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Dmitry Rybolovlev hat in der laufenden Transferphase bereits über 100 Millionen Euro für eine Hand voll Spieler ausgegeben. Nun nimmt Goal den schwerreichen Tycoon unter die Lupe!

ANALYSE
Von Robin Bairner

Das laufende Transferfenster wird als das des AS Monaco in die Geschichte des Fußballs eingehen. 130 Millionen gab der Klub aus der Ligue Un bislang in der Summe für Falcao, Joao Moutinho und James Rodriguez aus.

Doch der Klub hat noch einige finanzielle Trümpfe im Ärmel. Mindestens zwei weitere Spieler sollen die Mannschaft verstärken, und zwar Spieler vom Kaliber der bisherigen Transfers. Bereits vor dem 1. Juli will Claudio Ranieri fest mit einem Kader planen können.

Einmal mehr wird Monaco also allem Anschein nach mit den besten Europas mithalten können.

Der Mann hinter dem prestigeträchtigen Projekt ist der 46-jährige Tycoon Dmitry Rybolovlev aus Russland, der für die Monegassen das ist, was Roman Abramowitsch für den FC Chelsea darstellt.


Fußball ist für Rybolovlev eine Art Entspannung, ähnlich seiner anderen Hobbys, wie Kunst und das Surfen. Es dürfte seit Dezember 2011, als er den Klub übernahm, ein etwas kostspieligeres gewesen sein. Damals lief Monaco Gefahr, in die dritte französische Liga abzugleiten.

"Ich habe lang genug in Monaco gelebt und weiß, dass der AS Monaco eine der prestigeträchtigsten Mannschaften der Stadt ist und auch das Fürstentum, dessen Stolz und Tradition repräsentiert", erklärte Rybolovlev bei der Übernahme des Vereins.

Zunächst kündigte er an, in den ersten vier Jahren 100 Millionen Euro investieren zu wollen. Die aktuellen Ausgaben lassen aber vermuten, es könnten bis zu 200 Millionen Euro werden.


Kronjuwelen in Monaco | Prinz Albert (rechts) will, dass Rybolovlev (links) Monaco an die Spitze führt

Prinz Albert II. will, dass Monaco wieder eines der "Juwelen" des Fürstentums wird. Durch den Reichtum von Rybolovlev könnte Monaco schon bald wieder um die Champions League mitspielen. 2004 erreichten die Monegassen noch das Finale, das Jose Mourinho mit dem FC Porto gewann.

Rybolovlev hatte überraschenderweise mit Handelsdünger Erfolg, im Gegensatz zu Abramowitsch, der mit fossilen Energieträgern reich wurde. Rybolovlevs Weg zum großen Geld war lang und steinig. Er ist Doktor der Medizin, entwickelte eine alternative Magnettheraprie und erhielt seinen Lohn während der "Perestroika" in Naturalien. Die Güter verkaufte er mit Gewinn und kam so in windeseile zu finanzieller Sicherheit, die ihm in Moskau den Einstieg ins Maklergeschäft erlaubte.

Auf Grund der anhaltenden Entprivatisierung Russlands war dieser Weg für den Mann aus Perm nicht lohnenswert. Nur einmal gelang ihm ein gewinnbringendes Geschäft. Den Profit investierte er Uralkali, ein Unternehmen für Handelsdünger.

Fünfzehn Jahre später verkaufte er seinen Anteil für knapp vier Milliarden Euro.

DIE RUSSISCHE REVOLUTION
 ROMAN ABRAMOWITSCH

Gemäß dem Ranking des US-Wirtschaftsmagazins Forbes gehört Abramowitsch zu den 50 reichsten Menschen der Welt. Mit Chelsea gewann er insgesamt elf Titel - einschließlich der Champions League und der Europa League.
 ALISHER USMANOV

Alisher Usmanov, Milliardär und Großaktionär bei Arsenal, ist auf der aktuellen Sunday Times Rich List ganz oben. Er stand der Entscheidung, Van Persie zu verkaufen, kritisch entgegen. Sein Vermögen wird auf 13,6 Milliarden Euro geschätzt.
 SULEYMAN KERIMOV

Suleyman Kerimov, der durch Erdöl reich wurde, erwarb Antschi Machatschkala im Jahre 2011. Mithilfe Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe lockte Kerimov Stars wie Samuel Eto'o, Roberto Carlos oder Shootingstar Willian.
Das Leben des Besitzers vom AS Monaco ist aber um einiges ereignisreicher als seine paar getätigten Finanzgeschäfte. Mitte der 90er Jahre wurde er des Mordes verdächtigt und verbrachte elf Monate hinter Gittern, nur um anschließend freigesprochen zu werden. Er begann, eine kugelsichere Weste zu tragen und zog anschließend notgedrungen in die Schweiz.

Rybolovlev ist publikumsscheu, geriet 2010 allerdings nach der Scheidung von seiner Ex-Frau Elena in die Schlagzeilen. Bis heute fordert sie die Hälfte seines seit 1987 erwirtschafteten Vermögens ein, knapp fünf Milliarden Euro.

Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins Forbes ist Rybolovlev auf der Liste der reichsten Männer der Welt auf Platz 119 gelistet. Elena behauptet, sein Vermögen wäre weit größer und er würde Steuern hinterziehen, wie beim Kauf eines für die Tochter gedachten Apartments in New York im Wert von 68 Millionen Euro.

Rybolovlev ist tatsächlich vor allem als Immobilienmagnat weltweit bekannt, bezahlte knapp 80 Millionen Euro für das Anwesen von Donald Trump in Palm Beach und gab über 200 Millionen Euro für den Gebäudekomplex "La Belle Epoch" in Monaco aus, seinem derzeitigen Wohnort.

Gemeinsam mit Abramowitsch gehört Rybolovlev zu den einflussreichsten Besitzern von Kunstwerken und besitzt eine Sammlung von Gemälden aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Sie alleine soll 780 Millionen Euro wert sein.

Im Hintergrund läuft der bittere Ehestreit mit seiner Ex weiter, doch dem Tycoon geht es auf Grund seiner Aktivitäten im Fußballgeschäft hervorragend.

Seine Investitionen in die Mannschaftsplanung sind gerne gesehen. Er könnte die Monegassen wieder zu einem Klub machen, der in Europa das Fürchten lehrt.

EURE MEINUNG: Wer gehört noch auf den Einkaufszettel des AS Monaco?

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