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Jiri Stajner jagte nicht nur für Hannover 96 den Toren hinterher, sondern auch für Tschechien

Was macht eigentlich... Jiri Stajner?

Jiri Stajner jagte nicht nur für Hannover 96 den Toren hinterher, sondern auch für Tschechien

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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Giovanni Federico
In der Bundesliga: Von 2007 bis 2009

Vereine in Deutschland: Borussia Dortmund, Karlsruher SC

Einsätze:
59

Tore:
6

Erfolge:
DFB-Pokalfinalist 2008
Vom Topscorer zum Bankdrücker

In der zweiten Bundesliga avancierte Federico in der Saison 2006/07 zum Torschützenkönig und wurde von mehreren Fachmedien zum besten Spieler der Saison gewählt. Im Oberhaus konnte er diese Leistung nicht zeigen und wurde schnell zum Bankdrücker.

Die Uhr schlägt Mitternacht, ein kleiner Junge schläft in seinem weichen, warmen Bett. In seinen Träumen ziehen die größten Stadien der Welt an ihm vorbei. Ob auch Giovanni Federico ein solcher Junge war, ist nicht belegt. Sicher ist, dass viele solcher Jungs irgendwo auf der Strecke bleiben.

Einige schaffen den Sprung in die A-Jugend, einige bis in die zweite Mannschaft eines großen Klubs. Federico war auch ein Talent, das es sogar bis in die Profimannschaft des 1. FC Köln schaffte. Am Rhein konnte sich der als "ewiges Talent" verschriene Mittelfeldspieler nicht durchsetzen. Erst beim Karlsruher SC bekam er eine zweite Chance und feierte in seinem zweiten Jahr in Baden mit 14 Treffern und acht Vorlagen seinen Durchbruch als Torschützenkönig der zweiten Bundesliga.

Schnell wurde Erstligist Borussia Dortmund aufmerksam, holte den Deutsch-Italiener ins Revier. In seinem ersten Jahr schien alles gut zu laufen. Immerhin 30 Spiele, acht Vorlagen und vier Tore standen in seiner Statistik. Dann geh es bergab. In seiner zweiten Saison kam er nur noch auf zwei Einsätze und wechselte im Januar 2009 leihweise wieder zum KSC.

Bei Arminia Bielefeld spielte er schließlich wegen finanzieller Probleme des Vereins nur ein Jahr. Bei seinem Jugendklub VfL Bochum trat er als torgefährlichster Mittelfeldspieler in Erscheinung. 2012 überraschte er seinen Klub, als er sagte, dass der VfL sein "letzter Klub" gewesen sei und er "nicht mehr im Profi-Fußball aktiv" sein werde. Bis Juni spielte er noch bei Regionalligist Viktoria Köln.

Michael Thurk
In der Bundesliga: Von 2004 bis 2008 und 2011

Vereine in Deutschland: Mainz 05, Eintracht Frankfurt, FC Augsburg

Einsätze:
81

Tore:
22

Erfolge:
Bundesliga-Aufstieg mit Mainz und Augsburg
Aufstiegsheld auf dem Abstellgleis

Ein Topstürmer auf dem Abstellgleis. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga gehörte Thurk überraschend nicht mehr zum Kader des FCA. Als Aufstiegsheld verehrt, wurde er wegen "sportlichen" Gründen freigestellt und ging in die Dritte Liga.

Michael Thurk wurde 1976 geboren und wechselte als 23-Jähriger von der Oberliga in den Profifußball. Bei Zweitligist Mainz unterschrieb er einen Kontrakt und schaffte nach einem Jahr in der Zweitvertretung den dauerhaften Sprung in das Profiteam. Von 2000 bis 2004 knipste er in 122 Partien 42 weitere Male und war nach Sven Demandt und einem gewissen Jürgen Klopp der drittbester Zweitligatorjäger der Mainzer.

Die Saison 2003/04 endete für Thurk tragisch. Bis zum 30. Spieltag erzielte er keinen Treffer und der Verein ließ den Vertrag auslaufen. Daraufhin unterschrieb der Stürmer bereits vor Saisonende einen Anschlussvertrag beim Aufstiegskonkurrenten Energie Cottbus. Mit drei Toren in den letzten drei Spielen, darunter zwei beim 3:0 im Aufstiegs-Endspiel gegen Eintracht Trier schoss Thurk die Mainzer in die Bundesliga und gleichzeitig blieb Energie so in der zweiten Bundesliga.

Nach einem halben Jahr in Brandenburg ging er teilweise aus der eigenen Tasche bezahlend zurück zu den Rheinhessen. Ein Jahr später wechselte er unter Einsatz medialer Waffen zu Eintracht Frankfurt. Die 1,5 Jahre in der Bankenmetropole waren von wenig Glück geprägt, sodass er im Winter 2007/08 zum FC Augsburg ging. Hier avancierte er schnell zum Stammspieler und Aushängeschild. Bis zum Sommer 2011. Aus "sportlichen" Gründen wurde er vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen. Die zwischenmenschliche Beziehung zu Jos Luhukay schien unheilbar zerstört. Ein halbes Jahr musste er auf einen neuen Arbeitgeber warten.

Im Januar 2012 wechselte er in die Dritte Liga zum FC Heidenheim. Hier bewies er sich als zuverlässige Stütze der Mannschaft. Sein Kontrakt läuft noch bis 2014 mit der Option auf ein weiteres.

Jiri Stajner
In der Bundesliga: Von 2002 bis 2010 (halbes Jahr Leihe zu Sparta Prag 2004)

Vereine in Deutschland: Hannover 96

Einsätze:
229

Tore:
42

Erfolge:
keine
Von Problemen zum Held

Der tschechische Held der Hannoveraner. Nach anfänglichen Problemen schoss er gleich in seiner ersten Spielzeit Hannover 96 am vorletzten Spieltag zum Klassenerhalt. Danach avancierte er zum Schlüsselspieler im Trikot der 96'er.

Jiri Stajner wurde unter anderem bei Slavia Prag groß. Doch erst in Liberec bei Slovan wurde er von Europa "entdeckt". Durch seine starken Leistungen im damaligen UEFA-Pokal wurde nicht nur Borussia Dortmund auf ihn aufmerksam, sondern auch Hannover 96.

Der Tscheche galt daraufhin als Wunschstürmer des Erfolgstrainers Ralf Rangnick. Der jetzige Sportdirektor von Red Bull Salzburg und RB Leipzig führte die Niedersachsen nach mehr als einem Jahrzehnt wieder in die Bundesliga zurück. Sein Wunschstürmer hatte jedoch in den ersten Monaten Schwierigkeiten sich an das Oberhaus zu gewöhnen. Ab der Rückrunde der Saison 2002/03 wurde er jedoch zum Schlüsselspieler der Hannoveraner.

Vor allem ein Tor im Mai 2003 wird für ewig Platz in den Erinnerungen der 96-Fans haben: Am 33. Spieltag traf Stajner in der Nachspielzeit gegen Borussia Mönchengladbach zum 2:2-Ausgleich. Dieses Tor markierte zugleich den Klassenerhalt der Rangnick-Elf.

Im Sommer 2010 verließ er die niedersächsische Landeshauptstadt. Es zog ihn wieder zurück in seine Heimat nach Liberec. Inzwischen steht er zusammen mit David Jarolim beim FK Mlada Boleslav unter Vertrag. Der Kontrakt des inzwischen 37-Jährigen läuft noch bis Juni 2014.

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EURE MEINUNG: Welchen der drei Spieler vermisst Ihr in der Bundesliga? Hat Michael Thurk ein Comeback verdient?

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