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Auf der Suche nach einem Nachfolger für den abgewanderten Heung-Min Son haben sich Thorsten Fink und Oliver Kreuzer auf einen Namen festgelegt: Jacques Zoua kommt vom FC Basel.

Hamburg. Der Transfer ist nur noch Formsache. Zwei Millionen Franken, etwa 1,5 Millionen Euro wird der Hamburger SV in die Schweiz für Jacques Zoua überweisen. Der 21-jährige ist eine Art Offensiv-Allzweckwaffe – Thorsten Fink trainierte den Nationalspieler Kameruns während seiner Zeit beim FC Basel. Zu mehr als nur einem Treffer in der Liga reichte es für Zoua in dieser Spielzeit nicht, weshalb sich in Hamburg die Zweifel mehren, ob der Transfer eine Verstärkung für den HSV darstellt.

Unter Yakin nur Joker

Davon lässt man sich jedoch nicht irritieren, Fink kontert der Kritik: „Ich weiß, was er kann. Ich habe ihn zweieinhalb Jahre als Spieler beim FC Basel gehabt“, wird der Cheftrainer zitiert. Zoua bringe demnach alle Voraussetzungen mit, die dem HSV derzeit im Angriff fehlen. Mit seiner Körpergröße von 1,86 Metern sei er in der Lage, Bälle in der Spitze festzumachen, Freistöße rauszuholen und zudem offensiv wie auch defensiv zu spielen. Geholfen haben ihm diese Qualitäten unter seinem jetzigen Trainer Murat Yakin jedoch nicht viel. Beim Schweizer Meister kam Zoua in dieser Saison nicht über die Rolle des Reservisten hinaus – trotz der Formschwäche von Torjäger Marco Streller. Zuletzt reichte es nicht einmal für eine Kadernominierung.

„Hoch attraktives Geschäft“ für Basel

Zugegeben – das finanzielle Risiko hält sich in Grenzen. Auch das obligatorische YouTube-Scouting sorgt für einen positiven Eindruck von Zoua, wenngleich schlechte Szenen bekanntlich zwecks Vermarktung rausgeschnitten werden. Fink darf und wird sich trotz des Gegenwindes nicht aus dem Konzept bringen lassen. Er kann den Spieler schließlich am besten beurteilen. Nichtsdestotrotz scheinen die Schweizer den HSV ob seiner Bemühungen zu belächeln. Die Basler Zeitung schreibt, dass der Wechsel von Zoua für den FCB ein „hoch attraktives Geschäft“ sei. Die Neue Zürcher Zeitung geht sogar weiter und wirft den Hamburgern Vernarrtheit vor. „Es muss fürwahr tiefe Liebe sein, wenn ein Bundesligaklub dergestalt nach einem Stürmer lechzt, der letzte Saison zu 24 Meisterschaftseinsätzen kam – und nur ein Tor schoss“, heißt es dort.

Kreuzer vertraut Fink

Nicht ausgeschlossen, dass die Schweizer sich bei Zoua irren. „Ich verlasse mich ganz auf die Aussage von Thorsten Fink. Der kann die Qualitäten am besten einschätzen“, glaubt auch Sportchef Kreuzer. Ärgerlich nur, dass bereits im Vorfeld der Verpflichtung – ähnlich wie Artjoms Rudnevs vor einem Jahr – eine überflüssige Debatte ausbricht. Doch in ihr keimt die Enttäuschung über die unbegründete Entlassung von Frank Arnesen, dessen Transfers sich im Nachhinein als positive Überraschungen entpuppten. Das Unverständnis der Fans wird durch den Versuch, die Verpflichtung von Zoua mit hypothetischen Argumenten zu begründen, nur genährt.

„Wenn er eine Saison durchgespielt hätte, wären ihm sicherlich acht bis zehn Tore gelungen“, sagt Fink. Hat er aber nicht. Und so bleibt nichts anderes übrig, als dem Cheftrainer zu vertrauen. Jetzt kann er sich auch als Einkäufer auszeichnen.

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