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Die erste Saison in Deutschland verlief für Luuk de Jong mäßig. Trotzdem wäre es viel zu früh, den Niederländer als Fehleinkauf von Borussia Mönchengladbach abzustempeln.

KOMMENTAR
Von Tim Röhn

Mönchengladbach.
Es ist ja viel diskutiert worden über Luuk de Jong in den vergangenen Wochen. Angesichts der Verpflichtungen von qualitativ hochwertigen Spielern für die Offensive wie Raffael und Max Kruse sehen nicht wenige Experten schwere Zeiten auf den niederländischen Stürmer zu kommen. Unbegründet ist die Vorhersage nicht: Die erste Spielzeit des Zwölf-Millionen-Einkaufs im Dress von Borussia Mönchengladbach verlief nicht wirklich zufriedenstellend.

23 Bundesliga-Spiele absolvierte de Jong, sechs Tore sind eine mäßige Ausbeute. Am Ende der Saison war der Spieler gar nur noch Ersatz. Er selbst sagte zuletzt bei Sport1: „Es war nicht gerade die beste Saison meiner Karriere.“ Er fügte aber hinzu: „Ich werde wieder angreifen.“

Und zwar bei Borussia Mönchengladbach. Die Gerüchte, de Jong würde den Verein schon in diesem Sommer wieder verlassen, sind falsch. Die Klub-Bosse sind überzeugt davon, dass sich der Spieler weiter entwickeln wird. Und auch de Jong selbst ist an einem Wechsel nicht interessiert. Aus dem Umfeld des 22-Jährigen ist zu hören, dass sich der Junioren-Nationalspieler unbedingt in Gladbach durchsetzen möchte.

Sein Plus ist seine Effektivität

Es gibt gute Grunde dafür, dass ihm das gelingt. Dass er auch die Borussia-Fans noch so begeistern wird wie jene von Twente Enschede, seinem ehemaligen Verein, bei dem er international Aufmerksamkeit auf sich zog. De Jong ist kein Spieler, der auf dem Platz ständig im Mittelpunkt steht. Ihm genügen wenige Aktionen für seine Tore, sein Plus ist seine Effektivität.

LUUK DE JONG
MITTELSTÜRMER | BORUSSIA M'GLADBACH

KLUBSTATISTIKEN 2012/13
Einsätze 23
Tore 6
Vorlagen 2
INTERNATIONAL FILE
A-Länderspiele 7
Länderspieltore 1
U-21-Länderspiele (Tore) 17 (5)

In Mike Hanke und Igor de Camargo hat Gladbach zwei hängende Spitzen gerade abgegeben, ähnliche Spielertypen wird der Klub in diesem Sommer auch nicht verpflichten. Trainer Lucien Favre baut voll auf de Jong und damit das Spiel mit einem Mittelstürmer. Zu Beginn der vergangenen Saison funktionierte dieses System noch überhaupt nicht – eine Tatsache, die de Jong die Eingewöhnung erschwerte. Überhaupt konnten die Gladbacher – anders als in der Saison 2011/2012 – in der vergangenen Spielzeit nur selten glänzen. Es ist nur verständlich und logisch, dass es dadurch auch de Jong schwerer hatte.

Schafft die Borussia den Aufwärtstrend, würde der Niederländer automatisch davon profitieren – und könnte beweisen, dass er die zwölf Millionen Euro, die er gekostet hat, wert ist.

Ein mittlerweile mit dem Prädikat „Weltklasse“ versehener Angreifer könnte ein Vorbild sein: Robert Lewandowski. Der Pole kam 2010 von Lech Posen zu Borussia Dortmund, immerhin 4,5 Millionen Euro ließ sich der BVB den Transfer kosten. In seiner ersten Saison hatte er eine ähnliche Erfolgsquote wie de Jong. Wie sehr Lewandowski danach auftrumpfte, muss niemand mehr erzählen.

Eure Meinung: Setzt sich de Jong in Gladbach durch?

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