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Real Madrid: Was die Isco-Verpflichtung für Mesut Özil bedeutet

Mesut Özil bekommt Konkurrenz: Real Madrid hat mit Isco einen Shootingstar für seine Position verpflichtet. Dennoch braucht dem Gelsenkirchener nicht Bange sein.

ANALYSE
Von Falko Blöding

Madrid. Eine Überraschung war es nicht mehr, die Spatzen hatten es seit Anfang der Woche von den Dächern gepfiffen: Real Madrid gab am Donnerstag die Verpflichtung von Supertalent Isco bekannt. Der frischgebackene U-21-Europameister kommt vom FC Malaga, kostet rund 27 Millionen Euro Ablöse und unterschrieb bei den "Blancos" einen bis 2018 datierten Vertrag.

Real holt also einen hochgelobten einheimischen Youngster für die zentrale Position im offensiven Mittelfeld. Was wird da aus Mesut Özil? Ist die Verpflichtung Iscos ein Grund zur Sorge für den deutschen Nationalspieler? Schließlich ist der Ex-Bremer bei den Madrilenen bislang der gesetzte Spielgestalter gewesen. Beide Mittelfeldspieler verfügen über eine herausragende Technik und sind mit einer großartigen Übersicht gesegnet.

"Eher ein schlechtes Zeichen für Kaka"

Alberto Pinero, Real-Korrespondent bei Goal Spanien zerstreut Vermutungen, Iscos Transfer sei indirekt auch als Kritik an Özils Leistungen im letzten Jahr: "Nein, auf keinen Fall. Es ist eher ein schlechtes Zeichen für Kaka, aber nicht für Özil. Es war einfach eine gute Gelegenheit, einen tollen Spieler zu relativ günstigen Konditionen zu kaufen. So einfach ist das."

Mesut Özil

Isco
vs
24 ALTER
21
KLUB-PFLICHTSPIELSTATISTIKEN 2012/13
52 EINSÄTZE 47
10 TORE
12
25 ASSISTS 6
KLUB-PFLICHTSPIELSTATISTIKEN SEIT 2010/11
157 EINSÄTZE 89
27 TORE
19
83 ASSISTS
11
46 LÄNDERSPIELE 1
 14 LÄNDERSPIELTORE
 0

Pinero ist auch davon überzeugt, dass Özil trotz der famosen Saison Iscos und dem Titel bei der U-21-Europameisterschaft in Israel den höheren Stellenwert genießt. "Isco ist ein Spieler, den die spanischen Fußballfans lieben. Ich denke jedoch, dass Özil nach wie vor den besseren Ruf hat. Er spielt für Deutschland, er ist seit drei Jahren Stammspieler bei Real und er ist hier die 'Nummer 10'. Das darf man nicht vergessen", erläuterte er.

Klar ist in jedem Fall, dass es im offensiven Mittelfeld des spanischen Vizemeisters ein Hauen und Stechen um die Plätze geben wird. Der neue Trainer Carlo Ancelotti wird aller Voraussicht nach weiter auf ein 4-2-3-1 setzen. Das bedeutet, für drei Positionen gibt es aktuell sieben Kandidaten. Sie heißen: Ex-Weltfußballer Cristiano Ronaldo, Angel di Maria, Kaka, Jose Callejon, Özil, Isco und der hochveranlagte Flügelflitzer Jese Rodriguez aus der eigenen Jugend.

Wird einer der beiden zum "falschen Flügelspieler"?

Da nur nur eine Position im Zentrum zu vergeben ist, werden sich Isco und Özil diese entweder teilen müssen, oder einer der beiden rückt nach außen. Alberto Pinero glaubt dabei an die Möglichkeit eines „falschen Flügelspielers“ in Anlehnungen an die "falsche 9", die aktuell modern wird: "Noch ist es schwierig, Vorhersagen zu tätigen. Generell könnten sie sich in der Mitte abwechseln, Ronaldo und Di Maria kämen dann über die Außen. Sowohl Özil als auch Isco haben aber in ihrer Laufbahn bereits auf den Halbpositionen gespielt. Sie könnten also auch gemeinsam auflaufen. Einer als Spielmacher und einer als 'falscher Flügelspieler'."

Carlo Ancelotti ließ sich jedenfalls was seine Taktik und Formation angeht auf seiner ersten Pressekonferenz als Real-Trainer noch nicht in die Karten schauen. Generell passen beide in Ancelottis Philosophie, meint Pinero. Und einen vorzeitigen Abschied Özils aus Madrid in diesem Sommer hält der Experte für ausgeschlossen: "Er ist einer der besten Spieler von Real Madrid und das ist dem Klub auch sehr bewusst."

Eure Meinung: Özil oder Isco? Oder sollten beide gemeinsam auflaufen?

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