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Borussia Dortmund nach Wembley: Wo müssen die Hebel angesetzt werden?

Das verlorene Champions-League-Finale gilt es in Dortmund schnellstmöglich abzuhaken. Den Borussen steht ein turbulenter Sommer bevor - wo muss der Hebel angesetzt werden?

ANALYSE
Von Enis Koylu

“Wir müssen auf dem Transfermarkt aktiv werden, damit wir auch im nächsten Jahr mitmischen können. Wir müssen uns für die Bundesliga formieren und mit aller Kraft versuchen, wieder in die Champions League zu kommen. Aufgeben werden wir jetzt sicherlich nicht. Wir müssen aber erst einmal in den Urlaub gehen, und dann werden wir auch wieder angreifen,” erklärte Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München.

Für den BVB war es eine lange Saison, in der man sich am Ende in allen Wettbewerben dem FC Bayern geschlagen geben musste - zuletzt am vergangenen Samstag mit 1:2 im Finale der Champions League. Es gab in der abgelaufenen Saison viele Höhen und Tiefen für das Team aus Dortmund. Die Siege über Real Madrid, die Euphorie nach dem Weiterkommen gegen Malaga, aber auch der 25-Punkte-Rückstand in der Bundesliga gegenüber dem Konkurrenten aus München. Hinzu kommt auch noch der Abgang von Mario Götze, den es in diesem Sommer, also in wenigen Wochen, zum FCB zieht.

Ein Ende ist jedoch noch nicht in Sicht, denn mit Robert Lewandowski kündigt sich bereits der nächste große Abgang von der Borussia an. Der Pole wird wohl Götze in Richtung München folgen. Im Signal Iduna Park gibt es daher viele große Baustellen, die der BVB in den kommenden Wochen abarbeiten muss.

Mit Jürgen Klopp haben die Dortmunder hingegen einen Trainer, der in ganz Europa große Anerkennung geerntet hat. Klopp bleibt dem BVB auch in der kommenden Saison treu und er muss nun ein Team formen, das auch in der kommenden Spielzeit für Überraschungen sorgen kann.

Die Einnahmen aus der Champions League und die eingenommenen Millionen aus dem Verkauf von Mario Götze (und eventuell die aus dem Verkauf von Robert Lewandowski) gibt den Dortmundern großen finanziellen Spielraum für Neuverpflichtungen.

Gerade die zweite Halbzeit im Champions-League-Finale hat gezeigt, dass die Borussia zwar ein Team besitzt, dass sich mit dem FC Bayern messen kann, das allerdings in der Breite nicht ganz so gut aufgestellt ist. Gerade in einer Phase, in der die Kräfte zu schwinden schienen hatte Jürgen Klopp nur wenige Optionen, um noch einmal neuen Schwung auf den Platz zu bringen. Der Vorteil der Konkurrenz aus München: Sie konnten die lange Saison mit einer gesunden Rotation kompensieren.


Lukasz Piszczek wird dem BVB in den kommenden Monaten nicht zur Verfügung stehen. Der Pole muss sich einer OP unterziehen und wird der Borussia somit für knapp fünf Monate nicht helfen können. Für Piszczek braucht der BVB daher einen Ersatz, das steht schon jetzt fest.

Auch auf der anderen Abwehrseite braucht der deutsche Meister von 2012 einen Ersatz. Mit Marcel Schmelzer verfügt Dortmund nur über einen Linksverteidiger - als Ersatz wären zwar Kevin Großkreutz oder Jakub Blaszczykowski bereit, doch beide Spieler sind eher auf der offensiveren Außenbahn beheimatet. Oliver Kirch und Chris Löwe sind nicht die A-Ersatzmöglichkeiten, die der BVB braucht.

Ein gleiches Bild ist im Angriff zu finden, denn dort ist mit Julian Schieber ebenfalls ein junger Ersatz bereit, der aber bisher nicht oder nur kaum überzeugen könnte. Eine gute Ersatzbank ist in einer langen Saison sehr wichtig und genau dort muss Jürgen Klopp mit seinem Team nachbessern.

Hinzu kommt auch noch die Tatsache, dass mit Götze und Lewandowski zwei absolute Leistungsträger ersetzt werden müssen. Ajax Amsterdam hat bereits bestätigt, dass Christian Eriksen eine mögliche Neuverpflichtung werden könnte, ebenso wie Stürmer Edin Dzeko von Manchester City.

Für den BVB geht es nun darum, dass kein weiterer großer Star den Klub verlässt. Bei Mario Götze war der Verein wegen einer Ausstiegsklausel machtlos, daher möchte man in Zukunft auf solche Klauseln verzichten. Hans-Joachim Watzke betonte nicht ohne Grund, dass es ab sofort keine Ausstiegsklauseln mehr geben wird. Bei Marco Reus und Ilkay Gündogan sollen diese mit Hilfe einer Vertragsverlängerung gestrichen werden.

Die Reise der jungen Dortmunder Mannschaft ist noch lange nicht beendet. Mit Mats Hummels, Piszczek Schmelzer, Weidenfeller, Blaszczykowski, Sven Bender und, ganz wichtig, Jürgen Klopp sind viele Spieler noch lange an den Klub gebunden. Ein falsches Handeln in diesem Sommer kann dennoch dazu führen, dass das Projekt BVB ins Stocken gerät...

EURE MEINUNG: Was sollte und muss sich bei Borussia Dortmund in diesem Sommer ändern?

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