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Aus den Augen, aus dem Sinn? Nicht bei uns! Wir verraten Euch Woche für Woche, wie sich die Ex-Bundesliga-Stars im Ausland schlagen.

Berlin. Goodbye Deutschland! Spieler kommen und gehen, Spieler wechseln in die Bundesliga und Kicker verlassen Deutschlands höchste Spielklasse. Aber wie geht es den Profis, die nun im Ausland auf Torejagd gehen? Sind sie aufgeblüht oder nur noch Bankdrücker. Haben sie sich prächtig entwickelt, oder folgte ein Karriereknick?

Jeden Dienstag stellt Euch Goal.com im Rahmen von "Was macht eigentlich..." drei Ex-Spieler der Bundesliga vor und zeigt, wie es ihnen an anderer Wirkungsstätte ergeht.

Gilberto da Silva Melo
In der Bundesliga: Von 2004 bis 2008

Vereine in Deutschland: Hertha BSC Berlin

Einsätze:
101

Tore:
14

Erfolge:
keine Titel
Die Brasilien-Connection

Mit Nando Raffael und Marcelinho war er einer der Brasilianer bei der Hertha. In Berlin brachte er es schnell zum Stammspieler und schaffte es sogar in die Selecao.

Als Gilberto 2004 in der Bundesliga ankam standen schon die einen oder anderen namhaften Vereine in seiner Vita. Flamengo Rio de Janeiro, Gremio Porto Alegre und sogar Inter Mailand waren auf der Liste, doch durchsetzen konnte er sich in Europa erst in der bundesdeutschen Hauptstadt.

In Berlin avancierte Gilberto gleich in seiner ersten Saison zum absoluten Stammspieler und absolvierte die meisten Spiele aller Feldspieler. Nur Keeper Christian Fiedler stand in allen Partien der Saison auf dem Platz. In der vereinsinternen Torjägerliste war er mit Nando Raffael auf Platz zwei hinter Marcelinho und als der Regisseur Berlin verließ, blühte der Mann aus Rio de Janerio richtig auf! Absolvierte 30 Spiele, machte fünf Tore und legte noch sieben auf. Auch in der Saison danach war er Leistungsträger, was nicht unentdeckt blieb. Am 31. Januar wechselte Gilberto auf die Insel zu Tottenham Hotspur.

In England wurde er nicht richtig glücklich. Durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen, löste er im Sommer 2009 seinen Vertrag in London auf. Bei Cruzeiro Belo Horizonte fand er noch einmal sein Glück, spielte in 80 Partien, machte 14 Tore und fuhr mit der Selecao nach Südafrika. Im vergangenen Jahr schnürte er seine Schuhe für America MG. Im Januar beendete der heute 37-Jährige seine Karriere.

Paulo Rink
In der Bundesliga: Von 1997 bis 2003

Vereine in Deutschland: Bayer Leverkusen, 1. FC Nürnberg, Energie Cottbus

Einsätze:
119

Tore:
35

Erfolge:
keine
Deutschlands Stürmer aus Curitiba

Da sein Ur-Großvater 1904 aus Heidelberg nach Brasilien ging, konnte er ohne größere Probleme die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Bei der EM 2000 war er der einzige Stürmer im Aufgebot von Erich Ribbeck.

Der in Curitiba geborene Paulo Roberto "Paolo" Rink begann seine Karriere bei Atletico Mineiro und wechselte nach sechs Profijahren in seiner Heimat zu Bayer Leverkusen.

Bei der Werkself setzte er sich gleich durch und erzielte als kongenialer Sturmpartner von Ulf Kirsten neun Tore in 29 Bundesligapartien. Zusammen brachten sie es auf über 30 Treffer. Er glänzte dabei vor allem als Christoph Daums Edeljoker. Er wurde 20-mal im Laufe der Partie gebracht und machte fünf Tore als Einwechsler. In der darauffolgenden Spielzeit wurde er von Erik Meijer verdrängt und kam nur noch auf 18 Partien im Dress von Leverkusen, wobei er mit fünf Toren aber der treffsicherste Spieler inter dem "Schwatten" war.

Im Sommer 1999 zog es ihn für ein halbes Jahr zum FC Santos. Nach seiner Rückkehr feierte er ein starkes Comeback mit zehn Treffern in nur 16 Spielen. Da er in der folgenden Spielzeit 2000/01 jedoch nicht mehr daran anknüpfen konnte, ging er kurz nach Beginn der Saison 2001/2 nach Franken. Hier war er einer der besten Vorlagengeber, befriedigte die Club-Verantwortlichen aber trotzdem nicht, sodass er in die Lausitz zu Energie Cottbus weiterzog.

In lediglich zwölf Spielen traf er dreimal in des Gegners Kasten. Er blieb erneut die an ihn gesetzten Erwartungen schuldig und wechselte nach Zypern. Bei Olympiakos Nikosia wurde er zum Torgaranten und traf in vierzehn Partien neunmal. Bereits in der Winterpause griff Vitesse Arnheim zu und lotste den Deutsch-Brasilianer in die Niederlande. Nach nur sechs Monate zog es ihn weiter nach Südkorea und anschließend zurück nach Nikosia.

Im Jahr 2006 absolvierte er seine letzte Profisaison bei seinem Jugendklub Atletico Paranaense in der Serie A. Sein letztes Spiel absolvierte er in der Stadt seiner Geburt am 24. Mai 2007 bei einer Benefizpartie.

Tomas Galasek
In der Bundesliga: Von 2006 bis 2008 und 2009

Vereine in Deutschland: 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach

Einsätze:
78

Tore:
4

Erfolge:
DFB-Pokalsieger 2007
Der Retter von Gladbach

Im Winter 2008/09 kehrte Galasek aus seiner tschechischen Heimat nochmals für ein halbes Jahr in die Bundesliga zurück. Unter Hans Meyer führte er die Fohlen vom letzten Tabellenplatz bis zum Saisonende auf Rang 15 und somit zum Klassenerhalt.

Von seinem Jugendverein Banik Ostrava, wo er zum Profi wurde, zog es Tomas Galasek zu Beginn seiner Karriere in die Niederlande. Hier spielte er zuerst für Willem II Tilburg und anschließend für Ajax Amsterdam. Mit dem niederländischen Rekordmeister feierte er 2002 das Double und noch je einmal die Meisterschaft und einmal den KNVB-Pokal.

2006 zog es ihn nach Nürnberg ins Frankenland. In seiner ersten Saison wurde er gleich zum Schlüsselspieler und war maßgeblich am DFB-Pokalsieg beteiligt. In der darauffolgenden Spielzeit beerbte er Raphael Schäfer als Kapitän, konnte den Abstieg des Club aber auch nicht verhindern. Obwohl er mit in die zweite Bundesliga gehen wollte, wurde ihm kein neuer Vertrag angeboten.

Galasek ging zurück in seine Heimatstadt, wurde aber im Winter wieder zurück in die Bundesliga gerufen. Sein ehemaliger Trainer Hans Meyer wollte ihn unbedingt nach Gladbach holen, wo der Coach gegen den Abstieg kämpfte. Nach sechs Monaten verabschiedete er sich von der großen Fußballbühne und ließ beim FSV Erlangen-Bruck seine Karriere ausklingen.

Inzwischen ist er Assistenztrainer der tschechischen Nationalmannschaft, deren Kapitän er auch jahrelang war. Zuletzt wurde er auch immer wieder als heißer Kandidat auf den Trainerposten bei Zweitligaabsteiger Jahn Regensburg gehandelt.

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