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Um das große Ziel, den Aufstieg, nach zehn Jahren endlich zu erreichen, ist 1860-Trainer Alexander Schmidt bereit, unpopulistische Entscheidungen zu treffen – und das ist gut so!

KOMMENTAR
Von Fabian Roßmann

München. „Mit Platz vier wären wir nicht mehr zufrieden.“ Die Zielrichtung für das zehnte Zweitligajahr in Folge für den TSV 1860 München hat Trainer Alexander Schmidt mit dieser Aussage schon zum Trainingsauftakt vorgegeben. Der so lang ersehnte Aufstieg soll endlich gelingen. Um dieses Ziel zu erreichen, strebt der Coach einige Veränderungen beim Zweitliga-Dino an und ist dabei auch bereit, einen ungemütlichen Weg zu bestreiten.

Halfar muss gehen - zu Recht

Einige unpopulistische Entscheidungen hat Schmidt aus Überzeugung bereits getroffen. Grigoris Makos, vor einem Jahr noch als griechischer EM-Teilnehmer und mit großen Hoffnungen verbunden von Schmidts Vorgänger Reiner Maurer nach München geholt, muss nach nur einem Jahr die Löwen wieder verlassen. Aufgrund eines Syndesmosebandrisses ist er nie so richtig in München angekommen, jetzt geht er zum zypriotischen Vizemeister Anorthosis Famagusta. Schmidt setzt im defensiven Mittelfeld auf die beiden jungen Dominik Stahl und Yannick Stark.

Auch Daniel Halfar haben die Sechziger verkauft – für rund 250.000 Euro Ablöse schließt er sich dem Ligakonkurrenten 1. FC Köln an. In einem Jahr wäre sein Vertrag ausgelaufen, das Angebot des Vereins für eine Verlängerung hat er ausgeschlagen. Die Löwen mussten den Flügelflitzer verkaufen, um die leeren Kassen zu füllen. Die richtige Entscheidung, zumal Halfar bei den Konkurrenten Adlung, Stoppelkamp, Tomasov und Wood längst keinen Stammplatz mehr hat und bei seiner 1860-Zeit seine individuelle Klasse zwar immer wieder aufblitzen lies, über einen längeren Zeitraum aber nie vollends überzeugen konnte. „Nachdem Daniel unser Vertragsangebot nicht angenommen hat, war die logische Konsequenz, dass wir den Spieler transferieren“, erklärte Sportdirektor Florian Hinterberger.


"Lauth, dem in der Vergangenheit oftmals eine lethargische Art vorgeworfen wurde, kann sich nun auf sein Spiel und seine Qualitäten, die er ohne Zweifel besitzt, konzentrieren."

Und dann war da noch die Kapitänsfrage. Bislang war Publikumsliebling Benjamin Lauth Spielführer bei den Löwen. Doch Lauth stehen schwierige Zeiten bevor. Nannte ihn Alexander Schmidt bei seinem Amtsantritt noch „unverzichtbar“, weil im Sturm ernsthafte Alternativen fehlten, so sind eben diese Alternativen mit Rob Friend und Stephan Hain mittlerweile vorhanden – und Lauth längst nicht mehr gesetzt. Auch war der Ur-Löwe nie ein Laut(h)sprecher, ein eher untypischer Kapitän. Somit ist es eine nachvollziehbare Entscheidung, dass Schmidt seinem Starspieler das Kapitänsamt wegnahm und es dem Kämpfer Guillermo Vallori übertrug, der sich in den letzten Monaten in die Herzen der Löwenfans gefightet hat. Ein positiver Nebeneffekt: Lauth, dem in der Vergangenheit oftmals eine lethargische Art vorgeworfen wurde, kann sich nun auf sein Spiel und seine Qualitäten, die er ohne Zweifel besitzt, konzentrieren.

„Am Mute hängt der Erfolg“

Auch wenn der Boulevard in den letzten Tagen aufgrund der Schmidt-Entscheidungen tobte, so sollte sich der Fußballlehrer dennoch nicht von seinem Weg abbringen lassen. Denn seit langem hat man bei 1860 einmal wieder das Gefühl, dass eine Mannschaft mit Plan zusammengestellt wurde und eine Spielphilosophie verfolgt wird. Und schon Theodor Fontane wusste: „Am Mute hängt der Erfolg.“

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