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Ricardo Osorio im Trikot des VfB Stuttgart

Was macht eigentlich... Ricardo Osorio?

Ricardo Osorio im Trikot des VfB Stuttgart

Ricardo Osorio im Trikot des VfB Stuttgart

Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Henrik Andersen
In der Bundesliga: Von 1990 bis 1998

Vereine in Deutschland: 1. FC Köln

Einsätze:
125

Tore:
5

Erfolge:
DFB-Pokalfinalist 1991 und als Bundesliga-Profi Europameister 1992
Ein dänischer Belgier beim Effzeh

Als Andersen seine Heimatstadt Amager in Richtung Anderlecht verließ wurde er in Belgien heimisch. Auch während seiner achtjährigen Zeit in Köln pendelte er zwischen Eupen und der Domstadt hin und her.

Von der am dichtesten besiedelten Insel Dänemarks, Amager, führte der Weg des jungen Fußballers Henrik Andersen nach Belgien. In Anderlecht angekommen, konnte sich der linke Verteidiger bzw. Mittelfeldmann schnell durchsetzen. Innerhalb von fünf Jahren feierte er fünf Titel in Belgien. Dreimal in Serie wurde er Meister (1985-87) und anschließend zweimal Pokalsieger (1988 und 89).

Nach acht Jahren beim RSC zog es in nach Eupen, wo er residierte, als er beim 1. FC Köln unter Vertrag stand. Auch hier spielte er acht Jahre, war aber immer wieder von Verletzungen aus der Bahn geschmissen worden. Seine schlimmste ereilte ihn 1992. Im Halbfinale der Europameisterschaft gegen die Niederlande brach er sich die Kniescheibe und fiel monatelang aus. Nach dem EM-Sieg wurde er mit Gipsbein beim Autokorso durch Kopenhagen gefeiert.

Inzwischen wohnt er noch immer in Eupen. Sein Sohn Kristoffer stand bis zum 30. Juni beim FC Ingolstadt unter Vertrag und spielte leihweise in Aachen.

Michael Schjönberg
In der Bundesliga: Von 1990 bis 1994 und von 1996 bis 2001

Vereine in Deutschland: Hannover 96 (2. Bundesliga), 1. FC Kaiserslautern

Einsätze:
240

Tore:
25

Erfolge:
DFB-Pokalsieger 1992, Deutscher Meister 1998
Not-Keeper beim FCK

In der Saison 1999/00 erlebte Schjönberg seine wohl denkwürdigste Partie als Profi. Nachdem Stammkeeper Georg Koch durch Uwe Gospodarek ersetzt wurde, fiel dieser nach der ersten Halbzeit auch noch aus. Bereits in der Kabine bekam der Däne das Torwarttrikot. Er musste lediglich einen Treffer hinnehmen und hielt sogar einen Strafstoß von Alexander Iaschwili. Lautern verlor knapp 1:2 gegen Freiburg.

Wie so viele Dänen, ging auch Schjönberg relativ jung ins Ausland. Nach einigen Einsätzen kam der 23-Jährige (damals noch ein junges Alter für einen Auslandswechsel) zu Hannover 96 in die zweite deutsche Bundesliga. Hier konnte er sich durchsetzen und feierte 1992 die Sensation. Im DFB-Pokal siegte die Niedersachsen im Finale mit 4:3 n. E. gegen Borussia Mönchengladbach. Damit waren sie die ersten "echten" Zweitligisten, die dieses Kunststück verbrachten. Als die Kickers aus Offenbach 1970 siegten, waren sie schon aufgestiegen, da die Finalrunden erst in der Sommerpause ausgetragen worden.

Nach vier Jahren in Deutschland ging der Verteidiger wieder zurück in heimatliche Gefilde, hielt es aber nur zwei Jahre ohne Bundesliga-Fußball aus. 1996 ging er zum Bundesliga-Absteiger Kaiserslautern. Hier schrieb er wieder Geschichte, als die Rehhagel-Elf 1998 als Aufsteiger sofort Meister wurde.

Erlebte er in der Saison 1999/00 als Not-Keeper seine wohl denkwürdigste Partie als Profi, musste er eine Saison zuvor die schwärzeste verkraften. Er stieß mit Bochums Tormann Thomas Ernst zusammen und brach sich Schien- und Wadenbein. Nach dieser Verletzung musste er immer wieder mit anhaltenden Beschwerden kämpfen, sodass er 2001 seine Fußballschuhe an den Nagel hing. Seitdem ist er als Trainer bzw. Funktionär tätig. Zuletzt als sportlicher Leiter beim FC Vestsjaelland.

Ricardo Osorio
In der Bundesliga: Von 2006 bis 2010

Vereine in Deutschland: VfB Stuttgart

Einsätze:
73

Tore:
1

Erfolge:
Deutscher Meister 2007, DFB-Pokalfinalist 2007
Ein seichter Abwehrrecke

Anders als viele seiner Kollegen ist Osorio kein Abräumer. Er versucht durch seine feine Technik dem Gegner den Ball abzuluchsen. Nicht ganz ohne Erfolg.

Als Osorio für rund 3,5 Millionen aus seiner mexikanischen Heimat ins Schwabenland kam, wusste er sich von Beginn an durchzusetzen. Der Abwehrmann mit der feinen Technik feierte mit 27 Einsätzen in seiner ersten Saison einen Einstand nach Maß. Im Sommer 2007 krönte er diesen mit dem Meistertitel und fast mit dem Double, das jedoch der 1. FC Nürnberg verhinderte.

Ab dann begann sein Stern ganz langsam zu sinken. Waren es in der Spielzeit 2007/08 immerhin noch 22 Einsätze, so kam er in der darauffolgenden nur noch auf 17. In seiner letzten Saison beim VfB konnte er auch verletzungsbedingt nur sieben Spiele bestreiten und ging im Juli 2010 wieder in seine Heimat zum Traditionsklub CF Monterrey.

Auch hier holte er auf Anhieb den Meistertitel. Mit der Auswahl seines Landes holte er 2003 den Gold Cup. Auch hier holte er bei seinem Debüt-Turnier sofort den Titel.

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