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Bis Weihnachten ist es noch ein wenig hin. Aber die Transferphase ist für Fußballfans die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen. Wir schauen ganz genau hin!

ANALYSE
Von Claas Philipp

Hannover 96 ist stark in die abgelaufene Saison gestartet, ließ vor allem in der Rückrunde aber Federn. So musste man sich am Ende mit Rang neun begnügen, die Europa-League-Qualifikation wurde verpasst, obwohl die erneute Teilnahme am internationalen Wettbewerb durchaus drin gewesen wäre.

Mirko Slomka und sein Team stehen nun vor einem Umbruch, von vielen etablierten Spielern hat man sich nach Saisonende getrennt. Die entstandenen Lücken sollen durch Neueinkäufe gestopft werden - Salif Sane und Edgar Prib sind bereits verpflichtet worden, mit Leonardo Bittencourt ist im Grunde alles klar.

Hannovers neuer Sportdirektor Dirk Dufner wird sich aber noch nach weiteren Akteuren umsehen - "maximal zwei" Neue wolle man noch verpflichten, so 96-Präsident Martin Kind gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Wo aber sollten die "Roten" sich noch verstärken?

Wunsch 1: Ein zuverlässiger Innenverteidiger

64 Gegentore in der letzten Saison haben gezeigt: Die 96-Abwehr war in der vergangenen Spielzeit eine der großen Schwachstellen des Slomka-Teams. Das hatte man bereits in der Winterpause erkannt und Johan Djourou vom FC Arsenal ausgeliehen - allerdings nur für ein halbes Jahr. Aktuell versuchen Dufner & Co., den Schweizer auch für die nächste Saison gewinnen zu können.

Ein Kauf ist allerdings ausgeschlossen und finanziell nicht zu stemmen. Bleibt die Option für eine weitere Leihe. Scheitert dieser Deal, muss sich Hannover nach Alternativen umgucken. Denn: Dass man in der Abwehrzentrale definitiv nachbessern muss, steht außer Frage. Sollte Djourou wegbrechen, besteht dringender Handlungsbedarf - auch wenn 96 mit Sane bereits einen Akteur verpflichtet hat, der in der Innenverteidigung spielen kann. Schließlich wurde Mario Eggimann an Union Berlin abgegeben, Felipe präsentierte sich zudem häufig wacklig, wenn er denn fit war.

Er passt ins Beuteschema: Djourou sollte zweifelsohne die erste Anlaufstelle sein. Der 26-Jährige hat in Hannover schnell Fuß gefasst und war bei 96 sofort Stammspieler. Er selbst hat zudem wiederholt erklärt, wie gerne er bei den Niedersachsen bleiben würde. Eine weitere Alternative für die Innenverteidigung wäre Lasse Sobiech, zuletzt von Borussia Dortmund an die SpVgg Greuther Fürth ausgeliehen.

Wunsch 2: Ein offensivstarker Rechtsverteidiger

Auf der Rechtsverteidigerposition hat Steven Cherundolo in Hannover das Sagen. Das 96-Urgestein spielt seit 1999 für die Niedersachsen, der US-Amerikaner ist absoluter Stammspieler - mit 34 Jahren allerdings auch nicht mehr der Jüngste.

Die letzte Saison hat zudem gezeigt, dass ein Ausfall Cherundolos nur schwer zu kompensieren ist, auch wenn Hiroki Sakai und Sofian Chahed gute Ansätze gezeigt haben. Chahed wurde aber inzwischen verabschiedet.

Sakai wirkte derweil bislang nicht immer souverän und legte hier und da eine gewisse Unsicherheit an den Tag. So etwas ist einer Viererkette tödlich - zuletzt agierte der Japaner daher wiederholt im rechten offensiven Mittelfeld, wo Patzer leichter auszubügeln sind. Dabei war deutlich zu sehen, welch großes Potenzial in dem Asiaten steckt. Für die rechte Defensive scheint Sakai allerdings noch nicht gerüstet.

Er passt ins Beuteschema: Cedric Soares könnte ein Akteur sein, der mehr Beweglichkeit ins hannoversche Spiel bringt. Der 22-Jährige hat im Gegensatz zu Cherundolo Stärken in der Vorwärtsbewegung und ist technisch stark, zudem kann er Flanken gefährlich vor das Tor bringen. So könnte der Mann von Sporting Lissabon jemand sein, der eine spielstarke Alternative für Hannovers Rechtsverteidigerposition darstellt. Hannover soll den portugiesischen U21-Nationalspieler bereits beobachtet haben.

Wunsch 3: Ein treffsicherer Stoßstürmer

Die Zukunft von Mame Diouf ist nach wie vor offen. Der Senegalese war in der abgelaufenen Saison der torgefährlichste Angreifer, auch wenn er in der Rückrunde eine längere Durststrecke hatte. Unter anderem West Bromwich Albion soll die Fühler nach dem Knipser ausgestreckt haben, der wohl gehen darf, falls die Ablösesumme stimmt. Fakt ist: Die "Roten" schauen sich für den Fall der Fälle bereits nach einem Ersatz um: "Dirk Dufner muss natürlich auch immer eine Alternative parat haben", erklärte Kind.

Sollte Diouf sich verabschieden, braucht 96 sowieso dringend einen neuen Angreifer. Angesichts des Abgangs von Mohammed Abdellaoue (zum VfB Stuttgart) könnten die Hannoveraner aber auch bei einem Verbleib von Diouf im Sturm Verstärkung gebrauchen. In der Kategorie "Stoßstürmer" hat man neben dem Afrikaner lediglich noch Artur Sobiech in der Hinterhand, der jüngst seinen Vertrag bis 2017 verlängerte, in der Form der letzten Saison aber eher kein Mann für die Startelf ist.

Er passt ins Beuteschema: Anthony Modeste wurde zuletzt als potenzielle Verstärkung für den 96-Angriff gehandelt, Martin Kind dementierte jedoch ein Interesse am 25-Jährigen Stürmer von SC Bastia, der in der letzten Saison in der Ligue Un 15-mal traf. Dennoch: Ein Knipser vom Typ Modeste würde Hannover gut zu Gesicht stehen - nicht übermäßig teuer, treffsicher und daher für das Konterspiel geeignet. Und: Dass Dufner gute Kontakte nach Frankreich hat, weiß man spätestens seit dessen Engagement beim SC Freiburg - Stichwort Papiss Demba Cisse. Gegen einen ähnlichen Glücksgriff hätte man bei 96 sicher nichts einzuwenden…

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