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Die Nervosität steigt, die Fingernägel werden kürzer: Die Bundesliga startet in ihre neue Saison und wir machen den Check! Wie gut ist der SC Freiburg gerüstet?

Freiburg. Platz fünf in der Bundesliga, DFB-Pokal-Halbfinale, Europa League-Quali: Eine ungemein erfolgreiche Saison liegt hinter dem SC Freiburg, die aber auch ihren Tribut foderte. Außer dem Abgang vieler Stammspieler muss man im Breisgau nun auch die Doppelbelastung schultern: Neben dem Abstiegskampf wartet unter der Woche die Europa League. Und Trainer Christian Streich ahnt bereits, dass der Underdog-Effekt der letzten Bundesliga-Saison verpufft ist: "Es wird keine Mannschaft geben, die uns unterschätzt", so Streich in der Badischen Zeitung.

FORM & VORBEREITUNG

Gegen Athletic Bilbao, immerhin Europa League-Finalist 2012, gab es zur Saisoneröffnung noch ein durchaus achtbares 0:0. Der zähe Pokalauftritt in Neustrelitz wirkte hingegen ernüchternd und bereitete auch Streich Sorgenfalten auf der Stirn.

Vor allem der neu formierte Angriff tat sich eine Woche vor Bundesligastart gegen Bayer 04 Leverkusen schwer. Während Kapitän Schuster sich angesichts der vielen Neuen wenig überrascht zeigte, verwies Mike Hanke auf die schwere Vorbereitung: "Wir waren noch nicht bei 100 Prozent". Es bleibt abzuwarten, ob und wie schnell die Freiburger Angriffsreihen im Ligabetrieb zusammenfinden.

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TRANSFERS

Freiburg musste diesen Saison bekanntermaßen einen enormen Umbruch vollziehen. Um die Stammkräfte Jan Rosenthal, Daniel Caliguiri, Max Kruse, Cedric Makiadi und Johannes Flum zu ersetzen, betätigte sich der SC schon früh auf dem Transfermarkt und legte sein Augemnerk dabei gezielt auf international erfahrenes Personal, das den Kader auch in der Breite besser verstärken soll. Außerdem drängen auch dieses Jahr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft.

Für das zentrale Mittelfeld wurden Gelson Fernandes (Sporting) und Francis Coquelin (Arsenal) verpflichtet, beide eine Alternative für den abgewanderten Makiadi auf der Doppelsechs. Schaut man auf die letzten Begegnungen, wird wohl erstmal Fernandes den Part neben Julian Schuster einnehmen. Für den linken Flügel, letztes Jahr noch Spielwiese von Caligiuri, kamen Felix Klaus (Fürth) oder Vaclav Pilar (Wolfsburg). Weil derzeit beide verletzt ausfallen, sind die Nachwuchsspieler Sebastian Kerk und Hendrick Zuck heiße Alternativen.

Im Sturm sollen Routinier Mike Hanke (Gladbach) und der Schweizer Admir Mehmedi (Dinamo Kiev) das Duo Kruse/ Rosenthal als Doppelspitze ersetzen, während U 20-Europameister Christopher Jullien ebenso wie Eigengewächs Immanuel Höhn eine zusätzliche Alternative für die Defensive ist.

Der Gunner
Der Erfahrene
Die Bank

 


GEWINNER & VERLIERER DER VORBEREITUNG

+ Immanuel Höhn - Der Mann aus dem eigenen Nachwuchs könnte der neue 'Ginter' sein, hat sich während der Saisonvorbereitung in der Innenverteidigung neben ebenjenem etabliert und Diagne auf die Bank verdrängt.

+ Sebastian Kerk - Das Eigengewächs kam im letzten Saisonspiel gegen Schalke zum Einsatz und sammelte in der Vorbereitung weiter Einsatzminuten. Könnte dieses Jahr eine brauchbare Einwechseloption sein. 

- Karim Guede - Der vielseitig einsetzbare Guede wird wohl auch in seinem dritten Jahr in Freiburg einem Stammplatz hinterherlaufen. Im Sturm stehen nun Hanke und Mehmedi vor ihm, im Mittelfeld wohl Fernandes und Coquelin.

- Fallou Diagne - Der zuletzt von Borussia Dortmund umworbene Innenverteidiger kam, so klang es durch, mit unzureichender Fitness aus dem Urlaub wieder. Ob zu schwache Kondition oder zu starke Wechselwilligkeit: Diagne wird sich zum Ligastart wohl auf der Bank finden.




DER KOMMENDE STAR

Könnte aus dem Jugendbereich kommen. Zwar kam Hendrick Zuck Mitte der vergangenen Saison für den linken Flügel vom 1. FC Kaiserslautern, wegen einer Fersen-Verletzung fiel der Perspektivspieler dann aber komplett aus. Nach augestandener Blessur konnte Zuck nun die gesamte Vorbereitung bestreiten, kam in den Tests regelmäßig zum Einsatz und hinterließ einen guten Eindruck.

Gegen Piräus und Belediyespor traf Zuck bereits je einmal. Im Pokal avancierte der geborene Püttlinger zum Man of the Match, brachte die Breisgauer mit zwei späten Treffern in die nächste Runde. "Das war ein großer Schritt für mich", sagte der 23-Jährige nach der Partie, und prognostizierte: "Leverkusen wird ein hartes Pfaster." Eines, auf dem Zuck weiter auf sich aufmerksam machen könnte.



ZIELSETZUNG


Das Saisonziel wird wie in jeder Erstligasaison der Klassenerhalt sein. Dieses Jahr vermutlich sogar ausdrücklich: Die Doppel- bzw. Dreifach-Belastung aus Liga, Pokal und Europa League stellt für den Sportclub eine immense Herausforderung dar. Die Erinnerung daran, dass auf die einzigen beiden Europa-Ausflüge (1996, 2002) der Vereinsgeschichte der Abstieg folgte, ist präsent. Sollte man in der EL nicht allzu früh die Segel streichen und nicht bis zum Saisonende um der Verbleib im Oberhaus zittern müssen, wäre wohl niemand unzufrieden.

GOAL-PROGNOSE

Eine komplizierte Saison wartet auf den SC. Viel wird von Stimmung und Erwartungen abhängen: Bleiben Verein und Umfeld auch bei Rückschlägen gewohnt unhektisch, wird sich der SC nach anfänglichen Problemen im Tabellenmittelfeld etablieren können.

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