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Eine spannende Saison ist vorüber. Wir schauen ganz genau, was bei Borussia Dortmund gut lief und wo noch Luft nach oben ist!

ANALYSE
Von Daniel Buse

Verein: Borussia Dortmund
Bundesliga: Platz 2
DFB-Pokal: Viertelfinale
Champions League: Finale

Zielsetzung: Nach zwei Meisterschaften in Serie gaben die Borussen die direkte Qualifikation für die Champions League - also einen Platz unter den ersten Drei - als Ziel für die Bundesliga aus. Für den Pokal gab es keine konkrete Vorgabe, aber in der Champions League sollte es nach den Wünschen der Dortmunder deutlich besser laufen als in der Vorsaison, als das Team schon in der Vorrunde als Gruppenletzter ausschied.

LIGA & POKAL

In der Liga wurde das ausgegebene Ziel mit dem zweiten Platz erreicht. Das ist eine Platzierung, die aller Ehren wert ist, aber als kleiner Stimmungsdämpfer erwies sich beim BVB, dass der Rückstand auf die Bayern derart groß war. Schon nach zehn Spieltagen lagen die Dortmunder elf Punkte zurück, doch im Gegensatz zur Vorsaison leisteten sich die Bayern keine Schwächephase - und die Borussen starteten keine Aufholjagd. Die direkte Qualifikation zur Champions League geriet nicht ernsthaft in Gefahr, doch am Ende betrug der Rückstand auf die überragenden Münchner 25 Punkte. Im Vergleich zur Meistersaison 2011/12 holte der BVB 15 Zähler weniger. Im Pokal hatten die Schwarz-Gelben Lospech und mussten bereits im Viertelfinale zu den Bayern, die sich an einem schwachen Dortmunder Tag mit 1:0 durchsetzen. 

Goal-Fazit: Eine starke Saison vom BVB. Vor ein paar Jahren hätten sich die schwarz-gelben Fans nach einem Vizemeister-Titel noch ein Loch in den Bauch gefreut. Nach zwei Meisterschaften in Serie waren die Erwartungen bei den BVB-Anhängern jedoch sehr hoch, sodass sie insgeheim von einem packenderen Zweikampf mit den Bayern geträumt hatten. Am Ende sollten sie aber nicht vergessen, dass sich der BVB als zweite Kraft hinter dem Rekordmeister etablieren konnte.  

CHAMPIONS LEAGUE

Die Champions League war für Borussia Dortmund ein Traum - aus dem die Mannschaft erst in der 89. Minute des Finales aufwachte. Am Ende holten sich die Bayern den Titel, doch der Lauf der Borussen war die eigentliche Sensation des Wettbewerbs. Nach dem Vorjahres-Scheitern in der Vorrunde sahen viele schon bei der Gruppen-Auslosung den nächsten Dämpfer für den BVB, als das Team in die "Todesgruppe" mit Real, Manchester City und Ajax gelost wurde. Doch Dortmund marschierte ohne Niederlage durch den Wettbewerb und ließ danach das "Wunder gegen Malaga" folgen, als erst zwei Tore in der Nachspielzeit das Weiterkommen sicherten. Gegen Real Madrid musste im Halbfinale erneut gezittert werden, bevor das deutsche Endspiel in Wembley feststand. Dort lieferte der BVB vor allem in der ersten Hälfte eine ganz starke Vorstellung ab und verpasste es, den Favoriten mit einem Tor in Zugzwang zu bringen. Am Ende blieb aus Dortmunder Sicht das dumme Gefühl, dass im Finale mehr drin gewesen wäre als die 1:2-Niederlage.

Goal-Fazit: Mit dem Lauf bis ins Finale hat Borussia Dortmund sämtliche Erwartungen übertroffen. Das offensive und intensive Spiel der Borussen sicherte ihnen viel Lob und Anerkennung in ganz Europa und besonders Spiele wie das 1:1 bei Manchester City oder das 4:1 gegen Real Madrid ließen überall die Experten und Fans aufhorchen. Die Champions League bescherte dem BVB in der vergangenen Saison nicht nur viel Geld, sondern platzierte den Verein wieder mit einem dicken Punkt auf der europäischen Fußball-Landkarte.



UNTERHALTUNG

Wer beim 3:2 gegen Malaga oder dem 4:1 gegen Real Madrid im Dortmunder Stadion war, der dürfte die Unterhaltungs-Höchstnote ziehen. In vielen Duellen zeigte die Klopp-Elf begeisternden Fußball, auch wenn es nicht immer so souverän wie noch in den Vorjahren war. In den Heimspielen sorgten einige Rote Karten, wie in den Partien gegen Hamburg, Wolfsburg und Hoffenheim, für ungewollte Brisanz - und auch Unterhaltung. Der Spielstil des BVB hat sich im Laufe der Zeit leicht gewandelt, doch es bleibt eine offensiv ausgerichtete Mannschaft, die das Spiel dominieren will. Das ist attraktiv für die Zuschauer und die durften sich in Dortmund gut unterhalten fühlen.

Goal-Fazit: Wenn es für eine Mannschaft gut läuft, ist der Unterhaltungsfaktor meist höher als bei einem Krisen-Team. In Dortmund war das nicht anders, denn dort sorgte besonders die Champions League für die besonderen Momente der Spielzeit 2012/13.

TRANSFERMARKT

Zum zweiten Mal hintereinander verlor der BVB im vergangenen Sommer einen Schlüsselspieler: Nach dem Abgang von Nuri Sahin zu Real Madrid zog es Shinji Kagawa zu Manchester United. Die entstandene Lücke füllten die Dortmunder mit Deutschlands Fußballer des Jahres, Marco Reus. Und der aus Gladbach gekommene Reus enttäuschte keinesfalls, spielte ein großartige erste Saison in Dortmund und machte Kagawa vergessen. Die weiteren Wechsel hatten nicht den gewünschten Effekt: Die Borussia hatte eine Mischung von Spielern für die Breite und Spielern für die Zukunft eingesammelt, doch eine positive Überraschung war nicht dabei. Julian Schieber war keine Alternative zu Robert Lewandowski, Nuri Sahin hatte mit Anlaufschwierigkeiten in seinem halben Jahr zu kämpfen, Oliver Kirch und Leonardo Bittencourt kamen nicht über Kurzeinsätze hinaus.  

Goal-Fazit: Im Champions-League-Finale wurde der Unterschied zwischen dem FC Bayern und dem BVB vor allem beim Blick auf die Ersatzbänke deutlich. Während die Münchner starke Spieler in der Hinterhand haben, fehlt es bei den Dortmundern an Alternativen. Die BVB-Fans dürfen drei Kreuze machen, dass sich Robert Lewandowski in der vergangenen Saison nicht verletzt hat, denn das Risiko, erneut mit nur zwei echten Stürmern in die Saison zu gehen, wäre dann bestraft worden. Nur auf der Sechser-Position sind die Borussen zahlenmäßig ordentlich besetzt, ansonsten besteht Handlungsbedarf im Sommer.



TRAINER & UMFELD

Der Erfolg der Mannschaft ist auch der Erfolg des Trainers. Jürgen Klopp hat sich vor allem durch die Final-Teilnahme in der Champions League jetzt auch international einen Namen gemacht und er dürfte zu den gefragtesten Trainern gehören, wenn er einmal Dortmund verlässt. Danach sieht es aktuell allerdings überhaupt nicht aus, denn Klopp wird die Aufgabe annehmen, ein "neues" Team ohne Mario Götze und vielleicht auch Robert Lewandowski zu formen. Und dabei kann er sich der Unterstützung des Vereins und der Fans sicher sein, die mit der Arbeit des Übungsleiters hochzufrieden sind. Dass es durch den anstehenden Götze-Transfer leichte Risse in der heilen BVB-Welt gab, ist klar, doch mit seiner energiegeladenen Art und Weise wird Klopp die Schwarz-Gelben auch in der kommenden Saison wieder hinter sich bringen.

Goal-Fazit: In jedem Jahr gibt es neue Ziele bei Borussia Dortmund - und Trainer Jürgen Klopp und sein Team nehmen die Herausforderungen an. In der Liga wollen sie an den Bayern irgendwie dranbleiben und international gilt es, den Erfolg der vergangenen Saison annähernd zu bestätigen, auch wenn das schwer wird.

DER BEGEHRTE
DER AUFSTEIGER
DER ABGANG


GOAL-FAZIT

Es war eine außergewöhnliche Saison für Borussia Dortmund - auch wenn sie nicht mit einem Titel gekrönt wurde. Ein zweiter Platz in der Bundesliga hinter den Bayern ist gut, ein Vize-Titel in der Champions League überragend. Jetzt gilt es für die Dortmunder, in der kommenden Spielzeit mit einem veränderten Kader ähnlich gut zu sein.

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