thumbnail Hallo,
Konnte sich bei Hannover 96 nicht durchsetzen: Roman Wallner

Was macht eigentlich... Roman Wallner?

Konnte sich bei Hannover 96 nicht durchsetzen: Roman Wallner

Roman Wallner former player of German side Hannover 96

Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Tomasz Wisio
In der Bundesliga: 2005

Vereine in Deutschland: Arminia Bielefeld

Einsätze:
1

Tore:
0

Erfolge:
keine
Das polnische Missverständnis

Mit guten Leistungen aus Österreich kommend konnte sich Wisio keineswegs in Deutschland durchsetzen. Nur ein halbes Jahr kickte er in Bielefeld.

Bereits als junger Fußballer räumte Tomasz Wisio ab. Mit der polnischen U16-Nationalmannschaft wurde er Vize-Europameister 1999, als erst im Finale gegen Spanien Schluss war. Später im selben Jahr nahm er auch an der U17-Weltmeisterschaft teil, schied jedoch bereits in der Vorrunde aus.

Nach zwei Profijahren in Polen ging er nach Österreich zum SV Pasching. Hier fasste der Abwehrspieler schnell Fuß und empfahl sich für die deutsche Bundesliga. Für ein halbes Jahr hieß sein Arbeitgeber Arminia Bielefeld. Mit Vorschusslorbeeren gekommen, konnte er in keinster Weise an seine Leistungen in Österreich anknüpfen und absolvierte nur eine Partie für die Ostwestfalen. Nach einem halben Jahr Leihe suchte er wieder das Heil in Pasching.

Nach zwei Jahren in Linz ging es weiter nach Griechenland zum Erstligisten Ergetolis. Wegen ausstehenden Gehaltszahlungen löste Wisio seinen Vertrag in der Winterpause 2010/11 auf und ging in die vierte Liga zu RB Leipzig. Hier wurde er nach nur einem halben Jahr aussortiert, inzwischen spielte er wieder in Österreich bei St. Pölten.

Tamas Bodog
In der Bundesliga: Von 1999 bis 2000 und von 2004 bis 2006

Vereine in Deutschland: SSV Ulm, Mainz 05

Einsätze:
36

Tore:
3

Erfolge:
Bundesliga-Aufstieg mit Ulm und Mainz
Pech beendete Bodogs Karriere

Erst verletzte sich Tamas Bodog schwer am Fuß, ein knappes Jahr später zog er sich eine schwere Gesichtsfraktur zu, von der er sich nicht mehr erholen konnte. Er kam nur noch sporadisch zum Einsatz und musste seine Profikarriere beenden.

Bodog begann seine Karriere bei seinem Jugendklub Pecsi Mecsek FC. Nach fünf Jahren in seiner ungarischen Heimat nahm er den Lockruf vom damaligen Regionalligisten SSV Ulm an. Unter Ralf Rangnick gelang der Sprung in den Profifußball. Nach nur einem Jahr Bundesliga stieg Bodog jedoch mit Ulm wieder ab.

Der Innenverteidiger fand zunächst keine neue Anstellung im Profifußball und kam erst einmal bei Oberligist Au/Iller unter. Nach fünf Partien für die Bayern nahm ihn Mainz 05 unter Vertrag. Erst wurde er von Coach René Vandereycken auf der Außenposition eingesetzt. Mit dem Posten haderte der Ungar immer mehr und fand keinen Weg zu einem Stammplatz. Erst unter Eckhard Krautzun in der Rückrunde 2000/01 wurde er auf "seiner" Position in der Innenverteidigung Stammspieler.

Eine Fußverletzung in der Saison 2002/03 ließ den athletischen Verteidiger ein halbes Jahr pausieren. Nach der Aufstiegssaison etablierte er sich unter Jürgen Klopp auch in der Bundesliga. Ein schwerer Trainingsunfall mit einer Gesichtsfraktur beendete schließlich die Profikarriere des Ungarn. Er erholte sich davon nicht mehr, wurde nur noch sporadisch eingesetzt und verstärkte zuletzt die Mainzer Reserve als erfahrener Spieler.

Zunächst assistierte er Peter Neustädter bei Mainz II ehe er zu Videoton nach Ungarn ging. Auch hier war er Co-Trainer holte unter anderem die ungarische Meisterschaft. Seit Sommer 2012 steht er als Assistent von Alexander Zorniger bei RB Leipzig an der Seitenlinie.

Roman Wallner
In der Bundesliga: Von 2004 bis 2006 (im zweiten Jahr stets verliehen)

Vereine in Deutschland: Hannover 96

Einsätze:
10

Tore:
0

Erfolge:
keine
Skandale vermiesen große Karriere

Der Österreicher wurde früh als eines der besten und größten Talente in seiner Heimat gefeiert. Doch neben einigen Tore gesellten sich viele Skandale (alkoholisiert zum Training, Beleidigung einer Stewardess unter anderem), die letztlich seinen Aufstieg verhinderten.

Der in Graz geborene Wallner begann in der Jugend bei Sturm mit dem Fußball. Bereits mit 17 Jahren feierte er sein Profidebüt in der ersten Mannschaft. Bühne damals war die Champions League gegen Inter Mailand. Eigentlich der Beginn einer verheißungsvollen Karriere.

Mit seinem Wechsel nach Wien zu Rapid rechnete er sich bessere Einsatzchancen aus, doch hier begannen die ersten Skandale. Er erschien so unter anderem alkoholisiert zum Training. Dennoch wagte Hannover 2004 den Transfer der Steiers. In den zwölf Monaten in Niedersachsen kam der Stürmer allerdings zu lediglich zehn Einsätzen und keinen Toren. Er fiel mehr durch Skandale auf: So beleidigte er eine Stewardess und fuhr unter Alkoholeinfluss Auto. Vom Glück nicht mehr gesegnet, ging er anschließend zurück nach Österreich, wo er unter anderem bei Admira spielte, aber auch hier Konflikte mit Trainer und Teamkollegen förmlich anzog.

Nach einer zweijährigen Odyssee in Schottland und Griechenland kehrte er wieder in sein Heimatland zu Linz zurück. Mit den Oberösterreichern fand er seine altbekannte Form wieder und führte zur Winterpause 2009/10 die Torschützenliste der Bundesliga an. Schnell fiel diese Leistung dem damaligen Meister Red Bull Salzburg auf, der ihn schließlich im Januar 2010 zur darauffolgenden Saison verpflichtete.

Nach zwei Jahren in Salzburg lockte ihn sein Landsmann Peter Pacult zum deutschen Red Bull-Ableger nach Leipzig. Hier galt er als "Königstransfer" und unterstrich diesen Anspruch gleich im ersten Spiel, als er einen Dreierpack erzielte. Jedoch kam mit dem Pacult-Ende ein halbes Jahr später auch das Wallner-Ende in Sachsen. Inzwischen spielt der 29-malige Nationalspieler bei Wacker Innsbruck. Hier kann er in der aktuellen Spielzeit nach zwei Spielen bereits ein Treffer und zwei Vorlagen verbuchen.

Folge Fabian Biastoch auf

EURE MEINUNG: Warum können sich relativ wenig Österreicher in Deutschland durchsetzen? Oder täuscht der Eindruck?

Dazugehörig