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Carlos Tevez hat das Interesse des FC Liverpool auf sich gezogen

Die ultimativen Transferziele des Sommers: Carlos Tevez

Carlos Tevez hat das Interesse des FC Liverpool auf sich gezogen

Getty Images

Liverpool hat sich ins Rennen um den Angreifer eingeschaltet. Neben den "Reds" buhlen aber auch der AS Monaco, PSG und Juventus Turin um die Dienste des Stürmers von ManCity.

Von Jonathan Birchall

Wenn man die Auseinandersetzungen mit Roberto Mancini, den Entzug des Führerscheins, die 250 Stunden gemeinnützige Arbeit, die Rede von einer Rückkehr zu den Boca Juniors oder einem Wechsel zu Paris Saint-Germain oder zum AS Monaco mal beiseitelässt, war Carlos Tevez mit 17 Toren in 39 Spielen wohl einer der besten Spieler im Trikot von Manchester City in der abgelaufenen Saison.

DIE KARRIERE VON CARLOS TEVEZ
  TEAM DAUER SPIELE TORE
Boca Juniors 2001-04 110 38
Corinthians 2004-06 76 46
West Ham 2006-07 29 7
Man Utd 2007-09 99 34
Man City 2009-13 138 73
Der FC Liverpool ist, wie Goal exklusiv berichtete, der neueste Klub, der bereit ist, eine Ablöse von rund 8,2 Millionen Euro für den Argentinier zu zahlen. Bei allen Eskapaden um Tevez drücken sie ein Auge zu. Ganz im Gegensatz zu ManCity. Sein jetziger Klub scheint den 29-Jährigen in diesem Sommer loswerden zu wollen.

Jedoch besitzt Tevez noch ein Jahr Vertrag bei den "Citizens", der ihn mehr als 230.000 Euro wöchentlich verdienen lässt – fast doppelt so viel, wie er bei einem Wechsel nach Liverpool verdienen würde. Damit, so scheint es, hält der Angreifer mal wieder alle Asse in Hand.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Tevez und dessen Berater Kia Joorabchian die City-Offiziellen hinhalten und für Kopfschütteln sorgen. Der Vorstand hat drei Optionen: Man unterbreitet Tevez ein neues Angebot zu ähnlichen Konditionen, wie beim jetzigen Vertrag. Man verkauft ihn für weit weniger als die knapp 30 Millionen Euro, die man 2009 für ihn bezahlte, oder man lässt ihn nach Ablauf seines Kontrakts nach der kommenden Saison ablösefrei ziehen.

Und wie es schon im September 2011 in der Allianz Arena der Fall war, fühlt sich Tevez wohl dabei, still zu sitzen, während um ihn herum das Chaos ausbricht.

Ein weiteres Jahr mit den 60-Euro-Steaks in seinem Lieblingsrestaurant in Manchester, dem "Gaucho", die gelegentlichen Golf-Runden mit seiner Frau Vanessa und ohne einen Roberto Mancini, der ihm täglich Anweisungen gibt. Dazu ein stolzes Gehalt von umgerechnet über elf Millionen Euro und einem vermutlich spanisch sprechenden Trainer Manuel Pellegrini würden einen Verbleib in Manchester erträglich machen für einen Mann, der das Word "einfach" aus seinem Vokabular gestrichen zu haben scheint.

Schließlich deckte Goal im vergangenen Monat ebenso auf, dass der AS Monaco eine Lösung bieten könnte, alle Parteien glücklich zu stimmen. Nachdem sich der Klub schon die Dienste von Radamel Falcao, James Rodriguez und Joao Moutinho sichern konnte, bekundete der vom russischen Milliardär Dmitry Rybolovlev unterstütze Ligue-1-Aufsteiger auch Interesse an Carlos Tevez. Dieser versicherte im Mai, dass er das Projekt in Monaco "wirklich mögen" würde.

Anderswo, bei Paris Saint-Germain, tut sich ebenfalls eine interessante Option für den Spieler auf, dem viele nachsagen, dass er sich auf der Gehaltsliste von ManCity sehr wohlfühlt, nachdem er in der Saison 2011/12 drei Monate in die Heimat nach Buenos Aires zurückkehrte und mehr auf Golfanlagen als auf Fußballplätzen zu finden war.

DIE MEINUNG AUS FRANKREICH

 HOCINE HARZOUNE, GOAL.COM FRANKREICH
PSG braucht einen guten Stürmer, der sich mit Zlatan Ibrahimovic zusammentut, woran die anderen Angreifer im Kader gescheitert sind. Egal, ob Ezequiel Lavezzi oder Kevin Gameiro – beide konnten dem nicht gerecht werden und könnten den Verein bei einem passenden Angebot sogar verlassen. Nachdem man vollkommen abhängig von Ibrahimovic war, weiß der Klub, dass man in der Tiefe nachlegen muss. Tevez könnte die perfekte Lösung darstellen.

Gleiches gilt für den AS Monaco. Der Ligue-2-Meister ist gewillt ein weiteres Statement auf dem Transfermarkt zu setzen, bevor die nächste Saison beginnt. Tevez ist ein ausreichend großer Name, um das zu tun. Jedoch kann es sich der Klub nicht leisten, ähnliche Eskapaden in den eigenen Reihen zu haben, wie es bei ManCity zwischen Tevez und Mancini der Fall war.
Juventus Turin hat – im Bilde über die vertragliche Situation von Tevez – ebenfalls in den vergangenen Monaten Gespräche mit den Vertretern des Argentiniers geführt. Jedoch wird dem italienischen Rekordmeister ein stärkeres Interesse an Tevez' Landsmann Gonzalo Higuain von Real Madrid nachgesagt.

Mittlerweile sind sich Manchester Citys Sportdirektor Txiki Begiristain und Geschäftsführer Ferran Soriano bewusst, dass sie circa 47 Millionen Euro aus Spielerverkäufen und Gehaltsersparnissen akquirieren müssen, um umgerechnet 140 Millionen Euro für die Wunschspieler – angeführt von Edinson Cavani – für die kommende Saison zusammen zu bekommen.

Zwei Spieler konnte City bereits für die kommende Spielzeit verpflichten: Fernandinho und Jesus Navas unterschrieben in der vergangenen Woche ihre Verträge beim Meister von 2012. Darüber hinaus sollen Isco, Thiago Alcantara, Diego Novaretti und eben Cavani den Weg ins Etihad Stadium antreten. Edin Dzeko, Javi Garcia und Samir Nasri wurden derweil nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen.

Doch Tevez scheint von der bevorstehenden Ankunft von Pellegrini vom FC Malaga derart angetan, dass er liebend gern bleiben würde. Soriano soll inzwischen sogar bereit sein, sich mit dem Spieler und dessen Berater in den kommenden Wochen zu treffen, um einen neuen Vertrag auszuhandeln, der ihn an den Klub bindet – vor allem aber seinen Wert für potenzielle Bieter erhöht. Es ist eine unglückliche und lächerliche Zweckehe.

Tevez mag Manchester nicht und Manchester scheint nachweislich immer weniger von Tevez zu halten. Dennoch wollen beide zusammenkommen, um sicherzustellen, dass Tevez weiterhin ein wertvolles Gut für seinen Arbeitgeber bleibt, sowie einer der bestbezahlten Spieler im Fußball. Doch darum geht es ihm schon lange nicht mehr.

Willkommen in Manchester, willkommen in der Welt von Carlos Tevez. Viel Talent, aber auch viele Probleme!

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