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Der Gewinn des Confed-Cups und der Wechsel von Neymar nach Europa haben dem Fußball in Brasilien wieder neue Hoffnung gegeben. Bei der WM 2014 sind sie wieder einer der Favoriten.

KOMMENTAR

Von Kris Voakes

Brasilia. Vor nur sechs Monaten war der brasilianische Fußball fast so etwas wie eine Lachnummer, aber die Aufnahme von sieben Brasilianern in die Goal 50 und die Rückkehr des Hungers nach Erfolg, welchen die Nation ausstrahlt, zeigen: Die Selecao ist zurück.

Als Gastgeber und fünfmaliger Weltmeister sollte die erfolgreichste Nation der Erde mit der Vergabe der WM an das eigene Land eigentlich automatisch Top-Favorit sein, aber erst seit dieser Saison nennt sich Brasilien selbst wieder "Mitfavorit", das sagt einiges über den Zustand aus, in dem sich diese Fußballnation befand.

Eine katastrophale Niederlage gegen die Niederlande bei der WM 2010, nur ein einziger Sieg bei der Copa-America 2011 in Argentinien und enttäuschende Testspiel-Niederlagen führten dazu, dass Brasilien auf Platz 22 der FIFA-Weltrangliste abrutschte. Ein historisches Tief. In dieser Phase waren weder Carlos Dunga noch Mano Menezes in der Lage der stolzen Fußballnation Mut zu machen.

Die abgelaufene Saison war der Wendepunkt

In den letzten Monaten konnte man eine gewaltige Veränderung beobachten, die ihren Höhepunkt im Gewinn des Confed-Cups und der Auswahl von sieben Spielern in die Goal 50 fand.

Neben dem Triumph der Nationalmannschaft gab es auch eine beachtliche Anzahl von Brasilianern, die auf vereinsebene Erfolge feierten: Thiago Silva, Paulinho und Fernandinho wurden in ihren Ligen Meister, Dante und Luiz Gustavo gewannen mit Bayern München sogar das Triple.

Diesen Sommer haben sie gezeigt, dass Erfolg erfolgreich macht. Die Reaktion der Spieler ist eindeutig: "Wir müssen uns vor niemandem verstecken", erklärte Fred, der mit fünf Treffern Torschützenkönig des Confed-Cups und 13. der Goal 50 wurde. "Wir waren schon immer eine Schule, ja eine Wiege für große Spieler. Jeden Tag gibt es neue gute Spieler in Brasilien, das ist bemerkenswert. Es ist nicht verwunderlich, dass europäische Klubs hierher kommen und nach Talenten Ausschau halten."

"Wir waren schon immer eine Schule, ja eine Wiege für große Spieler. Es ist nicht verwunderlich, dass europäische Klubs hierher kommen und nach Talenten Ausschau halten."

- Fred

"Die Nominierungen für die Goal 50, der Gewinn der "Mini-WM" und die Stärke der brasilianischen Teams in der  Copa Libertadores "bestätigen, so Willian, der für Anzhi spielt, dass Brasilien immer gute Spieler hat und sich jederzeit neue Perspektiven auftun. Die Leistungen beim Confed-Cup waren hervorragend, ich bin sicher, dass wir weiterhin Top-Spieler haben werden."

Erfolge in ganz Europa

Dieses Potenzial, kontinuierlich Fußballer mit großer Klasse und herausragender Technik hervorzubringen, zeigt, dass Brasilien bei der Heim-WM doch ein gewichtiges Wörtchen mitreden wird, während viele vor wenigen Monaten noch dachten, Brasilien könne nicht mithalten.

Egal, wo man hinschaut, große Klubs hatten in der Saison 2012/13 brasilianischen Einfluss. Paris hat mit Thiago Silva, Lucas, Alex und Maxwell die Meisterschaft gewonnen. Manchester United gewann die Premier League mit Rafael und Anderson, Barcelona La Liga mit Dani Alves und Adriano, ZSKA Moskau hatte Erfolg mit Fernandes und die Bayern mit Luiz Gustavo, Dante und Rafinha. Nicht zu vergessen, dass Atletico Mineiro das erste Mal in der Vereinsgeschichte die Copa Libertadores gewann.

Schon vor dem Gewinn des Confed-Cups gab es klare Hinweise, dass Brasilien auf dem Weg zurück ist.

Pele: "Neymar kann besser als Messi werden"

Und nun hat auch Neymar sein Potenzial abgerufen. Alle, die einen Spielmacher für die Nationalmannschaft gesucht haben, hat er überzeugen können. Fußballlegende Pele sagte sogar, dass der 21-Jährige besser als Messi werden könne. Zu Goal sagte Pele: "Ich liebe Messi, aber Neymar hat sich in den letzten beiden Jahren echt entwickelt. Er ist beidfüßig und er ist in der Luft stark. Er bringt die Voraussetzungen mit, noch besser als Messi zu spielen."

Durch den 57-Millionen-Euro-Wechsel zum FC Barcelona steht Neymar nun in dem Scheinwerferlicht, das er braucht, um sich ganz nach oben zu spielen. Unter den Augen der Welt blühte er bereits beim Confed-Cup auf. Er ist bereit. Die Selecao war immer mit einer großen Nummer zehn erfolgreich, es sieht so aus als wäre Neymar die Nächste.

Doch bis jetzt ist erst der halbe Weg gegangen. Jeder Spieler, der seine Leistung in den nächsten zehn Monaten nicht bestätigt, wird von Luiz Felipe Scolari aussortiert, er hat genug Kandidaten mit Qualität in der Hinterhand.

Die Zeichen stehen gut. Neymars Wechsel zu Barca verspricht aufregende Zeiten. Die Weltmeisterschaft könnte wieder eine goldene Ära entstehen lassen. Das Kollektiv und die Individualisten, Brasilien ist zurück. Mit den Samba-Jungs muss man definitiv wieder rechnen.

EURE MEINUNG: Wird Neymar Brasilien wieder an die Spitze führen?

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