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Bis Weihnachten ist es noch ein wenig hin. Aber die Transferphase ist für Fußballfans die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen. Wir schauen ganz genau hin!

ANALYSE
Von Daniel Jovanov

Was kann man dem Hamburger SV, der nur knapp die Europa League verpasst, dennoch seinen Sportchef Frank Arnesen entlassen und mit Kerem Demirbay und Hakan Calhanoglu (beide 19) bereits zwei hoffnungsvolle Talente unter Vertrag genommen hat, eigentlich wünschen? Einen neuen Stürmer oder eine klare Philosophie im sportlichen Bereich?

Der neue starke Mann heißt nun also Oliver Kreuzer, kommt aus Karlsruhe und tritt heute seinen Dienst bei den Norddeutschen an. Und schon zu Beginn steht der 47-jährige vor wichtigen Entscheidungen. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Heung-Min Son wird Kreuzer die Mannschaft auf mindestens zwei Positionen verstärken müssen. Zudem gilt es weiterhin die Personalkosten zu senken und den Kader zu verkleinern. Keine leichte Aufgabe.

Wunsch 1: Eine neue Struktur

Selten in der langen Historie des Hamburger Sport-Vereins war die Chance auf eine grundlegende Veränderung der Vereinsstrukturen so groß wie jetzt. Spätestens nach der fast zweijährigen Sportchefsuche des Aufsichtsrats von 2009 bis 2011, etlichen Indiskretionen und öffentlichen Disputen ist vielen Mitgliedern bewusst, dass sich der Verein einer Generalüberholung unterziehen muss. Denn zum ersten Mal wird nicht mehr über Symptome, sondern Ursachen gesprochen. Zwar ist es nicht fair allein dem Aufsichtsrat die Schuld für das negative Bild des HSV in der Öffentlichkeit zu geben - immerhin werden die Aufsichtsräte von den Mitgliedern gewählt - dennoch ist zumindest eine Verkleinerung des Gremiums eine unausweichliche Maßnahme. Im Hintergrund formieren sich bereits unterschiedliche Strömungen, die das Thema "Neustrukturierung" verschriftlichen und noch vor der nächsten Mitgliederversammlung im Januar präsentieren wollen. Namentlich können hier der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Otto Rieckhoff und der aktuell im Rat vertretene Jürgen Hunke als Pioniere genannt werden. Wobei man keinesfalls davon ausgehen darf, dass die Debatte um eine neue Struktur, egal wie sie letztlich aussehen mag, reibungslos vonstatten geht. Zumindest die Gegner sind weniger geworden.



"Ein derart großes Gremium ist nicht handlungsfähig" - Ernst-Otto Rieckhoff plädiert für eine Ausgliederung

Wunsch 2: Ein spielstarker Innenverteidiger

Neben Heiko Westermann fehlt ein Verteidiger, der sich traut, den vertikalen Pass zu spielen. Bruma, Rajkovic und Mancienne gehören leider nicht dazu. Dadurch ist der Spielaufbau des HSV berechenbar. Hinzu kommt, dass Westermann nach Einschätzung vieler die technische Qualität fehlt. Dass er regelmäßig zu den zweikampf- und kopfballstärksten Spielern steht, wird gerne vergessen. Dennoch würde auch ihm ein spielstarker Kollege gut zur Seite stehen, der nicht nur Bälle klären, sondern auch das Spiel von hinten heraus eröffnen kann. Die Liste der Kandidaten - zumindest in der Öffentlichkeit - ist nicht sehr lang. Wobei man das durchaus auch als positives Zeichen werten kann. Bevor allerdings jemand nach Hamburg wechseln kann, muss Sportchef Kreuzer Mancienne, Rajkovic oder Scharner verkaufen. Ob Jonathan Tah, derzeit A-Jugendspieler beim HSV, schon in der kommenden Saison eine ernsthafte Alternagive darstellen kann, wird sich in der Vorbereitung zeigen.

Er passt ins Beuteschema: Matthias Ginter - jung, robust und stark am Ball (19 Jahre alt, Vertrag bis 2015, leider Fan vom BVB)



Wunsch 3: Ein neuer Stürmer

Der HSV wird für seinen südkoreanischen Stürmer etwa zehn Millionen Euro einnehmen. Läuft alles nach Plan, wechselt Heung-Min Son zu Bayer 04 Leverkusen. Damit verliert Thorsten Fink den Stürmer, der sich langsam dahingehend entwickelte, eine tragende Säule der Mannschaft zu werden. Zwar fehlt dem 20-jährigen bei hohen Bällen noch die letzte Entschlossenheit und das Auge, um sich richtig zu positionieren, der Schritt wäre ihm allemal zuzutrauen gewesen. Denn klar ist, dass der HSV einen Stürmer braucht, der die Bälle in der Spitze halten kann. Andernfalls fällt die Option, mit langen und hohen Bällen zu spielen, weg. Dies kann entscheidende Nachteile haben. Artjoms Rudnevs ist weit davon entfernt, diese Rolle einzunehmen. Kandidaten hierfür scheint es zum Glück genügend zu geben. Wobei der Name Eren Derdiyok verdächtig häufig gefallen ist.



Mein persönlicher Favorit wäre ein anderer: Alexander Meier. Im besten Fußballeralter könnte er seine Karriere in seiner Heimatstadt Hamburg ausklingen lassen. Hat mit Sicherheit noch drei oder vier gute Spielzeiten vor sich. Man könnte ja mal anklopfen.

Er passt ins Beuteschema: Alexander Meier, groß, kopfballstark und ein echter Leader (30 Jahre alt, Vertrag bis 2014, spielt mit Frankfurt Europa League)

EURE MEINUNG: Wo sollte sich der HSV außerdem verstärken?

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