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Bis Weihnachten ist es noch ein wenig hin. Aber die Transferphase ist für Fußballfans die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen. Wir schauen ganz genau hin!

ANALYSE
Von Sebastian Kowalke

Der 1. FSV Mainz 05 brauchte ein paar Spiele, um in die abgelaufene Saison zu kommen. Doch der Sieg beim VfL Wolfsburg am sechsten Spieltag (0:2) löste den Knoten des Saisonstarts. So holte Mainz in der Hinrunde 26 Punkte und überwinterte auf Platz 6 – das wäre die Europa League-Qualifikation gewesen.

Doch in der Rückrunde fing das Elend an. Von den ersten 10 Spielen der Rückrunde teilten die Mainzer sich ganze sieben Mal die Punkte mit dem Gegner - bei zwei Siegen. In den letzten sieben Spielen gab es dann noch drei Unentschieden und vier Niederlagen. Die Bilanz von 2 Siegen, zehn Unentschieden und fünf Niederlagen in der Rückrunde reicht nur für Platz 15. Und so verwundert es nicht, dass der Truppe von Thomas Tuchel in der Endabrechnung nur Platz 13 blieb.

Dabei haben sich einige Schwachstellen gezeigt, bei denen die Mainzer dringend noch Nachholbedarf haben, damit die kommende Saison wieder so gut wird, wie man es von Tuchel und Co. erwartet.

Wunsch 1: Ein weiterer Stürmer

Als Adam Szalai verletzungsbedingt ausfiel, war die Misere zwar durchaus schon im Gange, doch eines wurde danach noch klarer: ohne regelmäßige Treffer des Ungarn geht nicht viel. Shawn Parker trifft ab und zu, Eric-Maxim Choupo-Moting ist auch verletzt. Viele Optionen hat Thomas Tuchel dann also nicht. Dabei haben die Verantwortlichen in Mainz das Problem schon längst erkannt. Es gab seit Winter Kontakt zwischen Mainz 05 und Hertha BSC. Dabei hatten die Rheinhessen Interesse an zwei Spielern der Hauptstädter: Pierre-Michel Lasogga und Adrian Ramos.

Doch aus beiden Spielern wurde nichts. Denn die finanziellen Vorstellungen der Herthaner und die der Mainzer lagen zu weit auseinander. Mainz 05-Manager Heidel sagte Anfang Mai im Interview mit der Bild: „Man muss immer auch das Paket aus Ablöse und Gehalt sehen. Bevor wir zehn Millionen für einen Spieler ausgeben, holen wir dafür lieber fünf!“

Er passt ins Beuteschema: Anthony Ujah könnte nun zum goldenen Rückkehrer werden. Denn eigentlich waren die Rheinhessen an Daniel Ginczek von Borussia Dortmund interessiert. Ginczek war in der vergangenen Saison an den FC St. Pauli ausgeliehen. Doch der wechselt nun zum 1. FC Nürnberg. Und da kommt Ujah ins Spiel. Ujah schoss für die Geißböcke 13 Treffer in 28 Spielen und kehrt in diesem Sommer zurück nach Mainz. Doch die Kölner haben Interesse und wollen Ujah dauerhaft verpflichten. Die Mainzer um Manager Heidel sitzen aber in der deutlich besseren Verhandlungsposition, zumal mit Marcel Risse bereits ein Offensivspieler von Mainz nach Köln wechselte.

Wunsch 2: Ein passsicherer Zehner

Andreas Ivanschitz ist weg. Das ist die wohl traurigste Nachricht, die einen Mainzer in dieserm Sommer ereilen konnte. Ivanschitz war einer der Publikumslieblinge. Etliche Mainzer überlegen bereits, ob sie in der kommenden Saison die UD Levante intensiver verfolgen sollten.

Doch man muss auch nach vorn blicken. Der nicht ersetzbare Zehner ist weg. Und auf der Position gibt es bei Mainz 05 aktuell nur noch Yunus Malli. Aber ob der U20-Nationalspieler bereits für den Stammplatz auf der Zehn bereit ist? Man darf es bezweifeln. Es muss also Ersatz her!

Er passt ins Beuteschema: Ja-Cheol Koo ist der heißeste Kandidat auf die Ivanschitz-Nachfolge in Mainz. Der 24-jährige Wolfsburger, der in der vergangenen Saison an den FC Augsburg ausgeliehen war, hat bereits gesagt, dass er sehr gern nach Mainz wechseln möchte. Auch Tuchel und Heidel sind interessiert. Doch der VfL möchte den Südkoreaner gern behalten, auch wenn der dank Felix Magath eher schlechte Erinnerungen an Wolfsburg hat. Eines steht jedoch fest: Günstig würde Koo für die Mainzer definitiv nicht werden.

Wunsch 3: Ein etwas jüngerer Außenverteidiger

Die Herren Zdenek Pospech und Radoslav Zabavnik sind zwar immer noch fit und erstligareif, aber sie gehören nicht mehr zu den Jüngsten, zumal Zabavniks Vertrag nicht verlängert wurde und Pospech auch nicht ewig spielen wird. Sein Vertrag läuft zwar bis 2014, aber ob er mit 35 Jahren noch einmal verlängert, ist durchaus fraglich. Also muss mindestens mittelfristiger Ersatz her, zumal Junior Diaz auf der linken Seite nicht sonderlich überzeugen konnte.

Trainer Tuchel hatte in der abgelaufenen Saison zwei gleichberechtigte Varianten bei den Außenverteidigern im Angebot: die Aufstellung mit Diaz links und Pospech rechts kam in etwa genauso oft zum Einsatz wie die Aufstellung mit Pospech links und Zabavnik rechts. Doch Diaz hinterlässt im Stellungsspiel mehrfach Lücken hinter sich, weil er zu offensiv agiert, und Zabavnik ist gleich ganz weg. Also muss Ersatz her. Er sollte am besten erfahren und dennoch unter 30 sein.

Er passt ins Beuteschema: Tim Hoogland wäre ein weiterer Rückkehrer in die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. Der Ex-Mainzer hat nach Verletzungspech und einer Ausleihe zum VfB Stuttgart beim FC Schalke 04 einen schweren Stand und dürfte hinter Atsuto Uchida wohl nur zweite Wahl sein. Somit dürfte die verlangte Ablöse recht gering sein, etwas, auf das Christian Heidel großen Wert legt. Wenn es um Ablösen geht, bemüht Heidel oft den Ausdruck „Verpflichtungen ohne finanzielles Risiko“. Hoogland wäre genau das – günstig zu kaufen und als Ex-Mainzer kennt er bereits das Vereinsumfeld. Somit wäre nicht nur das finanzielle Risiko kaum vorhanden, sondern auch das sportliche.

EURE MEINUNG: Wen sollte der 1. FSV Mainz 05 noch verpflichten?

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