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Eine spannende Saison ist vorüber. Wir schauen ganz genau, was beim FC Bayern gut lief und wo noch Luft nach oben ist!

ANALYSE
Von Fabio Porta

Verein: FC Bayern München
Bundesliga: Platz 1
DFB-Pokal: Sieger
Champions League: Sieger

Zielsetzung: Nach einer Saison mit dem „Drama dahoam“ im Finale der Champions League gegen den FC Chelsea und der erneuten Niederlage gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal und in der Bundesliga sollte die Zeit ohne Titel beim FC Bayern zu Ende sein. Oberste Priorität hatte die Bundesliga, danach kamen Champions League und DFB-Pokal. Der Rekordmeister wollte sich wieder zurückmelden.

LIGA & POKAL

Eine Niederlage, 91 Punkte, 98 Tore und 18 Gegentore – das sind die Zahlen der Rekordsaison der Bayern. Der Rekordmeister ließ sich nicht noch einmal die Butter vom Brot nehmen und machte in der Liga mit den Konkurrenten kurzen Prozess. Bereits am 28. Spieltag war die Elf von Jupp Heynckes uneinholbar vorne und sicherte sich die Meisterschaft. Im Pokal marschierte man ebenfalls ins Finale und hatte nur im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund Mühe. Im Endspiel bot der VfB Stuttgart einen heißen Tanz, doch dort setzten sich die Bayern insgesamt verdient durch. 

Goal-Fazit:
Von Anfang an hochkonzentriert, heiß wie Frittenfett und ohne Kompromisse – die Bayern ließen überhaupt nichts anbrennen und begeisterten sogar mit dem zweiten Anzug die Massen in Fußball-Deutschland. Gegner wie Hannover 96 oder Schalke 04 wurden vorgeführt, der Hunger war über die gesamte Saison unverkennbar. Der FC Bayern katapultierte sich wieder an die Spitze der Bundesliga, in dieser Spielzeit mehr als verdient.

CHAMPIONS LEAGUE

Im ersten Spiel nach der dramatischen Niederlage galt es für die Bayern wieder: Arme hochkrempeln, den nächsten Versuch starten. So ging die Elf von Jupp Heynckes auch in die Saison. Mit einem Sieg gegen den FC Valencia feierte man einen gelungenen Start, der dann von BATE versaut wurde. Die Bayern verloren überraschend mit 1:3. Danach folgen zwei Siege gegen OSC Lille, darunter ein 6:1-Torfestival in der Allianz Arena. Nach dem Remis in Valencia gab es zum Abschluss einen Sieg im eigenen Stadion gegen BATE, der Gruppensieg war perfekt.

Im Achtelfinale wurde der FC Arsenal nach einem klaren 3:1-Sieg auswärts noch fast zum Stolperstein, weil man sich zu sicher fühlte. Was danach kam, war schlichtweg beeindruckend. Juventus Turin und der FC Barcelona wurden ohne ein einziges Gegentor ausgeschaltet, die Katalanen gar mit 4:0 aus dem Stadion gefegt. Im Finale zeigten die Bayern gegen den BVB zunächst eine verunsicherte Leistung, doch am Ende präsentierte sich die Elf um Kapitän Philipp Lahm bissiger und fitter, Arjen Robben beendete die Sehnsucht von zwölf Jahren ohne internationalen Titel.

Goal-Fazit: Besonders in der K.O.-Phase zeigten die Bayern, dass sie aus der Niederlage 2012 im eigenen Wohnzimmer gelernt haben. Das Gesicht des FC Bayern war nun ausgereifter, hungriger, erfahrener. Mit Juventus Turin und dem FC Barcelona schaltete man zwei Top-Teams aus, mit dem BVB wurde die zweitbeste Mannschaft der Champions-League-Saison besiegt. Die Mannschaft von Jupp Heynckes erfüllte sich einen Traum und belohnte sich für eine außergewöhnliche Saison mit dem Titel in der Königsklasse. Mehr ging in dieser Spielzeit nicht!



UNTERHALTUNG

Fallrückzieher, Freistöße, Tore satt – beim FC Bayern war in dieser Saison alles dabei, und da war es egal, wer auf dem Platz stand. Beim 9:2 gegen den HSV spielte sich Unglaubliches ab, aber auch beim 3:2-Erfolg über Fortuna Düsseldorf bekamen die Zuschauer etwas zu sehen.

Trotz aller Überlegenheit hörten die Bayern auch nach einer 3:0-Führung nicht auf und versprühten eine Spielfreude, wie sie lange nicht mehr zu sehen war. Nicht selten kam es beispielsweise zu einem 6:1 wie gegen Lille oder Werder Bremen. Selbst im DFB-Pokal-Halbfinale gab es ein 6:1 gegen den VfL Wolfsburg. Und zum Abschluss der Saison setzte der Triple-Gewinner noch einen drauf und kam nach einem 1:3-Rückstand bei Borussia Mönchengladbach zurück und sicherte sich am Ende den 4:3-Sieg und Heynckes den perfekten Abschied.

Goal-Fazit: Man könnte behaupten, dass es zumindest in der Bundesliga teilweise langweilig und eintönig war, wie der FC Bayern die Gegner beherrschte. Doch statt knapper Siege gab es mehrere Partien mit vielen Toren und einem hohen Unterhaltungswert, schließlich halfen die anderen Klubs teilweise tatkräftig mit. In der Königsklasse zählten das Hinspiel gegen den FC Barcelona und das Finale gegen den BVB zu den Höhepunkten.

TRANSFERMARKT: sehr gut

Die Schwachstellen wurden analysiert, der Kader in der Breite verstärkt: Die Bayern haben sich punktuell verbessert und mit Dante, Martinez und Mandzukic drei absolute Schlüsselspieler in dieser Saison verpflichtet, die maßgeblichen Anteil am Triple hatten. Dazu konnten sich Xherdan Shaqiri und Claudio Pizarro immer wieder beweisen und zeigen, dass auch der zweite Anzug sitzt.

Goal-Fazit: Alle Mannschaftsteile verstärkt, die letzten Prozente in die Mannschaft gesteckt – auf dem Transfermarkt haben die Bayern alles richtig gemacht. Wer jetzt noch über die Ablösesumme von Martinez schmunzelt, sollte den Spanier live im Stadion verfolgen. Es war auch eine kleine Überraschung, dass Dante direkt zum Stammspieler wird und aus der Abwehr nicht mehr wegzudenken ist. Mit Shaqiri und Pizarro hat der Rekordmeister zwei erstklassige Offensivspieler verpflichtet, die mit ihrer Rolle als Ersatzspieler mehr als zurecht kamen und immer vollen Einsatz zeigten, wenn sie gebraucht wurden.



TRAINER & UMFELD

Jupp Heynckes hat sich in dieser Saison unsterblich gemacht. Der FC Bayern ist der erste deutsche Triple-Gewinner, ein Großteil davon ist ihm zu verdanken. Der Trainer wird von den Spielern verehrt und respektiert, die Lorbeeren wurden am Ende der Spielzeit abgeholt. Heynckes hat über die gesamte Saison die Spannung hochgehalten und dabei auch die zweite Garde nicht vernachlässigt, im Gegenteil. Ihm gebührt die höchste Anerkennung.

Ein weiterer entscheidender Baustein stellte Sportvorstand Matthias Sammer dar. Der „Motzki“ zeigte sich über das ganze Jahr hinweg nie zufrieden und presste immer wieder die letzten Ressourcen aus den Spielern heraus. Mit ihm scheinen die Bayern langfristig die richtige Wahl getroffen zu haben. Sammer konnte seine Einstellung auf die Mannschaft übertragen und somit dafür sorgen, dass das Team nie aufhört, konzentriert zu Werke zu gehen. Selbst die Steueraffäre um Uli Hoeneß brachte die Spieler nicht aus der Ruhe.

Goal-Fazit: Bei dieser Leistung bedarf es eigentlich keines Fazits. Jupp Heynckes lieferte unglaubliche Arbeit ab und führte die Bayern an die Spitze Europas. Es gab die eine oder andere Stichelei, doch der Trainer ließ sich nie beirren und spielte seine Erfahrung aus. Die Tränen bei der Pressekonferenz in Mönchengladbach zeigten umso mehr, was für eine Persönlichkeit in Heynckes steckt. Die Geschichte mit Uli Hoeneß ist dennoch ein kleiner Schandfleck auf der weißen Bayern-Weste in dieser Saison.

DER UNTERSCHÄTZTE
DER STAR
DER ARBEITER


GOAL-FAZIT

Eine Saison voller Rekorde, der Titel in der Königsklasse, das Triple - die Bewertung für diese Saison ist nicht zu toppen. Man muss auch neidlos anerkennen, dass jeder Titel mehr als verdient war, dafür lief einfach alles reibungslos. Die Bayern erlebten vielleicht ein einmaliges Jahr, in dem kein anderes Team der Elf von Jupp Heynckes das Wasser reichen konnte - auch wenn Borussia Dortmund nah dran war.

EURE MEINUNG: Habt Ihr trotz des Triples etwas an der Saison des FC Bayern auszusetzen?

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