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Der AS Monaco konnte in der vergangenen Saison die Rückkehr in die Ligue 1 bejubeln

Internationale Transferpläne: AS Monaco

Der AS Monaco konnte in der vergangenen Saison die Rückkehr in die Ligue 1 bejubeln

Ocampos juega en Mónaco de Francia / GettyImages

Die Ligen in Europa ruhen derzeit. Grund genug für Goal.com, einen Blick auf den Transfersommer von Ligue-1-Aufsteiger AS Monaco zu werfen.

ANALYSE
Von Robin Bairner

Für die meisten Aufsteiger lautet das oberste Ziel in der ersten Saison im Oberhaus schlicht: Nichtabstieg. Der AS Monaco hat versprochen, sich mit einigen der besten Spieler der Welt auszustatten und somit die Top-Adresse in diesem Sommer zu werden. Unterstützt vom russischen Oligarchen, Dmitry Rybolovlev, will der Klub einen beispiellosen Angriff auf die Ligue Un – und die gesamte Fußballwelt – vornehmen.

Bereits jetzt hat man einige hochkarätige Transfers getätigt und es könnte noch der ein oder andere hinzukommen bis das Transferfenster am 31. August schließt – und das trotz des Streits mit der französischen Liga über den steuerfreien Status des Fürstentums.

Goal.com wirft einen Blick darauf, mit welchen Stars das Team weiterhin von sich reden machen könnte.

MÖGLICHE NEUZUGÄNGE


Offiziell hat das Transferfenster noch nicht einmal geöffnet, doch Monaco hat bereits eine Fülle von Talenten für teils üppige Summen unter Vertrag genommen.

Die Ankunft von Radamel Falcao am vergangenen Freitag war die wohl bemerkenswerteste. Es wird gemunkelt, dass der Stürmer von Atletico Madrid für rund 60 Millionen Euro den Weg nach Monaco antritt, wenngleich der Klub selbst diese hohe Summe dementiert. Unabhängig davon ist aber davon auszugehen, dass der bisherige französische Rekord-Transfer von Thiago Silva zum PSG für 42 Millionen Euro im vergangenen Sommer Geschichte ist.

Zuvor wurde bereits die Neuverpflichtung des Duos vom FC Porto, Joao Moutinho und James Rodriguez, für insgesamt 70 Millionen Euro bekanntgegeben (25 Millionen für den Portugiesen, 45 Millionen für den Flügelstürmer). Moutinho soll vor allem die Mittelfeldzentrale der Monegassen stärken, während der Kolumbianer auf der rechten Außenbahn für Furore sorgen soll.

Monaco-Trainer Claudio Ranieri ist ein großer Bewunderer von Juventus Turins Mittelfeldspieler Claudio Marchisio, den er während seiner Zeit bei den "Bianconeri" schon trainiert hat. Der Aufsteiger ist gewillt, 30 Millionen Euro für den italienischen Nationalspieler auf den Tisch zu legen. Juve-Trainer Antonio Conte hat gegenüber der Vereinsführung bereits klargemacht, dass er einem Verkauf des Eigengewächses nicht zustimmen werde. Ein verrücktes Angebot und ein schlechter Confederations Cup von Marchisio könnten die Tür eventuell noch einmal öffnen. Zumal Juventus mit Paul Pogba auf der zentralen Mittelfeldposition bereits einen kommenden Weltklassespieler in den eigenen Reihen weiß.

Für Erfahrung in der Hintermannschaft Monacos ist ebenfalls gesorgt: Mit Ricardo Carvalho wurde bereits der passende Mann für die Innenverteidigung unter Vertrag genommen. Auch Eric Abidal (FC Barcelona) und Fabio Coentrao (Real Madrid) scheinen im Anflug zu sein. Dem Portugiesen wird wie Abidal nachgesagt, die Primera Division in diesem Sommer zu verlassen. Monte Carlo scheint ein sehr wahrscheinliches Ziel zu sein.

Darüber hinaus wird ein weiterer Innenverteidiger erwartet, der den vielversprechenden Youngster Nicolas Isimat-Mirin unterstützen soll. Der Mann vom AFC Valenciennes ist sich bereits mit Monaco einig. Nicolas Nkoulou (Olympique Marseille) hat einen Wechsel zurück zu seinen Ex-Verein hingegen nahezu ausgeschlossen, dafür sind John Terry (FC Chelsea) und Daniel Agger (FC Liverpool) in den letzten Tagen mit dem Aufsteiger in Verbindung gebracht worden.

Auf der Torwart-Position hat man es hingegen bis dato verpasst für Verstärkung zu sorgen. Victor Valdes wird den Kasten der Rot-Weißen wohl in der kommenden Saison nicht hüten, nachdem er ankündigte, noch eine Saison beim FC Barcelona bleiben zu wollen. Steve Mandanda scheint zudem bei Olympique Marseille sehr glücklich zu sein, sodass man wohl mit dem derzeitigen Keeper, Danjiel Subastic in die Saison 2013/14 gehen wird.

Sportdirektor Vadim Vadilyev meinte zwar unlängst, Monaco wolle höchstes fünf bis sechs neue Spieler unter Vertrag, aber mit den Namen, die noch mit dem Verein in Verbindung gebracht werden, ist davon auszugehen, dass es einige mehr werden könnten.

Trainer Claudio Ranieri hat aber angedeutet, dass er sein Team bis zur am 1. Juli beginnenden Saisonvorbereitung am liebsten beisammen haben wolle.

MÖGLICHE ABGÄNGE


Der Kader, der den Titel in der Ligue 2 in der vergangenen Saison gewonnen hat, ist extrem aufgebläht und muss vor dem Beginn der neuen Spielzeit deutlich ausgedünnt werden.

Valere Germain, der sämtliche Jugendmannschaften beim AS Monaco durchlaufen hat, könnte einer der Spieler sein, der den großen Namen im Offensivbereich zum Opfer fällt. Der 23-Jährige wusste im letzten Jahr mit 14 Toren durchaus zu überzeugen und hat so das Interesse des OSC Lille auf sich gezogen. Unterdessen zeigte die Formkurve von Ibrahima Toure zum Saisonende nach unten. Er könnte ebenso den Verein verlassen.

Der Abgang von Mittelfeldspieler Nampalys Mendy, den es zum OGC Nizza zieht, und Linksverteidiger Layvin Kurzawa stehen fest. Ex-Bundesligaspieler Georgios Tzavellas, könnte in der nächsten Saison ebenfalls wenig zu lachen haben, genauso wie Emir Bajrami. Der Schwede hat bereits einen Drei-Jahres-Vertrag bei Panathinaikos Athen unterzeichnet.

DER TRAINER


Gegen Ende der abgelaufenen Spielzeit gab es wilde Spekulationen, Claudio Ranieri könnte in diesem Sommer seinen Job verlieren, weil die Monegassen am Saisonende mehr oder minder über die Ziellinie stotterten. Zahlreiche hochdotierte Namen wurde mit dem Trainerposten in Monaco in Verbindung gebracht, darunter auch Jose Mourinho und Robert Mancini. Inzwischen hat der Klub aus dem Stade Louis II bestätigt, dass Ranieri das Team auch in der Ligue 1 betreuen darf und die Gerüchte damit – wenn auch nur vorerst – beendet.

Der Italiener ist sich durchaus bewusst, dass ihm ein schwieriger Start in der nächsten Saison seinen Job kosten könnte. Der Vorstand will nämlich nicht nur Siege sehen, sondern obendrein auch noch schönen Fußball. Der Druck wird also nicht geringer.

FAZIT


Was auch immer noch geschieht, bevor die Saison beginnt: Dieser Sommer wird als der wohl außergewöhnlichste in der Vereinsgeschichte des AS Monaco in die Geschichte eingehen. Der Klub hat beachtliche Summen in Weltklassespieler investiert, für die es vor Monaten wohl noch unvorstellbar war, nach Monaco zu wechseln.

Dies sollte als eine echte Absichtserklärung des Fürstentums betrachtet werden, das in der kommenden Saison offiziell in die Europa League einziehen will, intern aber wohl sogar den Meistertitel ins Visier nimmt. Abseits des Platzes hat sich Monaco einen Namen gemacht. Jetzt gilt es, das auch auf den Platz zu bringen.


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