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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Maicon Thiago Pereira de Souza
In der Bundesliga: Von 2007 bis 2008

Vereine in Deutschland: MSV Duisburg

Einsätze:
20

Tore:
1

Erfolge:
keine Titel
Brasilianischer Zauber unerwünscht?

In Duisburg schien sein Spielwitz nicht so beliebt zu sein, denn in den Monaten beim MSV regierte die Sicherheit auf dem Platz und nicht das etwas risikoreichere Spiel Maicons.

Im Jahr 2007 herrschte noch der Brasilienboom in Deutschland. So auch beim MSV Duisburg. Der Brasilianer begann seine Karriere in der brasilianischen dritten Liga und ging schnell zu einem großen Verein Rio de Janeiros, wo er für Fluminense auflief. Er konnte sich nicht durchsetzen und wechselte zurück zu seinem Jugendklub Madureira EC. Nach einer Ausleihe zu Botafogo wagte er das Abenteuer Bundesliga.

Im Sommer 2007 schnappte sich Duisburg für rund 600.000 Euro den Ballzauberer vom Zuckerhut. Zuerst lief es gut, auch wenn er in 20 Partien nur einen Treffer erzielte, überzeugte er mit Spielwitz und Ideen auf dem Platz.

Seine Spielweise war jedoch nicht jene, die sich zuerst Rudi Bommer und dann Peter Neururer vorstellten. Unter beiden Trainern regierte die Sicherheit mit zwei defensiven Spielern, zu denen jedoch Maicon nicht zählte. Nach dem Abstieg des MSV kam der Mittelfeldspieler nur noch auf acht Partien, schoss aber auch zwei Tore.

Im Sommer 2009 wechselte er nach Brasilien zu Figuierense. Zwei Jahre später ging er zum FC Sao Paulo, wo er auch heute noch zusammen mit Ganso und Lucio spielt.

Frank Juric
In der Bundesliga: Von 1999 bis 2008

Vereine in Deutschland: Bayer Leverkusen, Hannover 96

Einsätze:
12

Tore:
0

Erfolge:
"Vize-Kusen" 2002 und Vize-Meister 2000
Knieprobleme stoppten seine Karriere

Juric kam als junges Talent von Australien nach Deutschland. Bei Fortuna Düsseldorf stand er zu Beginn in der zweiten Bundesliga zwischen den Pfosten und erregte das Aufsehen größerer Klubs. Doch andauernde Knieprobleme ließen ihn nie mehr als die Nummer zwei werden.

In Australien begann Juric seine Karriere bei den Melbourne Knights. Hier holte er zwei Meisterschaften und wagte 1996 den Schritt zu dem neugegründeten Verein Collingwood Warriors. Durch finanzielle Probleme war er gezwungen sich nach nur einem Jahr einen neuen Verein zu suchen.

Die Gelegenheit beim Schopfe packend stieg er ins Flugzeug mit dem Ziel in Deutschland zu spielen. Er fasste schnell in der zweiten Bundesliga Fuß und etablierte sich in seiner zweiten Saison als Stammkraft bei Fortuna Düsseldorf. Jedoch konnte auch er den Abstieg in die Regionalliga nicht verhindern.

Zu seinem Glück fielen seine guten Leistungen auch den Verantwortlichen von Bayer Leverkusen auf, die ihn vor der Bundesligasaison 1999/2000 zur Werkself lotsten. Hier war er der dritte Mann hinter Adam Matysek und Hans-Jörg Butt. In fünf Jahren kam er aber immerhin auf elf Bundesligaeinsätze und einige in Europapokalspielen.

Er zog als Nummer zwei zu Hannover 96. Hinter Robert Enke konnte er sich nicht durchsetzen und musste mit immer schlimmer werdenden Knieproblemen kämpfen. Letztlich ging Juric 2008 wieder zurück in die Heimat, wo er bei seinem letzten Verein Perth Glory heute als Torwart- und Assistenztrainer arbeitet.

Jorginho
In der Bundesliga: Von 1989 bis 1995

Vereine in Deutschland: Bayer Leverkusen, Bayern München

Einsätze:
154

Tore:
15

Erfolge:
Deutscher Meister 1994, Vize-Meister 1993
Auf und Ab in der Bundesliga

In seinen ersten Jahren war der Defensivmann gesetzt und eine wichtige Stütze für seine Teams. Doch selbst in seiner Weltmeistersaison 1994 war er nicht immer bei den Bayern gesetzt. Letztlich spielte er in Brasilien bis er 39 Jahre alt war.

Vor seinem Karrierestopp in der Bundesliga spielte Jorginho in seiner Heimat beim America FC und in Rio de Janeiro bei CR Flamengo. 1989 wechselte er für drei Jahre zu Bayer Leverkusen.

Er setzte sich in Deutschland durch und wurde vom FC Bayern München umworben, zu denen er schließlich 1992 wechselte. Erst wurde er Stammspieler im Mittelfeld, dann jedoch nahmen seine Einsätze in den folgenden Jahren immer mehr ab. 1994 wurde er mit den Süddeutschen deutscher Meister und mit Brasilien Weltmeister.

1995 ging er schließlich nach Japan und feierte dort große Erfolge mit den Kashima Antlers. Hier wurde er zweimal Meister und je einmal Pokal- und Ligapokalsieger. Auch später als Trainer holte er mit den Antlers zwei Titel.

Von Japan ging er wieder in seine Heimat zurück, wo er für Vasco da Gama und Fluminse spielte. Damit stand er bei drei der vier großen Vereinen Rio de Janeiros unter Vertrag. Nach seiner aktiven Karriere war er unter anderem als Assistent von Dunga für die Selecao tätig. Vor einigen Tagen musste er, nach einem missratenen Saisonstart, seine Koffer bei Flamengo packen, die er nur knapp drei Monate betreuen durfte.

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