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Bis Weihnachten ist es noch ein wenig hin. Aber die Transferphase ist für Fußballfans die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen. Wir schauen ganz genau hin!

ANALYSE
Von Sebastian Heier

Gezittert, gebangt und schließlich doch noch erstklassig geblieben - für die TSG 1899 Hoffenheim ist vor wenigen Tagen eine turbulente Bundesliga-Spielzeit zu Ende gegangen. Erst in der Verlängerung, der Relegation gegen den Zweitligadritten 1. FC Kaiserslautern, machten die Kraichgauer den Klassenerhalt doch noch perfekt.

Dass sich die Hoffenheimer überhaupt über die Ausfahrt namens Relegation in der Bundesliga halten konnten, ist auch Markus Gisdol zu verdanken. Erst im April wurde Gisdol als Cheftrainer in Sinsheim vorgestellt, innerhalb von nur wenigen Wochen wendete er gemeinsam mit seinem Team den fast sicher geglaubten Abstieg noch ab.

Der Tabellensechzehnte will ein ähnlich dramatisches Szenario für die kommende Saison abwenden. Grund genug, sich die Baustellen des Teams einmal genauer anzusehen...

Wunsch 1: Ein Stürmer mit eingebauter Torgarantie

42 Tore hat die TSG 1899 Hoffenheim in der abgelaufenen Spielzeit erzielt. Somit stellte der Klub aus Sinsheim zwar die zweitbeste Offensive der Teams, die sich auf den Plätzen zwölf bis achtzehn befinden, doch bei einem Blick auf die Stürmertore wird schnell eine große Schwäche deutlich. Der TSG fehlt ein Angreifer mit eingebauter Torgarantie.

Ob die neu verpflichteten Eren Derdiyok, Joselu oder Igor de Camargo, sie alle konnten nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Kein Wunder, dass somit auch ein Mittelfeldspieler der erfolgreichste TSG-Torschütze der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit ist - Sejad Salihovic mit insgesamt sieben erzielten Treffern.

Er passt ins Beuteschema: Saber Khelifa, 26 jahre jung und beim FC Évian unter Vertrag. Der Tunesier hat einen Marktwert von rund 2,5 Millionen Euro und erzielte in der abgelaufenen Ligue Un-Saison 13 Tore in 25 Spielen - hinzu kommen sieben Torvorlagen. Und auch er soll eine Option sein: Schalkes Teemu Pukki, der beim S04 bisher nicht so richtig zum Zuge kam.



Wunsch 2: Ein zuverlässiger Innenverteidiger

Ein Blick in die Defensiv-Statistik der Hoffenheimer verrät eine weitere Schwäche. 67 Gegentore in 34 Bundesliga-Spielen, das ist nicht nur der schlechteste Wert der Liga, sondern auch ein klarer Hinweis dafür, was sich schnellstmöglichst ändern muss.

Die Neuverpflichtungen Eugen Polanski, Luis Advincula, Afriyie Acquah, Patrick Ochs, Chris, Stephan Schröck und Matthieu Delpierre sind zwar allesamt im Defensivbereich einsetzbar, doch dem Team konnten sie fast gar nicht helfen. Ob verletzt oder für nicht bundesliga-tauglich befunden, hier muss sich einiges ändern.

Einen vertrauensvollen Innenverteidiger braucht das Team von Coach Markus Gisdol wohl dringender als alles andere, denn nach wie vor gilt: nur über eine gute Defensive gewinnt man Spiele.

Sie passen ins Beuteschema: Tim Kister (26 Jahre jung vom VfR Aalen), Dustin Bomheuer (22, MSV Duisburg), Gabriel Paletta (27, FC Parma), Federico Fazio (26, FC Sevilla), Mergim Mavraj (SpVgg Greuther Fürth), Slobodan Rajkovic (24, Hamburger SV) und Cheikhou Kouyate (23, RSC Anderlecht) wurden schon mit der TSG 1899 Hoffenheim in Verbindung gebracht.

Für die Innenverteidigung macht es durchaus Sinn einen kopfballstarken, groß gewachsenen Spieler zu verpflichten. Federico Fazio wäre wohl eine echte Wunschvorstellung für diese Position. Der 26-jährige ist 1,95 Meter groß und debütierte 2011 in der argentinischen Nationalmannschaft. Sein Marktwert wird auf rund sechs Millionen Euro geschätzt. Aktuell steht Fazio noch in Spanien beim FC Sevilla unter Vertrag.

Wunsch 3: Ein erfahrener Anführer

24 Jahre lautet das Durchschnittsalter bei den Hoffenheimern. Somit stellen die Kraichgauer die zweitjüngste Mannschaft im Fußball-Oberhaus. Ohne wenn und aber, dem Team fehlt es an Erfahrung, das zeigt auch das Beispiel Heurelho Gomes. Der Schlussmann wurde in der Winterpause von den Tottenham Hotspurs ausgeliehen und musste sich wenig später verletzungsbedingt mit einem Platz auf der Tribüne abfinden. Nach dem Klassenerhalt lobte Cheftrainer Markus Gisdol den 32-Jährigen - er wäre in dieser schwierigen Situation eine wichtige Stütze für das Team gewesen, "vor allem mit seiner Erfahrung".



Deutlicher kann man nicht das formulieren, was die TSG auch in der kommenden Saison dringend braucht: einen erfahren Profi, der den Druck von den jungen Spielern nimmt und das Team auch in schwierigen Situationen führen kann. Ob ein Profi dazu ausreicht, bleibt abzuwarten.

Er passt ins Beuteschema: Martin Demichelis kennt die Bundesliga sehr gut, stand zwischen 2003 und 2011 beim FC Bayern München unter Vertrag. Der 32-Jährige hat einen beim FC Malaga auslaufenden Kontrakt und verfügt über genug Erfahrung, um den Hoffenheimern helfen zu können. Der argentinische Nationalspieler könnte ablösefrei wechseln und würde ganz nebenbei auch noch der schwachen TSG-Defensive helfen.

EURE MEINUNG: Welche Spieler könnten der TSG 1899 Hoffenheim helfen?

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