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Der neue Trainer im Old Trafford musste auf der Suche nach einem neuen Mittelfeldspieler einige Rückschläge hinnehmen. Ist Shinji Kagawa nun die passende Antwort auf das Problem?

KOMMENTAR
Von Tom Maston

Ungewissheit bei der Zukunft von Stürmerstar Wayne Rooney, Klarheit offenbar bei der Personalie Cesc Fabregas, den es nicht vom FC Barcelona zu Manchester United zieht. Coach David Moyes steht bei United als Nachfolger von Sir Alex Ferguson vor personellen Sorgen.

Moyes‘ Startschuss im Community Shield gegen den FA-Cup-Sieger Wigan Athletic verlief zwar mit einem 2:0-Sieg sehr gut, dennoch ist der neue United-Coach voller Sorgen. Diese drehen sich vor allem um die Personalie Wayne Rooney, der in den letzten Wochen mehrfach mit einem Abschied von United in Verbindung gebracht wurde. Die Zukunft des 27-Jährigen ist ungewiss und Moyes kann sich nicht sicher sein, auf ihn bauen zu können.

KAGAWA: DAMALS UND HEUTE
 
2011-12/DORTMUND
 
2012-13/MAN UTD
43 SPIELE 26
17 TORE 6
191 MINUTEN/TOR 281
14 ASSISTS 5
85 SCHÜSSE
26
44% GENAUIGKEIT 42%
57 SCHLÜSSELPÄSSE 24
Während die unsichere Zukunft des Stürmers weiterhin für Schlagzeilen sorgt, bot sich am Sonntag die Möglichkeit, den Ernstfall (ohne Rooney) zu proben. Moyes experimentierte ausgerechnet mit einem Spieler, der in der letzten Saison noch nicht so richtig Fuß fassen konnte bei Manchester United und dennoch ein genialer Fußballer ist: Shinji Kagawa.

Die ersten zwölf Monate des Japaners in England waren nicht zufriedenstellend. Mit kleineren Verletzungen und einer schlechten Form hatte Kagawa einige enttäuschende Leistungen im Dress des englischen Rekordmeisters abgeliefert. Erst im vergangenen Sommer wechselte er für viel Geld von Borussia Dortmund zum Premier-League-Klub nach Manchester. In 17 Spielen erzielte er sechs Tore - drei davon in einem Spiel gegen Norwich.

Von dem ehemaligen Spieler von Cerezo Osaka hatte man sich in Manchester mehr erwartet, doch diese Erwartungen konnte der Star aus Japan nicht erfüllen. Die Investition in seine Dienste sollte sich in der ersten Saison nicht auszahlen - lediglich beim Trikotabsatz in Fernost wurde seine Verpflichtung zu einer lohnenden Investition für Englands Rekordmeister.

Kagawa, das muss man zu seiner Rettung sagen, kam allerdings häufig auch nicht auf seiner angestammten Position zum Einsatz. Von Ferguson wurde er auf die Flügel gesetzt und mit einigen defensiven Aufgaben versehen - solche Defensiv-Arbeiten musste er zuvor in Dortmund nicht erfüllen. Seine Offensivaktionen und sein gefährlicher Torabschluss wurden dadurch deutlich gehemmt.

Im Mai kommentierte sein ehemalige Trainer aus Dortmunder Zeiten, Jürgen Klopp, dass es erstaunlich sei, dass einer der größten Klubs weltweit Kagawas Fähigkeiten so verschwendet.

“Shinji Kagawa ist einer der besten Spieler der Welt und er hat nun 20 Minuten für Manchester United gespielt - auf der linken Außenbahn. Mein Herz zerbricht. Ehrlich, ich habe Tränen in den Augen. Die zentrale Position ist die Stärke von Shinji“, erklärte er. Jürgen Klopp muss es wissen, er hat Kagawa im europäischen Fußball zu einem Top-Spieler geformt und das innerhalb von nur zwei Jahren.

In der Premier League hat der Japaner durchschnittlich alle 131 Minuten ein Tor erzielt oder eine Torvorlage geliefert. In der Bundesliga war er hingegen alle 96 Minuten an einem Tor beteiligt. Beim BVB funktionierte der Japaner vor allem mit Stürmer Robert Lewandowski deutlich besser und kam dort somit auf deutlich bessere Statistikwerte als in der englischen Premier League.

Aus seiner Zeit in Dortmund war davon auszugehen, dass Kagawa bei United perfekt zu Robin van Persie passen würde. Doch, und das war nicht nur bei dem Japaner so, einige United-Spieler blieben in der abgelaufenen Saison hinter ihrem möglichen Leistungsniveau zurück.

Die letzten Vorbereitungsspiele vor dem Ligastart haben aber gezeigt, dass der Mittelfeldspieler offenbar wieder nahe an die Form kommt, die er vor einem Jahr in der Bundesliga im Trikot von Borussia Dortmund zeigte. Für Coach David Moyes geht es nun darum, das Beste aus dem Spieler herauszuholen, der im letzten Sommer eines der größten Transferziele in Europa war.

Für Kagawa besteht die Möglichkeit, zusammen mit Robin van Persie ein gutes Duo zu bilden, das sich perfekt ergänzen könnte. Die Ansätze seines Könnens hat Kagawa schon mehrfach gezeigt, nun muss er es kontinuierlich abrufen. David Moyes dürfte dann deutlich weniger Sorgen haben, vor allem im Hinblick auf die Zukunft von Wayne Rooney und sein Problem mit der kreativen Mittelfeldposition.

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