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Juri Judt im Einsatz mit Nürnberg - Bald in der Bundesliga mit RB Leipzig?

Was macht eigentlich... Juri Judt?

Juri Judt im Einsatz mit Nürnberg - Bald in der Bundesliga mit RB Leipzig?

Bongarts

Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Pavel Pardo
In der Bundesliga: Von 2006 bis 2008

Vereine in Deutschland: VfB Stuttgart

Einsätze:
71

Tore:
4

Erfolge:
DFB-Pokalfinalist 2007, Dt. Meister 2007
Mexikaner mit einem starken Schuss

In Mexiko gilt Pardo als einer der besten Fußballer des Landes. Vor allem seine Freistöße und sein starkes Zweikampfverhalten ließen ihn dazu werden.

In Mexiko und mit der Nationalmannschaft gewann Pardo alles, was möglich war, ehe er nach Deutschland ging. Zweimal stemmte er den Gold Cup in die Höhe, holte den Confed Cup, die mexikanische Meisterschaft und die nord- und zentralamerikanische Champions League.

Kein unbeschriebenes Blatt landete damals im Ländle und es sollte noch ein weiterer großer Titel hinzukommen. Zusammen mit seinem Landsmann Ricardo Osorio spielte er ab 2006 bei den Schwaben des VfB und feierte gleich in der ersten Saison die deutsche Meisterschaft. Fast gelang das Double, doch die "Clubberer" wussten dies in Berlin zu verhindern.

Als klassischer Sechser vor der Abwehr wusste der Mexikaner mit Zweikampfstärke zu überzeugen und steuerte selbst ein Tor und sieben Vorlagen in 33 Partien zur Meisterschaft bei. Ähnlich wie bei seinem Nationalmannschaftskollegen Osorio begann auch sein Stern nach dem Titelgewinn zu sinken. Gegen Sami Khedira sah er kein Land und wechselte zum Jahreswechsel 2008/09 zurück in seine Heimat zu Club America.

Im Januar beendete er nach einem zweijährigen Gastspiel bei Chicago Fire seine Karriere. Auch in Zukunft will er im Fußballgeschäft tätig sein.

Andrzej Rudy
In der Bundesliga: Von 1989 bis 1992 und von 1992 bis 1995

Vereine in Deutschland: 1. FC Köln, VfL Bochum (2. Bundesliga)

Einsätze:
134

Tore:
14

Erfolge:
DFB-Pokalfinalist 1991, Deutscher Vize-Meister 1990
Comeback mit 47

In der abgelaufenen Saison der Mittelrheinliga feierte Rudy mit 47 Jahren bei Euskirchen sein Comeback. Im Mai feierte er für 45 Minuten seine Rückkehr auf den Platz.

Wie auch der spätere Nürnberger Profi Adam Matysek begann Rudy seine Karriere bei WKS Slask Wrocław. Nach einer weiteren Station in seiner Heimat Polen wechselte er schließlich an den Rhein zum FC.

In Köln konnte er sich nicht gleich durchsetzen und kam in seiner ersten Saison auf 18, in seiner zweiten Spielzeit auf 24 Einsätze. Nach einem halbjährigen Abstecher nach Bröndby kehrte er nach Köln zurück und wurde Stammspieler. 1995 ging er ablösfrei zum VfL Bochum in die zweite Bundesliga und von dort nach Belgien.

Nach der Vizemeisterschaft 1990 durfte er mit Lierse schließlich seinen ersten Meistertitel feiern. Für etwas mehr als eine Million Euro wechselte der polnische Nationalspieler ein Jahr später zum niederländischen Traditionsklub Ajax Amsterdam. Hier begann die erfolgreichste Zeit seiner Karriere. 1998 holte er das Double, 1999 verteidigte er den Pokal. Nach seiner Zeit in Holland ging er nochmals nach Köln, allerdings zum unterklassigen Stadtrivalen des FC, Viktoria. Schließlich ließ er seine Karriere in Euskirchen ausklingen, wo er im Mai dieses Jahres auch noch einmal zu einem Kurzeinsatz gegen Alemannia Aachen kam.

Juri Judt
In der Bundesliga: Von 2009 bis 2012

Vereine in Deutschland: 1. FC Nürnberg, Greuther Fürth (2. Bundesliga) und RB Leipzig (Regionalliga und 3. Liga)

Einsätze:
44

Tore:
0

Erfolge:
Bundesligaaufstieg 2008/09
Vom Kleeblatt zum Club

Die Stadien liegen nur wenige Kilometer auseinander, der Weg war also nicht weit für Judt, als er 2008 aus Fürth nach Nürnberg ging. Zu wenig Einsatz bei Greuther begünstigte den Wechsel zum ärgsten Lokalrivalen.

Als sogenannter Spätaussiedler kam Juri Judt aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Zunächst begann er beim FC Bayern Kickers Nürnberg mit dem Fußballspielen. Mit 12 Jahren zog es ihn das erste Mal nach "auf die andere Seite" nach Fürth. In der Jugendabteilung von Greuther durchlief er alle Jugendmannschaften und schaffte in der Saison 2005/06 schließlich den Sprung in den Profikader.

Zu wenig Einsatzzeit in der zweiten Bundesliga ließen ihn zurück nach Nürnberg, allerdings zum FCN, wechseln. Hier etablierte sich der Abwehrspieler und feierte sogleich den Aufstieg ins deutsche Oberhaus. Nach einem Jahr in der Bundesliga mit 24 Einsätzen spielte er 2011/12 vor allem in der Regionalliga Süd bei der Zweitvertretung des Clubs. Als sein Vertrag im vergangenen Jahr auslief wechselte er zum ambitionierten Nord-Regionalligisten RB Leipzig.

Wie schon in Nürnberg gelang ihm auch hier der sofortige Aufstieg in die nächsthöhere Klasse. Im Juni durfte er den von RB herbeigesehnten Aufstieg in die Dritte Liga feiern. Blieb er zwar in den Relegationsspielen gegen Lotte ohne Einsatz, so trug er mit 20 Einsätzen jedoch maßgeblich zum Aufstieg bei. Am Freitag spielt Judt mit RB das erste Mal in der Dritten Liga. Im Lokalderby geht es nach Halle zum Halleschen FC.

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