und Selbstvertrauen gewonnen. Es war ein wichtiger erster Schritt, nun müssen die weiteren Schritte in den nächsten Wochen folgen", sagte Marcel Risse nach dem Spiel.
EURE MEINUNG: Ist der Knoten bei den Kölnern nun geplatzt? Oder droht eine Pleite gegen Fürth?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !


Dazugehörig