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Trotz des verlorenen Champions-League-Endspiels hat der BVB eine hervorragende Saison gespielt – wird sich aber strecken müssen, um diesen Erfolg zu wiederholen.

KOMMENTAR
Von Tim Röhn in London

Borussia Dortmunds Mittelfeldspieler Sebastian Kehl war nach dem Schlusspfiff untröstlich. „Ich habe das Gefühl, ich komme hier nicht mehr hin“, sagte der 33-Jährige. Für seine Teamkollegen war es in diesem Moment auch kein Trost, dass sie jünger sind als Kehl und damit noch mehr Möglichkeiten haben, die Champions League zu gewinnen. Beim BVB waren sie nach dem 1:2 im Kollektiv tief enttäuscht, Trainer Jürgen Klopp sprach gar von einer „Katastrophe“.

So schlimm war es am Samstagabend vielleicht gefühlt, aber die Wirklichkeit sieht anders aus: Dortmund hat erneut eine hervorragende Saison gespielt und auch im Endspiel der Königsklasse eine sehr gute Leistung abgeliefert. Für den BVB, der vor einigen Jahren noch am Boden lag, kann es keine Schande sein, nach zwei Meistertiteln in Folge dem derzeit alles überragenden FC Bayern – und nur dem! - national und international den Vortritt lassen zu müssen. Vielmehr kann sich der Klub darüber freuen, den Spagat zwischen Bundesliga und Europapokal erfolgreich gemeistert zu haben.



Die Frage ist allerdings, ob es so positiv weitergeht mit dem BVB. Neben Mario Götze, dem Herz der Mannschaft, steht auch Mario Lewandowski, der derzeit vielleicht beste Stürmer der Welt, vor einem Wechsel zu den Bayern. Diese Transfers schwächen Dortmund extrem und stärken die Münchner. Es wird schwieriger, den Anschluss zu halten und die Bayern auch künftig derart fordern zu können wie am Samstagabend.

Es liegt nun an den Borussia-Bossen und Trainer Klopp, diesen großen Umbruch erfolgreich zu gestalten. Das viele Geld, das auf dem Konto liegt, in Spieler zu investieren, die die Abgänge zumindest annähernd kompensieren können. Ein Selbstläufer ist das nicht. Sobald die Trauer ob des verlorenen Endspiels nachlässt, sollte intensiv die Zukunft geplant werden. Denn ansonsten wird in den kommenden Jahren nicht nur Sebastian Kehl eine erneute Teilnahme an einem Champion-League-Finale verwehrt bleiben.

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