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Warum der AC Florenz? Der neue Verein von Mario Gomez unter der Lupe!

Viele Fans fragen sich, weshalb es Mario Gomez zum AC Florenz gezogen hat und ob er nicht zu einem "besseren" Klub hätte gehen können. Goal nimmt die Fiorentina nun unter die Lupe!

ANALYSE
Von Rafael Corradino

Florenz. Der AC Florenz verpasste in der Saison 2012/2013 nur knapp die Qualifikation zur Champions League. Mario Balotelli schoss den AC Mailand in einem Herzschlagfinale auf Platz drei. Die gleiche Aufgabe verfolgt Mario Gomez nun mit der Fiorentina! Goal nimmt den neuen Klub unseres Nationalspielers nun genauer unter die Lupe!

Der traditionsreiche AC Florenz

Die Fiorentina feierte als erste Mannschaft überhaupt den Titel im Europapokal der Pokalsieger und brachte italienische Größen wie Roberto Baggio und Riccardo Montolivo hervor. Zuletzt förderte Florenz Talente wie Jovetic und Ljajic. 2004 feierte der AC Florenz den umjubelten Wiederaufstieg in die Serie A und anschließend ein Fußballmärchen, das in Italien berühmtberüchtigt ist.

AC FLORENZ
SAISON 2012/2013
Serie A:
4. Platz
Coppa Italia: Viertelfinale

Trainer: Vincenzo Montella (seit 2012)

Stadion:
Artemio Franchi

Zuschauerkapazität:
47.500

Erfolge:
Sechsfacher Pokalsieger, zwei Mal italienischer Meister, ein Mal Europapokal der Pokalsieger
DER SUPERSTAR
Stevan Jovetic

Seinen ersten kleinen Durchbruch feierte Stevan Jovetic 2010 mit seinen beiden Spielen gegen den späteren Champions-League-Finalisten FC Bayern. Seitdem verbesserte er sich konstant und weiß mittlerweile vor allem in taktischer Hinsicht zu überzeugen. Der Montenegriner erzielte für Florenz in 134 Partien insgesamt 40 Tore und sammelte 24 Assists.

Langsam pirschte sich der Verein an die europäischen Plätze heran und zog 2007 erstmals nach sieben Jahren in Europa ein. Im UEFA Cup scheiterte Florenz 2008 im Halbfinale, erreichte allerdings trotz der dreifachen Belastung den vierten Platz und qualifizierte sich für die Champions League, in der dann bereits nach der Gruppenphase Schluss war.

Unter den jüngeren Fans des runden Leders hat sich Florenz anschließend 2010 einen Namen gemacht. Im Achtelfinale der Königsklasse brachten die Italiener den FC Bayern München an den Rande des Ausscheidens. Stevan Jovetic spielte sich bereits damals in das Rampenlicht, bereitete in Hin- und Rückspiel übergreifend einen Treffer vor und erzielte zwei Tore selbst. Montolivo war damals Kapitän der Mannschaft, der Trainer hieß Cesare Prandelli.

Wenig später verließen beide den Klub; die goldene Ära der Neuzeit war vorbei.

Das bittere Ende einer starken Saison 2012/2013

2012 kämpfte Florenz gar gegen den Abstieg, wusste ihn jedoch trotz eines mäßigen Schlussspurts noch zu verhindern. Montolivo wechselte zum AC Mailand und viele befürchteten, dass es nun für Florenz in der italienischen Serie A sehr schwer werden würde.

Unter Trainer Vincenzo Montella siegte Florenz zum Auftakt gegen Udinese Calcio und spielte eine herausragende erste Saisonhälfte, mit Punktgewinnen gegen Juventus und Parma sowie Siegen gegen den AC Mailand und Lazio Rom. Der Kampf mit den "Rossoneri" um die Champions League nahm dramatische Formen an und ging schlussendlich verloren. Trotz eines guten Schlussspurts sicherte sich Milan an einem spannenden letzten Spieltag den vierten Platz.

Nun waren 1500 Fans zum Trainingsauftakt der Mannschaft anwesend. Die Fiorentina lebt, auch dank Mario Gomez! Die Hoffnungen sind groß und Montella schürte sie weiter, als er sagte, man dürfe in Florenz nun träumen.

Florenz hat das Zeug zum großen Coup

Diesen Traum lebte in den vergangenen Jahren auch der SSC Neapel unter Trainer Walter Mazzarri. Der Klub mischte die Spitzengruppe der Liga auf und qualifizierte sich in den letzten drei Spielzeiten zwei Mal für die Königsklasse. Mazzarri ist nun bei Inter Mailand untergekommen, während Napoli außerdem drauf und dran ist, Starspieler Edinson Cavani abzugeben. In den kommenden Jahren wird es in Italien also immer spannender. Die Kluft zwischen den Klubs wird kleiner, Überraschungen immer wahrscheinlicher, das hat Napoli gemeinsam mit Udinese und Lazio in den vergangenen Jahren bereits bewiesen.

Coach Montella wusste in der Saison 2012/2013, seiner ersten als Trainer des AC Florenz, mit geringen Mitteln zu überzeugen und sammelte im Schnitt 1,88 Punkte pro Spiel - mehr als Mazzarri in seiner Zeit bei Neapel, beinahe genauso viele wie Massimiliano Allegri als Trainer von Milan. Insbesondere gegen die Spitzenmannschaften holte Montella die wichtigen Zähler.



Und mit Gomez hat nun auch Florenz das Zeug zum ganz großen Coup. In der vergangenen Spielzeit verpasste die Mannschaft die Königsklasse im letzten Moment. Gomez könnte nun die Treffer beisteuern, die eine derart spannende Schlussphase der Saison vermeiden würden. Unterstützung bekommt Gomez dabei von Spielern wie Giuseppe Rossi, Massimo Ambrosini und möglicherweise auch Stevan Jovetic und Adem Ljajic.

Fiorentina und die Stärke in der Breite

In der vergangenen Spielzeit ragte auch Starspieler Jovetic nicht vollkommen heraus. Die Fiorentina zeichnete sich vor allem durch die Stärke in der Breite aus. Mit Alberto Aquilani, Borja Valero, Juan Cuadrado, Adem Ljajic und eben Jovetic sammelten insgesamt sechs Spieler über zehn Scorerpunkte in der gesamten Saison. Montella rotierte ordentlich, obwohl die Mannschaft nicht europäisch vertreten war. Viele Akteure kamen zum Einsatz und zeichneten sich aus.

Mit Aquilani, Cuadrado, Valero, Ljajic und Jovetic hat Gomez gleich fünf Spieler, die ihn mit guten Pässen füttern können. Und es ist eben das, was ein Mario Gomez braucht. Wie stark ein kaltschäuziger Neuner in der italienischen Liga einschlagen kann, das hat bereits Miroslav Klose mit Lazio Rom bewiesen.

Florenz könnte Jovetic und Ljajic halten

Sollten sie nicht vorzeitig wechseln, werden Jovetic und Ljajic wohl bist zur letzten Minute dieser Transferphase mit einem Vereinswechsel in Verbindung gebracht werden. Der Vertrag des Montenegriners Jovetic ist bis 2016 datiert, der Serbe Ljajic ist bis 2014 an die Fiorentina gebunden. Beide sind hochtalentiert und in Europa heißbegehrt. Das Verpassen der Königsklasse dürfte ihre Sehnsucht nach einem Vereinswechsel noch bestärkt haben, aber Florenz ist nicht unter finanziellem Zugzwang. Die Qualifikation zur Champions League könnte mehr wert sein als etwaige Ablösesummen.

Keine finanziellen Wunderdinge in Norditalien

Finanziell dürfen von der Fiorentina allerdings dennoch keine Wunderdinge erwartet werden. "Die finanzielle Situation des Vereins ist stabil, aber wir müssen uns an etwaige Bestimmungen halten, müssen den Regularien des Financial Fair Plays folgen", erklärte Sportdirektor Daniele Prade noch vor der Verpflichtung von Gomez. Die Ablöse für den Bayernstürmer wird auf gut 15 Millionen Euro geschätzt. Es dürfte der Königstransfer des Vereins für diese Transferphase gewesen sein. Und dennoch: Die Fiorentina ist finanziell gut aufgestellt und tappte bislang nicht in die Schuldenfalle.

Mit Josip Ilicic könnte ein weiterer Transfer für die Breite getätigt werden. Palermo bestätigte bereits das Interesse und nahm den 25-jährigen Mittelfeldspieler nicht mit ins Trainingslager. Der Transfer könnte in den kommenden Wochen unter Dach und Fach gebracht werden.

In Florenz setzen außerdem alle weiter auf Talente. Sollten Jovetic und Ljajic bleiben, sind in der Offensive keine weiteren Verpflichtungen zu erwarten. Bei einem Abgang werden sie mit aller Wahrscheinlichkeit durch ähnlich zukunftsorientierten Akteure ersetzt werden. Die Fiorentina bemüht sich jedoch um Vertragsverlängerungen und will die nötige Basis für das Erreichen der Champions League schaffen - auch für unseren Mario Gomez.

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