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Hickhack mit Happyend: Andre Schürrle wechselt zu Chelsea London, Heung-Min Son zu Bayer Leverkusen. Es sind Transfers, über die sich alle Beteiligten freuen dürfen.

ANALYSE
Von Tim Röhn

Leverkusen.
Andre Schürrle traute dem Braten auch am Donnerstagnachmittag nicht. „Noch kann ich nichts sagen“, erklärte der 22-Jährige, der derzeit Urlaub auf der griechischen Insel Mykonos macht. Dabei könnte jetzt nur noch ein Wunder verhindern, dass der Traum des deutschen Nationalspielers, künftig für Chelsea London zu spielen, in Erfüllung geht.

Bayer Leverkusen, sein Noch-Arbeitgeber, hat mitgeteilt, dass in der Causa Schürrle eine „grundsätzliche Einigung“ mit dem Europa-League-Sieger erzielt wurde. „Juristische und sonstige Angelegenheiten“ müssten noch geklärt werden, dann sei der Wechsel fix, so der Bundesligist.

Damit ist das monatelange Hickhack endgültig beendet. Schon Mitte April hatte Chelsea ein Angebot über etwa 23 Millionen Euro abgegeben. Kurzzeitig schien es so, als ob Bayer zeitnah zustimmen würde, immerhin reiste Sportdirektor Rudi Völler nach London. Dann legte der Klub sein Veto ein und erklärte, erst müsse Ersatz für Schürrle gefunden worden.

Der Poker um de Bruyne

Bayer hatte die Chance, Kevin de Bruyne für ein Jahr von Chelsea auszuleihen, wollte schließlich aber nachverhandeln und den Belgier für zwei Jahre an sich binden. Chelsea lehnte den Deal ab, dann schaltete sich Borussia Dortmund in den Poker ein. Lange schien es so, als sei das Schicksal von Schürrle von der Personalie de Bruyne abhängig. Als sich abzeichnete, dass Chelseas neuer Coach Jose Mourinho auf den Belgier baut, setzte Leverkusen Plan B in die Tat um.

Heung-Min Son, 20, wechselt vom Hamburger SV an den Rhein, der Südkoreaner hat einen Fünf-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni unterschrieben. Son ist wie Schürrle in der Offensive variabel einsetzbar, er ist schnell, wendig und stark im Abschluss. Bayers Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser sagte: „Son passt genau in unser Anforderungsprofil als junger, noch sehr entwicklungsfähiger Profi mit internationalen Ansprüchen. Wir sind froh, dass er sich für Bayer 04 Leverkusen entschieden hat als den Verein, bei dem er seine eigenen, hoch gesteckten Ziele am besten realisieren kann.“

SCHÜRRLE &
SON


Bayer Leverkusen NOCH-KLUB
Hamburger SV
 151/43 KARRIERE SPIELE/TORE 78/20
43/14 SAISON SPIELE/TORE
34/12
22 ALTER 20
24 LÄNDERSPIELE 12
25 Millionen Euro  GESCH. WERT
10 Millionen Euro


Nachdem es in den vergangenen Tagen und Wochen in der Causa Schürrle unruhig geworden war – Spieler und Berater hatten den Druck auf Bayer mit deutlichen Ansagen erhöht -, wurde nun eine Lösung gefunden, über die sich alle direkt und indirekt Beteiligten sehr freuen dürften.

Stolze Ablöse für den HSV

Schürrle, dem das schlichte Mitspielen in der Champions League nicht mehr reichte, spielt künftig für einen europäischen Top-Klub (Vertrag bis 2018). Son, dem die Bundesliga nicht mehr reichte, darf sich nun in der Königsklasse präsentieren. Der Hamburger SV, der ohnehin nicht mit Son verlängern konnte, bekommt nun noch eine stolze Ablösesume (von zwölf Millionen Euro ist die Rede).

Damit dürfte Bayer, das sich zudem nun nicht mehr mit einem quengelnden Spieler beschäftigen muss, sogar einen ordentlichen finanziellen Gewinn erzielen – obwohl es mit dem FSV Mainz 05 in diesem Transfer-Karussell noch einen weiteren Gewinner gibt: Schürrles Ex-Klub erhält 30 Prozent des Transfererlöses über zehn Millionen Euro. Macht knapp vier Millionen Euro.

Und die Fans? In London freuen sie sich diebisch auf Schürrle, in Leverkusen sind sie froh, dass er weg ist und werden Son herzlich willkommen heißen.

Es sind zwei Millionen-Geschäfte mit ungewöhnlich vielen Gewinnern.

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