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Tottenham-Fan, viel Talent, Konzentrationsmängel - Werder Bremens potenzieller Abwehrchef Luca Caldirola

Einst kam Sokratis aus Italien und entwickelte sich in Bremen prächtig. Selbiges erhoffen sich Thomas Eichin und Robin Dutt bald von ihrem Wunschabwehrspieler Luca Caldirola.

PORTRÄT
Von Falko Blöding

Thomas Eichin hat die Prioritäten klar umrissen: Werder Bremen hält auf dem Transfermarkt zunächst Ausschau nach einem Innenverteidiger und einen Stürmer. Wie es aussieht, kann die Baustelle in der Defensiv-Zentrale schon bald geschlossen werden. Luca Caldirola von Inter Mailand soll sich mit den Hanseaten auf einen Wechsel verständigt haben und Manager Eichin meinte dazu nur vielsagend in der Kreiszeitung Syke: „Ich werde das nicht kommentieren. Ich dementiere es auch nicht.“

Aber wer ist dieser Luca Caldirola, der bei Werder die Lücke schließen soll, die Sokratis mit seinem Wechsel zu Borussia Dortmund hinterlassen hat? Caldirola ist ein 22 Jahre alter Abwehrspieler mit Gardemaß (1,89 Meter). Er galt im Land des vierfachen Weltmeisters lange Zeit als großes Talent und war bei der jüngsten U-21-Europameisterschaft Kapitän der „Azzurrini“. 31 Länderspiele hat der Linksfuß für Italiens U21 absolviert und zuvor ab der U16 alle Junioren-Auswahlmannschaften durchlaufen.

AUS ITALIENISCHER SICHT
„Luca Caldirola hat es noch nicht geschafft, die hohen Erwartungen, die es seit Jahren an ihn gibt, zu erfüllen. Seine letzte Saison bei Cesena und Brescia war nicht vollends überzeugend und das gilt auch für die U-21-Europameisterschaft.

Bei Werder Bremen werden sie sicher hoffen, dass er sein unbestrittenen Qualitäten dauerhaft einbringen kann.

In einer Liga wie der Bundesliga könnte er sich zudem weniger ablenken lassen. Dort wird mehr attackiert und naturgemäß stehen die Verteidiger dort mehr im Fokus.“

- Renato Maisani | Goal Italien
Im Profifußball hat er den Durchbruch allerdings noch nicht geschafft. Bei Inter spielt er seit dem achten Lebensjahr, eine Chance in der ersten Mannschaft bekam er allerdings nicht wirklich und war mehrfach ausgeliehen: Darunter ein wenig erfolgreiches Jahr bei Vitesse Arnheim in der Erendivisie und eine ordentliche letzte Saison im Dress von Brescia Calcio und dem AC Cesena in Italiens Serie B.

Der Linksfuß ist ein Abwehrspieler moderner Prägung. Er verfügt über einen gute Technik und hat seine Stärken im Spielaufbau. Er ist außerdem gut im Zweikampf und durchsetzungsstark in Kopfballduellen. Woran es dagegen bei ihm hapert, das ist die Konzentrationsfähigkeit. Oft leistet er sich Aussetzer, die eigentlich nicht sein müssten.

Caldirola stammt aus der Stadt Desio in der Region Monza und ist ein echter Anführer. Er scheut sich nicht, auf dem Platz Kommandos zu geben und seine Hintermannschaft zu dirigieren. Abseits des Rasens ist er dagegen unscheinbar, nicht wirklich ein Lautsprecher und in den Schlagzeilen war er noch nicht zu finden. Eine Eigenschaft, die er mit seinem Vorbild gemeinsam hat: Auf seiner eigenen Homepage nennt Caldirola Ex-Weltmeister Alessandro Nesta seinen Lieblingsspieler. Sein favorisierter Klub ist dort übrigens Premier-League-Verein Tottenham Hotspur.

2011 debütierte er ausgerechnet in der Champions League für Inters erste Mannschaft. Allerdings setzte es damals eine Pleite gegen ZSKA Moskau und Caldirola erklärte anschließend: „Ich bin glücklich über das Debüt, denn darauf habe ich seit vielen Jahren gewartet. Weniger glücklich bin ich allerdings mit dem Resultat. Ich bin im Prinzip schon ein alter Hase, denn ich spiele schon seit so vielen Jahren hier. Doch ich muss noch eine Menge lernen und habe noch einen weiten Weg vor mir."

Wie es im Moment aussieht, wird dieser Weg nicht in Mailand, sondern an der Weser weitergehen...

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