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Die Nervosität steigt, die Fingernägel werden kürzer: Die Bundesliga startet in ihre neue Saison und wir machen den Check! Wie gut ist der FC Bayern München gerüstet?

München. In dieser Saison gilt der Blick ganz besonders auf den Triple-Gewinner. Kann der FC Bayern München diese unglaubliche Fabelsaison wiederholen? Wieviel "Pep" kann Guardiola einfließen lassen? Was passiert, wenn es zunächst nicht läuft? Bei dem Rekordmeister sollte sich eigentlich nicht viel ändern, dachte man. "Ich habe nicht vor, die Philosophie zu ändern", hieß es vor dem Amtsantritt von Pep Guardiola. Mittlerweile wirken die Bayern komplett umgekrempelt, manche wissen nicht, wo sie spielen, andere bangen gar um ihren Stammplatz.

FORM & VORBEREITUNG

Der Triple-Gewinner ist nahezu perfekt in die Vorbereitung gestartet. Ein 15:1 im "Traumspiel"  gegen den Fanclub Wildenau, 9:1 gegen den TSV Regen und 13:0 gegen eine Paulaner Traumelf. Darauf folgten weitere Siege gegen Brescia, Hansa Rostock und Großaspach. Im Telekom-Cup warteten mit dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach ernstzunehmende Gegner, die ebenfalls mit 4:0 und 5:1 besiegt wurden.

Beim Uli-Hoeneß-Cup ging es gegen den FC Barcelona. Dabei war der Name allerdings größer als die Spieler, die der damalige Interimscoach Jordi Roura mit nach München nahm. Die Elf von Pep Guardiola gewann problemlos mit 2:0. Erst im Supercup mussten die Bayern einen herben Dämpfer einstecken. Ausgerechnet Borussia Dortmund offenbarte beim 4:2 die großen Abstimmungsprobleme, die noch beim Rekordmeister herrschen. Mit dem schnellen Umschaltspiel und Ilkay Gündogan waren die Bayern überfordert und zu offensiv.

Im Audi Cup gewann man zunächst gegen den FC Sao Paulo, ehe man im Finale mit Manchester City einen echten Härtetest überwinden musste. Thomas Müller spielte als einziger Stürmer und fühlte sich auf dieser Position nicht wohl. Das merkte man besonders deutlich, als Mario Mandzukic in die Partie kam und Müller hinter dem Angreifer wirbeln konnte. Prompt erzielte er den Ausgleich per Elfmeter und bereitete den Siegtreffer vor.

In der Allianz Arena erlebte man eine Leistungsexplosion des Offensiv-Allrounders, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde.  Im Pokal folgte ein müheloses 5:0 gegen Schwarz-Weiß Reden, nach der Partie ließ Pep Guardiola erstmals Dampf ab und appellierte an die hohe Erwartungshaltung: "Wir können nicht immer 7:0 oder 8:0 gewinnen", so der Spanier. Von einer Bewertung seiner Arbeit wollte Guardiola auch noch nichts wissen: "Für eine solche Analyse ist es noch zu früh."

TRANSFERS

Nach dem Triple ist vor der Titel-Verteidigung, dachten sich wohl der Rekordmeister. Mit Mario Götze und Thiago Alcantara wurden die zwei größten Talente Europas für 62 Millionen Euro nach München gelotst. Der größte Transfer sitzt allerdings auf der Bank: Pep Guardiola gibt nicht nur den Bayern neuen Glanz und rechtfertigt den hohen Stellenwert der Bundesliga in den letzten Jahren.

Felix Magath wagte eine Prognose, die den Konkurrenten nicht gefallen dürfte: "Die Bayern werden in dieser Saison wahrscheinlich kein Spiel verlieren, ein Ende ihrer Dominanz ist nicht abzusehen. Das ist auf Dauer ungesund, auch für die Bayern", so der ehemalige Trainer laut dpa. Die Bayern lassen nicht nach, und Pep Guardiola kann dafür sorgen, dass die Stars den Hunger nicht verlieren und an die letzte Saison anknüpfen. Mit Jan Kirchhoff wurde ein Backup für die Verteidigung verpflichtet, Emre Can wurde nach Leverkusen verkauft. Luiz Gustavo könnte den Triple-Gewinner in Richtung England verlassen, danach ist allerdings Schluss mit den Transferaktivitäten.

Der neue Star Peps Liebling
Backup



GEWINNER & VERLIERER DER VORBEREITUNG

+ Arjen Robben: Der Niederländer scheint der größte Gewinner der Vorbereitung zu sein. Von Pep bekommt der Flügelflitzer die Anerkennung, die er braucht. „Robben ist ein Geschenk für mich“, ließ er zu Beginn verlauten. Diesen Satz hat er selten von einem Trainer gehört.

+ Thomas Müller: Was Pep Guardiola genau mit Müller plant, ist noch unklar. Allerdings wird auch er ein fester Bestandteil seines Teams, auch wenn er sich als einziger Mittelstürmer noch anpassen muss.

- Mario Mandzukic: In der Vorbereitung musste er oftmals zusehen, was ihm gar nicht gefallen hat. Nach seinen Einsätzen hatte man eher den Eindruck, Mandzukic war in Peps Augen „bemüht“ - auch deswegen könnte der Stürmer, der in der letzten Saison eine entscheidende Rolle spielte, sich auf der Bank wiederfinden.

- Toni Kroos: Er kam zwar fast immer zum Einsatz, doch Kroos benötigt ebenfalls noch viel Zeit, um Peps Anforderungen zu entsprechen, und selbst wenn das gelingt – Mario Götze steht in den Startlöchern und wird seine Position mit hoher Wahrscheinlichkeit einnehmen.

g.

DER KOMMENDE STAR

In der letzten Saison durfte er sein Debüt in der Bundesliga feiern, unter Pep Guardiola könnte Pierre-Emile Hojbjerg durchstarten. Der Spanier hat eine Schwäche für junge Talente und überhaupt keine Scheu, sie auch einzusetzen. Der Mittelfeldspieler verfügt bereits jetzt schon über eine starke Ballkontrolle und viel Übersicht. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist jedoch so groß, dass es sehr schwer für ihn wird, auf sich aufmerksam zu machen.



ZIELSETZUNG


Matthias Sammer brachte es am Mittwoch in der Sportbild auf den Punkt: "Wir wollen wieder das Triple in Angriff nehmen. Wir wollen schaffen, was noch niemand in Europa geschafft hat: Die Champions League erfolgreich verteidigen." Eine klare Ansage in Richtung Pep, die die Annahme bestätigt. Der Spanier wird nicht die Zeit bekommen, die er benötigt, um seine Ideen durchzubringen. Man kann die ganzen Aussagen, die man beim Amtsantritt von Guardiola gelesen hat, ad acta legen, denn bei den Bayern wird auch ein Guardiola kaum Anlaufzeit bekommen. Der Spanier selbst schraubt die Erwartungen zurück und fordert mehr Demut, bei der ganzen Euphorie rund um seine Person und den Neuzugängen ist dies allerdings kaum möglich."Jetzt gibt es keine Ausreden und keine Alibis mehr", mahnt Sammer. Mehr muss man zu der Zielsetzung nicht sagen.

GOAL-PROGNOSE

Die Forderungen sind klar formuliert, das Personal dafür ist vorhanden. Nun stellt sich die spannende Frage, wie viel Zeit die Bayern-Stars benötigen, um das System Guardiola zu verstehen und zu verinnerlichen. Wenn das gelingt, stehen die Chancen nicht schlecht, das Triple zu verteidigen, doch die Konkurrenz hat im Vergleich zur letzten Saison nicht geschlafen und aufgerüstet. In der Bundesliga ist und bleibt Borussia Dortmund der einzige Gegner, der den Bayern gefährlich werden kann. Wenn die Bayern schnell funktionieren, wird auch in dieser Saison die Champions League nur über den Titelverteidiger gehen. Sobald die Räder aber nicht ineinander greifen, stehen viele Vereine bereit und werden davon profitieren.

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