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1. FC Köln: Gestatten, Peter Stöger!

Euphorie, Skepsis, Vorfreude und Unverständnis - die Verpflichtung von Peter Stöger ruft bei den FC-Fans gemischte Reaktionen hervor. Köln-Korrespondent Daniel Uebber resümiert.

KOMMENTAR
Von Daniel Uebber

Köln. Grüß Gott, Peter Stöger ist da! Endlich, könnte man meinen, hat der 1. FC Köln einen neuen Trainer. Die Euphorie rund um das Geißbockheim jedoch hält sich, zumindest teilweise, in Grenzen. Warum? Ganz einfach. Die 700.000 Euro, die der „Effzeh“ angeblich an Stögers ehemaligen Arbeitgeber, Austria Wien, zahlen muss, sind nicht nur vielen Köln-Fans ein Dorn im Auge. Auch ich finde, dass die Zahlung einer derartigen Ablösesumme für einen Trainer dem Wechsel einen faden Beigeschmack hinzufügt.

Der Stein des Anstoßes - die Ablösesumme

Heißt es nicht immer, der „Effzeh“ habe kein Geld? Stehen nicht harte Verhandlungen seitens des Effzeh mit der Stadt Köln ins Haus, in denen es um die Stadionmiete geht? Drohen nicht die Gespräche über den Verbleib von Tony Ujah an den mangelnden finanziellen Möglichkeiten der Kölner zu scheitern? Rund 30 Millionen Euro betrage das Finanzloch, welches der Effzeh zu stopfen hat, so Wehrle. Woher also nimmt der Club das Geld, um einen Trainer aus Österreich aus einem Vertrag heraus zu kaufen? Hätte Wehrle nicht auch einen ablösefreien Trainer verpflichten können?

Druck riesig

Allein die Tatsache, dass der Effzeh für Stöger tief in die Tasche greifen musste, setzt Stöger unter Druck. Auch der neue Coach selbst hat sich mit den Aussagen mit seinem Post auf seiner Facebook-Fanpage sicherlich keinen Gefallen getan: „Nur der Aufstieg könne das Ziel sein“ heißt es da. Doch die Mission Aufstieg dürfte für die Geißböcke wahrlrich kein Selbstläufer werden, zumal Leistungsträger wie Clemens und wohl auch Ujah den Verein verlassen werden. Außerdem spricht Stöger in seinem Statement auf Facebook von dem ihm schwer gefallenen Abschied aus Wien, der Verein bleibe ihm aber stets als „Herzensangelegenheit“ verbunden. Vokabular, dass am Rhein verpönt ist.

Reaktionen auf Twitter

Auf Twitter und auf Facebook zeigen sich die Anhänger des 1. FC Köln zweigeteilt. Während einige Fans den ruhigen und sachlichen Eindruck, den Stöger macht, gut finden (MrMobody), loben andere seine klaren Vorstellungen vom Fußball (JuergenL). Doch es gibt auch Kritik, die sich auf schlechte Erfahrungen mit im Vorfeld mit Lob überschütteten Trainern bezieht (Golradir). Ich kann selbst dazu nicht viel sagen: Ich habe noch nie ein Spiel von Austria gesehen und kannte Stöger nur, weil er scheinbar mal in Bremen im Gespräch als Schaaf-Nachfolger war. Ich bin gespannt, wie Stöger mit der Last umgeht, aufsteigen zu müssen, und ob er in der Lage ist, die Spieler des Effzeh, in denen ein gutes Potenzial steckt, verbessern kann.

Leeven Jrooß,

Euer Daniel

Eure Meinung: Hätte der FC lieber einen Trainer verpflichten sollen, für den sie keine Ablöse hätten zahlen müssen?

 

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