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Wegen eines Muskelbündelrisses steht Mario Götze dem FC Bayern zum Start in die Vorbereitung nicht zur Verfügung. Überhaupt ist der Wechsel für den 20-Jährigen ein großes Wagnis.

KOMMENTAR
Von Tim Röhn

Es war ja alles sehr schön inszeniert. Mario Götze, so hieß es, sei nicht wegen des Geldes von Borussia Dortmund zum FC Bayern gewechselt, sondern weil ihn Pep Guardiola unbedingt wollte. Guardiola hat immerhin Lionel Messi zum besten Fußballer des Planeten gemacht, und wenn Götze nun also sein persönlicher Heilsbringer sein sollte, dann konnte man die Entscheidung des 20 Jahre alten Nationalspielers schon verstehen.

Erste Kratzer hat dieses Image dadurch bekommen, dass Bayerns Präsident Uli Hoeneß verkündete, Götze sei in Wirklichkeit nur die zweite Wahl Guardiolas gewesen. Der neue Münchner Trainer habe eigentlich für die Verpflichtung von Neymar plädiert. Man habe es ihm ausgeredet, so Hoeneß. Immerhin: Guardiola hat sich damit abgefunden, er kommt natürlich trotzdem zum FC Bayern.

Aber wird er mit Götze genauso erfolgreich zusammenarbeiten können wie einst in Barcelona mit Messi? Zumindest ansatzweise?

Schon als der Transfer bekanntgegeben wurde, gab es innerhalb des Bundesliga-Zirkus' einige Menschen, die die Stirn runzelten und sich fragten: Ist dieser Wechsel wirklich sinnvoll? Zumal zu einem solch frühen Zeitpunkt in Götzes Karriere? Und obwohl Götze zwar vor allem für seine Qualität, aber auch für seine Verletzungsanfälligkeit bekannt ist?

Zehn Wochen Pause für Götze

Am Montag wurde bekannt, dass Götze viel schlimmer verletzt ist als bislang bekannt. Der angebliche Muskelfaserriss hat sich als Muskelbündelriss entpuppt, erst Anfang August soll er wieder trainieren können. Falls der Heilungsprozess wie prognostiziert abläuft, dürfte er die ersten fünf bis sechs Wochen der Saisonvorbereitung des FC Bayern verpassen. Schlechter könnte der Start an der Säbener Straße nicht sein.

Für Götze ist es bereits der zweite längere Ausfall innerhalb von eineinhalb Jahren. Schon im Frühjahr 2012 fehlte er dem BVB knapp drei Monate. Offiziell hieß es, der Spieler leide an einer Schambeinentzündung. Spekuliert wurde, ob die Belastung für den jungen Spieler zu groß gewesen sein könnte.



Dortmund hat Götze damals aufgefangen, niemand hat ihn unter Druck gesetzt, und auf dem Weg zurück gab es viele intensive Gespräche mit Trainer Jürgen Klopp. Die Rückendeckung war auch bei anderen Wehwehchen, von denen es einige gab, gegeben.

In München dürfte der Druck für Götze ungleich größer sein. Der Rucksack, den der Techniker mit sich herumträgt, ist bepackt mit 37 Millionen Euro. Die Frage ist, wie leicht er ihn ablegen kann.

In Dortmund bekam Götze Zuspruch von allen Seiten, er lebte noch zuhause bei seinen Eltern, es war so etwas wie eine Wohlfühloase. Mit nur 20 Jahren hat er diese nun freiwillig verlassen, um beim FC Bayern, dem derzeit besten Klub der Welt, Glanzlichter zu setzen.

Verletzt wird er das Projekt beginnen. Dass er es danach so gestaltet, wie es von ihm (selbst) erwartet wird, ist trotz der astronomischen Ablösesumme und der vielen Loblieder der Vergangenheit keine Selbstverständlichkeit.

Eure Meinung: Setzt sich Götze in München durch?

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