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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Damian Mori
In der Bundesliga: 1997

Vereine in Deutschland: Borussia Mönchengladbach

Einsätze:
6

Tore:
0

Erfolge:
keine
Der australische Flopp

In Australien wurde er Torschützenkönig und traf am laufenden Band. In Deutschland floppte er, traf kein einziges Mal.

Australien, das Land der Sonne und der Strände bringt auch immer wieder tolle Fußballer hervor. Viele Nationalspieler stehen heute in Europa unter Vertrag. 1997 war dies auch David Zdrilic. Er kam als erfolgreichster Torschütze der nationalen australischen Liga zu den Fohlen. Er war der wichtigste und treffsicherste Spieler von Adelaide City, doch konnte keineswegs eine ähnliche Leistung in der Bundesliga zeigen. In nur sechs Partien traf er nicht ein einziges Mal in des Gegners Kasten und spielte nicht einmal über die vollen 90 Minuten.

Wieder in Australien angelangt, wurde er 1998 gleich auf Anhieb Torschützenkönig, wie auch noch drei weitere Male. Der Stürmer feierte zwei Meisterschaften und ist Rekordtorschütze der australischen Nationalmannschaft. In 45 Einsätzen netzte er 29-mal ein. Da er aus eigenen wirtschaftlichen Interessen keine Vollzeitverträge unterschreiben wollte, war er im Vergleich zu anderen Australiern relativ wenig bei Spitzenklubs des Kontinents unter Vertrag.

Nach einigen Wechseln innerhalb Australiens coacht er seit 2007 seinen langjährigen Club Adelaide City.

David Zdrilic
In der Bundesliga: Von 1999 bis 2001

Vereine in Deutschland: SSV Ulm 1846, SpVgg Unterhaching, Eintracht Trier (2. Liga)

Einsätze:
38

Tore:
7

Erfolge:
Bundesliga-Aufstieg 1999 mit Ulm
Der doppelte Absteiger

Nachdem Zdrilic mit Ulm in die Bundesliga aufgestiegen war, folgte der sofortige Wiederabstieg. Er ging den Weg nicht mit und wechselte nach Unterhaching, wo er jedoch ebenfalls abstieg und so zweimal hintereinander den Gang in die Zweitklassigkeit antreten musste.

Unter Ralf Rangnick wagte David Zdrilic den Schritt nach Deutschland. Unter dem damaligen Trainer des SSV Ulm wurde er auf Anhieb Stammspieler. Auch bei seinen Stationen in seiner australischen Heimat zuvor, zeigte sich der Stürmer als treffsicher und netzte in 114 Partien für Sydney United 39-mal ein.

In der zweiten Bundesliga trug er mit zwölf Tore maßgeblich am Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse bei, wo er in 22 Spielen immerhin noch sechsmal traf. Zur Saison 2000/01 wechselte der Australier nach dem Abstieg Ulms zu Unterhaching. Hier konnte er nur 16 Spiele absolvieren und nur ein Tor erzielen. Innerhalb nur eines Jahres stieg er erneut in die Zweitklassigkeit ab und ging dieses Mal auch den Weg mit.

Nach einem kurzzeitigen Wechsel nach Großbritannien kehrte Zdrilic in die zweite deutsche Bundesliga zurück. Für Eintracht Trier lief er in der zweiten Jahreshälfte 2004 noch in elf Partien auf, ehe er aus privaten Gründen den Weg in seine Heimat antrat. In Sydney, erst beim FC, dann bei United, beendete er seine Karriere und ist seitdem als TV-Experte tätig.

Joshua Kennedy
In der Bundesliga: Von 2000 bis 2002, 2003/04 und von 2006 bis 2009

Vereine in Deutschland: VfL Wolfsburg, Stuttgarter Kickers, 1. FC Köln, Dynamo Dresden, 1. FC Nürnberg und Karlsruher SC

Einsätze:
57

Tore:
9

Erfolge:
DFB-Pokalsieger 2007
Doppelpack in die Zweitklassigkeit

In der Saison 2008/09 erzielte Kennedy am letzten Spieltag mit einem Doppelpack seine ersten beiden Saisontreffer. Auch wenn der KSC damals 4:0 gegen Hertha BSC gewann, mussten sie den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Bei seinen ersten Stationen konnte sich der Australier Joshua Kennedy nicht durchsetzen. Weder in Wolfsburg, noch in Köln drang er in die Stammelf vor. Die WM 2006 im Blick, wechselte er in die zweite Bundesliga zu Dynamo Dresden. Hier gelang ihm der heißersehnte Durchbruch und der Sprung in den WM-Kader von Guus Hiddink.

Von Sachsen ging es nach der WM nach Franken zum 1. FC Nürnberg. Sein Beginn hier lief mehr als einfach nur unglücklich. Gleich zu Beginn verletzte er sich schwer an der Achillessehne und fiel die gesamte Saison 2006/07 aus. In der Folgesaison kam er in zwölf Spielen zum Einsatz, aber nicht über den Status eines Jokers hinaus. So wechselte er im Januar 2008 zum KSC.

Gleich in seinem ersten Pflichtspiel traf er das erste Mal. Gegner war passenderweise sein ehemaliger Arbeitgeber Nürnberg. Insgesamt traf er in seinen ersten fünf Partien viermal. Er wurde zum Spieler des Monats Februar gewählt, stürzte dann aber in ein Leistungstief und verletzte sich erneut. Erst am 28. Spieltag der Folgesaison 2008/09 kam er zu seinem ersten Einsatz, spielte dann regelmäßig und erzielte gegen Hertha ein Doppelpack, der den Abstieg in die zweite Bundesliga aber auch nicht mehr verhindern konnte.

Seit 2009 geht er in Japan auf Torjagd und wurde dort bisher zweimal Torschützenkönig und in das All-Star-Team der Saison berufen. Zudem wurde er 2010 Meister und ein Jahr später Supercup-Sieger. Für die Nationalmannschaft stand er 30-mal auf dem Platz und traf 15-mal. In der aktuellen WM-Qualifikation ist er bester australischer Torschütze und schoss die Socceroos am letzten Spieltag mit seinem 1:0 über den Irak direk nach Brasilien.

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